Die Lesezelle

Lesezelle vor der Messe: Nimm ein Buch, bring ein Buch, lies ein Buch – 24 h geöffnet

Dresden hat eine weitere Lesezelle. Nach Hellerau und Hechtviertel (am Königsbrücker Platz) steht jetzt vor der historischen Börse der Messe Dresden eine zur Bibliothek umgebaute Telefonzelle. Diese öffentlichen Mini-Bibliotheken funktionieren nach dem Prinzip: Bring ein Buch, nimm ein Buch, lies ein Buch. Eine inzwischen deutschlandweit beliebte Variante für derartige Initiativen ist die gute alte Telefonzelle. Die Deutsche Telekom verkauft ihre nicht mehr gebrauchten Telefonzellen für 350 bis 500 Euro das Stück. In einem großen Lager in der Nähe von Potsdam lagern etwa 3.000 der inzwischen ausrangierten Häuschen. Die Zelle vor der Börse hat die Messe Dresden gesponsert. Die Gestaltung stammt von der Dresdner Agentur Heizfrosch-Werbung und beklebt hat die neuartige Bibliothek die Truppe von Krokodilhaus.

Messe Dresden lesezelle

Messemitarbeiter haben für die Erstausstattung gesorgt und 156 Bücher gestiftet. Foto: W. Schenk

Die Erstausstattung an Büchern, so erzählt Initiatorin Peggy Salomo, stammt von den Mitarbeitern der Messe Dresden. 156 Bücher waren es heute vormittag. Das kann sich ja inzwischen auch geändert haben. Messe-Chef Ulrich Finger weist darauf hin, dass die Zelle auch beleuchtet ist. „Wer Abends Langeweile hat, kann jetzt bei uns vor der Tür ein gutes Buch lesen“, meinte er. Es sei durchgehend geöffnet. Er könne sich auch einen zentraleren Standort für die Lesezelle vorstellen. Peggy Salomo ist Verlegerin in Dresden und betreut die Aussteller auf der Literaturmesse im November. Der Gedanke des Tauschs und der Wiederverwendung ist bei vielen inzwischen wichtig geworden, meinte sie heute. „Es ist schwer, ein Buch wegzuwerfen“. Die Mini-Bibliothek biete hier einen Ausweg.

In Hellerau ist die Telefonzellen-Bibliothek schon einmal ausgeraubt worden. 200 Bücher verschwanden über Nacht. An Standorten in anderen Städten wurden die Lesezellen auch schon mal als Altpapierlager missverstanden. Dort türmten sich Bücher, die niemand lesen will, vor den Telefonhäuschen.

Wie sich der Standort an der Messe oder vielleicht auch woanders in der Stadt entwickeln wird, könne heute noch niemand sagen, so Finger und Salomo. Sie sind zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Initiative und hoffen auf eine rege Nutzung.

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