augustusbruecke 0807 koettnitz

Alles vorbereitet für eine autofreie Augustusbrücke

Drüben ist schon eine Baustelle, in der Mitte eine Absperrung und hüben wird es bald losgehen – die Augustusbrücke bleibt in den nächsten zwei Jahren im baulichen Fokus der Stadt.

Drüben: Zurzeit wird eine Stützwand, eine so genannte Berliner Wand, am Narrenhäusel an der Neustädter Brückenseite errichtet, ein Schutz für den Wandfries während des Neuaufbaus der Treppenanlage. Die alte Treppe ist schon komplett abgerissen. Für die Passanten hat das zur Konsequenz, dass sie auf der Brücke die Straßenseite wechseln müssen und nicht mehr übers Narrenhäusel auf die Elbwiesen und zum Radweg kommen. Für den Amtsleiter des Straßen- und Tiefbauamtes Reinhard Koettnitz heißt es: Augen auf bei der Firmenwahl. Er lässt einen kritischen Blick von der Augustusbrücke aus über die Baustelle kreisen. „Eigentlich sollte die neue Treppenanlage bis zum Stadtfest fertig sein.“ Aber momentan sehe es nicht danach aus. Der Grund? „Fehlende Man-Power“, schätzt der Amtsleiter und zählt gerade mal zwei Leute an diesem Mittwochvormittag. Man habe die Firma bereits darauf hingewiesen. Und? Schulterzucken. Fakt ist: Die Kosten für Treppe und Stützwand betragen etwa 1,2 Millionen Euro.

 Abriss weiterer Kanzeln möglich

In der Mitte: Nicht zu übersehen ist die grüne Metallzaunabsperrung an der Kanzel zwischen dem zweiten und dritten Brückenbogen. Einzelne Steine hatten sich gelockert, die Mauer Risse bekommen, ein Absturz drohte – was für den Abriss der Kanzel und damit auch für eine Premiere im Amtsleben des Reinhard Köttnitz sorgte. „Sonst geht es ja oft um Straßensperrungen“, erklärt er. „Diesmal aber habe ich für kurze Zeit eine Wasserstraße sperren müssen.“ Es sei nicht auszuschließen, dass noch weitere Kanzeln abgerissen werden müssten – und erneute Elb-Sperrungen nötig werden.

Hüben: Auf der Altstadt-Seite schräg gegenüber der Hofkirche wird es schon bald, geplant ist der September, die erste „Musterfläche“ geben. Der Hintergrund: Während jetzt noch die Hochwasserbauarbeiten laufen, rollt bereits die große Augustusbrücken-Sanierung an. Im September dieses Jahres sollen alle Unterlagen zur Planung eingereicht werden. Bis dahin ist noch einiges zu prüfen. So hat es bereits Beleuchtungs- und Anstrahlungsproben gegeben. Nun soll der aufbereitete historische Pflasterbelag getestet werden – und dazu braucht es Musterflächen.

Vollsperrung erst im übernächsten Jahr

„Wir fassen als Baubeginn den Dezember 2016 ins Auge“, sagt Reinhard Köttnitz und verweist darauf, dass erst die Albertbrücke fertig sein müsse, ehe die Augustusbrücke gesperrt werden könne. Denn eine Vollsperrung wird dann nötig sein, was auch die Umleitung der Straßenbahn zur Folge hat. Ist die Stadtmittenbrücke dann fertig, darf zumindest die Straßenbahn wieder drauf. Auch Einsatzfahrzeuge, Taxis und eventuell die Stadtrundfahrtbusse können die Flussquerung nutzen. Vor allem aber soll sie Fußgängern und Radfahrern gehören. Letztere bekommen 1,80 Meter breite Radverkehrsanlagen, geplastert mit den erst oben beschnittenen und dann wieder aufgerauten Steinen. Taxis müssen sich mit den Straßenbahnen die dann erneuerten Gleisanlagen teilen. Trotzdem die Brücke später fast autofrei sein soll, behalten die Fußwege ihre Bordsteine. „Sie steht unter Denkmalschutz“, begründet der Amtsleiter dies wie auch die Frage nach einem eventuell neuen Straßenbelag oder jene nach einer Fahrradrinne an der Neustädter Treppe. Alles soll optisch so historisch wie möglich bleiben. Änderungen sind beispielsweise einige Absenkungen für Fußgänger und LEDs in den Lichtanlagen. Kleiner Wermutstropfen: Während der Bauarbeiten im Jahr 2017 wird das Stadtfest wohl auf den Veranstaltungsstandort Hauptstraße verzichten müssen.

Kleiner Trost: Fußgänger und Radfahrer kommen immer, auch während der Vollsperrung über die Augustusbrücke.

Die komplette Sanierung kostet übrigens reichliche 20 Millionen Euro. Davon steuert die Stadt mehr als 17 Millionen Euro bei, profitiert aber mit einem Anteil von rund 14 Millionen Euro vom Topf zur Beseitigung von Hochwasserschäden. Die Dresdner Verkehrsbetriebe planen gute 2 Millionen Euro ein.

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