Tien-Shan-Gletscher

Forscherteam mit TU-Experten: Tien-Shan-Gletscher um 25 Prozent geschrumpft

Ein Forscherteam unter Beteiligung von Tobias Bloch, Kartograf an der TU Dresden, hat eine dramatische Gletscherschmelze im Tien-Shan-Gebirge ermittelt. Die Gletscher des zentralasiatischen Gebirges, das sich über 2.500 Kilometer erstreckt, seien in den vergangenen 50 Jahren um über 25 Prozent geschrumpft. Der Verlust an Gletschermasse sei damit mehr als viermal so groß wie der weltweite Durchschnitt in diesem Zeitraum. Darüber berichtet das Wissenschaftler-Team in einem Beitrag in der Online-Ausgabe des Fachmagazins Nature Geosciences, in dem die Ergebnisse einer Langzeitstudie vorgestellt werden.

Das Schmelzwasser aus dem Tien Shan versorgt die Menschen in Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Turkmenistan und Teilen Chinas mit Trinkwasser. Obwohl es immer knapper wird, während die Bevölkerung in der Region weiter wächst, gibt es bisher nur wenige Informationen über den Zustand einzelner Gletscher. Schätzungen zur Entwicklung der Gletscher waren auf die letzten zehn Jahre beschränkt, heißt es in dem Beitrag.

Die Wissenschaftler haben in ihrer Langzeitstudie Satellitendaten, Feldbeobachtungen und glaziologische Modelle kombiniert, um die Masseveränderungen einzelner Gletscher im Tien-Shan-Gebirge zwischen 1961 und 2012 zu rekonstruieren. Obwohl die Änderungen von Jahr zu Jahr schwanken und bei verschiedenen Gletschern unterschiedlich sind, stellten sie für die gesamte Region einen Rückgang von mehr als 25 Prozent fest. Ursache ist den Forschern zufolge ein vermehrtes Abschmelzen während der Sommermonate.

Die Prognosen der Wissenschaftler für die kommenden Jahre sind alarmierend: Klimamodelle sagen für die kommenden Jahrzehnte weiter steigende Temperaturen voraus, was die Gletscher des Tien Shan immer mehr schwächen wird. Obwohl detaillierte Prognosen bisher fehlen, befürchten die Experten, dass die Hälfte des jetzt noch vorhandenen Gletschereises bis 2050 verloren sein könnte.

Das Institut für Kartographie der TU Dresden forscht seit über zehn Jahren intensiv an der Veränderung der Gletscher in Zentral- und Hochasien. Bereits am 25. August 2015 brechen Wissenschaftler der TU Dresden und der ETH Uni Zürich gemeinsam mit Kollegen aus Kirgisistan wieder in den zentralen Tien Shan auf, um Klimadaten auszulesen und Gletscher vor Ort zu untersuchen.

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