Thema: Asyl in Dresden

saxonia deuschkurs 2011 Marah und Mutter

Saxonia Systems: Dritter Deutschkurs für Asylsuchende erfolgreich beendet

Marah Al Rshidat gehörte im April 2015 zu den Teilnehmerinnen des ersten Deutschkurses, der vom Dresdner IT-Unternehmen Saxonia Systems organisiert wurde. Die 21-jährige war vor einem Jahr zusammen mit Vater und Bruder nach Deutschland gekommen. Ihre Mutter und zwei weitere Geschwister blieben in Damaskus. Seit gut zwei Monaten ist die Familie wieder vereint, in Dresden. Heute nahm die Mutter von Marah als Absolventin des dritten Deutschkurses strahlend das Zertifikat und die Blumen aus den Händen der Verstandvorsitzenden und Initiatorin Viola Klein entgegen.

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Dankesworte auf Deutsch hatten die Kursteilnehmer vorbereitet. Foto: W, Schenk

Marah hat weiter Deutsch gelernt und will im Februar 2016 das C1- Zertifikat ablegen. Das sei Voraussetzung für eine Zulassung zum Studium, sagt sie und erzählt, dass sie in Damaskus bereits zwei Jahre Pharmazie studiert hat. „Ich will mein Studium gern hier fortsetzen und abschließen“, macht sie ihr Ziel deutlich. Der Start könnte im Wintersemester 2016/17 erfolgen. Jetzt denkt sie darüber nach, bis dahin auch Vorlesungen in Chemie oder anderen Fächern als Gasthörerin an der TU Dresden zu besuchen. Noch wichtiger ist jedoch ein Praktikumsplatz, bevor das Studium beginnt.

Die Augen von Viola Klein blitzten vor Stolz, als sie mit Marah ungezwungen auf deutsch plaudert. Eine bessere Bestätigung für den Erfolg der Deutschkurse könne es nicht geben, meinte sie. Für die Zukunft überlegt das Unternehmen, sich bei den Sprachkurs-Angeboten auf technische Berufe zu spezialisieren. Einstiegskurse würden inzwischen auch von der Arbeitsagentur angeboten. Derzeit feile man noch an dem Konzept. „Aber wir machen auf jeden Fall weiter“, sagte Klein.

Den dritten Sprachkurs hatten zwölf Teilnehmer aus Syrien, Eritrea, Irak, Pakistan, Afghanistan, Libyen und Georgien besucht. Weil die Räume bei Saxonia Systems nicht verfügbar waren, half der Ausländerrat aus. Mit allen Kursbesuchern sei vorher ein persönliches Gespräch geführt worden, um sicher zu stellen, dass sie die nächsten acht Wochen auch in Dresden sind und von Montag bis Freitag lernen können, erklärte Klein.

Lena Schulz und Elke Ziegler von den Städtischen Bibliotheken Dresden hatten nicht nur Glückwünsche für die Kursteilnehmer sondern vor allem eine Einladung an alle mitgebracht. „Sie können unsere Angebote kostenlos nutzen. Dazu gehört auch das W-Lan, um mit Freunden und Verwandten in der Heimat Kontakt aufzunehmen“, sagten sie. Die Bibliotheken hätten inzwischen verschiedene Lernmaterialien für die deutsche Sprache angeschafft – für Erwachsene und für Kinder. „Wir wollen mit unserem Angebot anregen, auf jeden Fall weiter zu lernen“, sagte Elke Ziegler. Dazu ermutigte auch Lars Rohwer, Vorstandsvorsitzender des DRK Dresden, die Kursabsolventen. „Lassen Sie sich nicht von der deutschen Grammatik, die sensationelle Dinge parat hat, abhalten“, sagte er und fügte hinzu: „Hautpsache, Sie sprechen.“

Das geschah dann auch bei einem kleinen Imbiss im Hotel Maritim. Ein würdiger Rahmen gehöre nach einem so wichtigen ersten Erfolg für die Kursabsolventen dazu, betonte Saxonia Systems-Chefin Klein.