Barrierefrei Projekttheater 0212 mario peters

Förderprogramm Barrierefreies Bauen: 33 Projekte realisiert – Fortsetzung 2016 gesichert

Unorthodox, unbürokratisch, innerhalb von zwei Wochen war das Geld erstattet. Solches Lob hört die Stadtverwaltung selten. Julius Skowronek, Leiter des Projekttheaters in der Dresdner Neustadt, wiederholte das heute gern und mehrmals. Das Theater hat seit der Sommerpause einen Rollstuhltreppenlift, eine behindertengerechte Toilette und eine Rampe am Theatereingang im  Innenhof.

Geförderte Maßnahmen (Auswahl)

  • Hublift im Seniorenbegegnungszentrum  Bühlowh
  • Schwimmbadlifter im Elbamare Dresden
  • mobile Rampe, behindertengerechtes WC im Hatikva
  • Treppenlift im Kino in der Fabrik
  • Wiesenrampe Ostrale
  • induktive Höranlage Putjatinhaus
  • Treppenlift Lingnerschloß
  • behindertengerechtes WC und Zugangsweg für ev.-luth. Gemeinde Weißer Hirsch

„Bisher haben wir uns mit der alten Feuerschutztür beholfen“, sagte Skowronek. Da mussten vier Leute anpacken, um sie am Saaleingang zu platzieren. 33.000 Euro hat das Theater investiert. Der Lift ermöglicht nun den Zugang zum Foyer und zum neuen WC. 25.000 davon kamen aus dem Förderprogramm „Barrierefreies Bauen – Lieblingsplätze für alle“. Das Programm hatte der Freistaat erstmals 2014 aufgelegt und mit 2,5 Millionen Euro ausgestattet. Rund 250.000 Euro pro Jahr landen in Dresden.

Drei Besucherinnen mit Elektrorollstühlen hätten ihn auf das Programm aufmerksam gemacht, meinte Skowronek und freut sich über den Gewinn an Lebensqualität in seinem Haus. Am großen Haustor ist jetzt ein gut sichtbarer Aufkleber „Wir haben eine mobile Rampe“ zu sehen, was noch fehlt, sei ein schönes Pictogramm, das auf die Klingel hinweist, mit der sich Rollstuhlfahrer melden können. Das Tor habe keine Hydraulik und sei schwer zu öffnen.

Barrierefrei Projekttheater 0212 saaleingang rampe

Für den Zugang zum Saal benötigt MArio Peters Hilfe. Theaterchef Julius Skowronek (r.) plant bereits weitere Verbesserungen. Foto: W. Schenk

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) kündigte eine Fortsetzung des Programms für 2016 an. Er rief dazu auf, bis 29. Januar 2016 die Förderanträge einzureichen. 31 von 94 Anträgen konnten für die Jahre 2014 und 2015 bewilligt und umgesetzt werden. 490.200 Euro Fördergelder seien dafür geflossen. Alle Entscheidungen seien mit der Behindertenbeauftragten und dem Behindertenbeirat abgestimmt. Der Zuschuss pro Projekt ist auf maximal 25.000 Euro begrenzt. Was darüber liegt, müsse der Antragsteller selbst aufbringen. Die 8.000 Euro Mehraufwand für das Projekttheater, so Skowronek, seien durch Spenden und Benefizaktionen zusammengekommen.

Der Blinden- und Sehbehindertenverband war mit drei Anträge in den letzten beiden Jahren erfolgreich. So entstand ein taktiler Lageplan, mit dem die Begegnungsstätte in der Strehlener Straße leichter zu finden ist und die Zugangstür konnte für Rollstühle verbreitert werden, erläuterte Jan Blüher, Vizechef des Dresdner Kreisverbandes. Außerdem gibt es jetzt am Eingang ein Blinden-Informationssystem (Blis). Mit einem kleine Sender können akustische Informationen abrufen werden – zum Beispiel die Lage der Eingangstür. Die meisten Dresdner, so Blüher, hätten das Blis wahrscheinlich schon einmal an einer Haltestelle der Verkehrsbetriebe in Funktion erlebt. „Wenn dort plötzlich eine Stimme ertönt und Ansagen macht, hat jemand das Blis ausgelöst“, so Blüher.

Sylvia Müller, Dresdens Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, ermutigte dazu, bis zum Januar die Förderanträge einzureichen. Das Förderprogramm sei dazu da, die Nutzung von Kultur-, Freizeit,- Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen für Menschen mit Behinderungen zu verbessern oder überhaupt zu ermöglichen. So könnten mit kleinen Investitionen Restaurants, Kinos, Theater, Galerien, Vereine und Veranstaltungsräume  behindertengerechter gestaltet werden, sagte sie.  Private Anbieter werden gegenüber kommunalen Antragstellern allerdings bevorzugt berücksichtigt.

 

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