Elektrobus beim Aufladen

DVB testen Elektrobus auf der Linie 61

Ab morgen ist auf der Buslinie 61 zusätzlich zum normalen Fahrbetrieb ein grün-weißer Elektrobus unterwegs. Die Dresdner Verkehrsbetriebe und das  Frauhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI testen auf der Strecke zwischen Löbtau und dem DVB-Betriebshof Gruna bis Ende Januar den Einsatz eines rein elektrisch betriebenen Fahrzeugs. Die IVI-Ingenieure übernehmen die wissenschaftliche Begleitung, die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) sind die Praxispartner. Die während des Tests gesammelten Erfahrungen sollen in das DVB-eigene Projekt „Elektrobuslinie 79“ einfließen. Ab Frühjahr 2015 soll die Buslinie 79 zwischen Mickten und Übigau auf einen ausschließlich elektrischen Busbetrieb umgestellt werden. Dafür wurde bereits ein technisch ähnlicher Bus bei der polnischen Firma Solaris bestellt.

EBUS-Award für DVB-Vorstand Rainer Zieschank
Das Engagement von DVB-Vorstand Rainer Zieschank für die Elektromobilität ist vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der DEVK-Versicherung mit dem EBUS Award gewürdigt worden. Zieschank habe maßgeblichen Anteil daran, dass in Dresden seit Jahren intensive und verschiedene Arten von Elektromobilität bei ÖPNV-Bussen unter realen Bedingungen im Linienbetrieb getestet und optimiert werden, so die Begründung der Jury bei der Preisverleihung im Oktober. Mit der flächendeckenden Auswertung unter wechselnden Bedingungen leisten die DVB Pionierarbeit bei der E-Mobilität und erlauben den Herstellern, Rückschlüsse für die Weiterentwicklung elektrischer Komponenten zu ziehen.

Während des Testbetriebs auf der Linie 61 wird der Bus auf jeder Runde in Gruna in nur wenigen Minuten an einer eigenen Ladesstation vor dem Betriebshof aufgeladen. Die Wissenschaftler des Fraunhofer IVI arbeiten an einem Schnellladesystem für Elektrobusse. Ihre Forschung wird vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Mittels hoher Ströme und spezieller Verfahren kann der 85 Kilowattstunden starke Lithium-Ionen-Akku im Fahrzeug in kurzer Zeit nachgeladen werden. Von den rund 8,3 Millionen Euro Gesamtkosten übernimmt das Ministerium rund 55 Prozent. Das Projekt „Elektromobilitätsdemonstration Dockinganwendung“, kurz EDDA genannt, nutzt für die Energieübertragung einen Stromabnehmer auf dem Wagendach, der an der Ladestation in Gruna nur für einige Minuten ausgeklappt wird.

Um während der Testfahrten auch Daten auslesen zu können, erhielt der Elektrobus seinen eigenen Sonderfahrplan. Zwischen 6:00 und 19:00 Uhr startet er immer zur Minute 43 in Gruna und zur Minute 08 in Löbtau. Auffällig ist die grün-weiße Lackierung, die den Bus schon optisch von den gelben DVB-Bussen unterscheidet. Mit lediglich 12 Metern Länge ist seine Kapazität im Linieneinsatz begrenzt. Wer nicht mitkommt, kann aber problemlos mit den regulären Linienwagen mitfahren. Deren Fahrplan wird nicht verändert.

Die Experten vom Fraunhofer IVI haben bereits Verkehrsbetriebe in Städten wie Hamburg, Köln, Bonn oder Jena bei der  Einführung von Elektrobussen beraten.

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