Die Gesellschaft Historischer Neumarkt fordert eine originalgetreue Gestaltung der Fassade für das Palais Riesch. Quelle: GHND

Gegen die Moderne: GHND pocht auf historische Fassade am Neumarkt

Ein Wiederaufbau des historischen Neumarkts sieht anders aus. Die CG-Gruppe will im Quartier III zwischen Landhausstraße und Rampische Straße, wo früher das Palais Hoym und Palais Riesch standen, auf rund 9000 Quadratmetern moderne Wohn-und Geschäftshäuser bauen. An der Rampischen Straße, wo einst das Palais Riesch war, sei nicht einmal eine historische Fassade möglich, erklärten die Investoren ausdrücklich und lieferten im Januar eine neue Planung, in der vor allem eins optimiert wurde: die Anzahl der Wohnflächen.

Die CG-Gruppe will im Neumarkt-Quartier III zwischen Landhausstraße und Rampische Straße moderne Wohn-und Geschäftshäuser errichten. Quelle: GHND

Die CG-Gruppe will im Neumarkt-Quartier III zwischen Landhausstraße und Rampische Straße moderne Wohn-und Geschäftshäuser errichten. Quelle: GHND

Das Bauvorhaben der CG-Gruppe lässt den traditionsbewussten Mitgliedern der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) die Haare zu Berge stehen. Entschieden weist man dort die neue Darstellung zum Wiederaufbau zurück und pocht auf den alten Entwurf vom November 2015, der zumindest durch die Fassadengestaltung das alte Palais Riesch wieder auferstehen lässt. Dann können zwar nicht so viele Stockwerke in das Gebäude eingezogen werden, wie der Investor es wünscht, aber „eine Flächenreduzierung wäre dem Wiederaufbau nicht nur förderlich, sondern auch angemessen“, formuliert die GHND in einer Mitteilung. Und betont: „Der Entwurf zum Wiederaufbau des Palais Riesch vom 20.11.2015 ist genehmigungsfähig!“
Das sieht die CG-Gruppe anders: Würde man sich an der originalen Fassade des Palais Riesch orientieren, entstünden in den Obergeschossen entschieden zu niedrige und in der Parterre zu hohe Räume. Zudem würden Fenster in der Größe des historischen Vorbilds nicht genügend Licht ins Gebäude lassen.

Dann besser verkaufen

Für die GHND sind solche Argumente nur vorgeschoben, um den Gewinn zu maximieren. So fragt man sich dort, warum nach neuesten Plänen das Palais Riesch ein Drittel mehr an Wohnraum hergeben muss. Der Investor begründete dies mit den erhöhten Kosten für den Wiederaufbau des Palais Hoym, heißt es in der Erklärung der GHND. Man sei sich der Schwierigkeiten der Bebauung bewusst, sagt dazu die GHND. „Deshalb haben wir auch gegenüber dem Investor Verständnis für den Wegfall des Gartens und des Gartenhauses signalisiert, damit an diese Stelle eine weitere Bebauung treten kann. Durch den Wegfall der bedeutenden Gartenanlage kann der Investor zirka 2500 bis 3000 Quadratmeter mehr an Wohnfläche realisieren. (…) Zwingend sollten die Flächen im Palais Riesch reduziert und begrenzt werden. Dies entspreche dem eigentlichen Palais-Charakter. Es geht dabei um 1 ½ Stockwerke oder um zirka Quadratmeter Wohnfläche. Die Wohnflächen können an anderer Stelle des 9.000 Quadratmeter großen Areals untergebracht werden.“
Der Investor soll nochmals alle Möglichkeiten zum Wiederaufbau zu prüfen, so die GHND. Er könnte das Grundstück auch weiterverkaufen, so ein Vorschlag. Laut GHND gibt es einen Interessenten, der das Areal kaufen und dort das Palais Riesch wiedererrichten will.

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