So hat Dresden am 13. Februar der Kriegsopfer gedacht

Die Veranstaltungen am Sonnabend sind friedlich verlaufen. Das Gedenken an die schreckliche Bombennacht in Dresden vor 71 Jahren verlief erstmals in Form von mehreren Einzelveranstaltungen. Die Bürger wurden im Vorfeld durch Vertreter von Politik, Kirche und gemeinnützigen Organisationen aufgerufen, sich eigenverantwortlich für ein würdevolles Gedenken einzusetzen.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) spricht zur Auftaktveranstaltung der Menschenkette am Hietzigbrunnen. Foto: Sebastian Burkhardt

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) spricht zur Auftaktveranstaltung der Menschenkette am Hietzigbrunnen. Foto: Sebastian Burkhardt

Auf dem Heidefriedhof sammelten sich knapp 150 Bürger und gedachten mit niedergelegten Rosen und Nelken der Opfer des Luftangriffes. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) legte gegen 10 Uhr auf dem St.Pauli-Friedhof gemeinsam mit Vertretern der Kirche einen Kranz zum Gedenken an die verstorbenen Zwangsarbeiterkinder nieder. Etwa gegen 12 Uhr startete die neu ins Leben gerufene Veranstaltung „Bürgerbegegnung am 13. Februar“ im Haus an der Kreuzkirche. Dort trugen ein vor dreißig Jahren aus dem Libanon nach Deutschland geflüchteter Mann, ein Kunstprofessor aus Thessaloniki, eine Zeitzeugin der Bombennacht in Dresden und eine Schülerin des Berthold-Brecht Gymnasiums vor etwa hundert Anwesenden ihre Erfahrungen und Ansichten zum Umgang mit dem 13. Februar vor.

Währenddessen versammelten sich schätzungsweise 300 Demonstranten auf einer Kundgebung der AfD auf dem Altmarkt. Die anschließende Kranzniederlegung wurde von lautstarken Zwischenrufen von etwa 50 Gegendemonstranten gestört. Zwischen 15 und 17 Uhr nahmen rund 2000 Leute am „Mahngang Täterspuren“ teil. Sie zogen durch die Innenstadt, vorbei an ehemaligen NS-Verwaltungsgebäuden, und erinnerten an die Verbrechen unter dem Nazi-Regime.

13.000 Dresdner reihten sich in die Menschenkette ein

Gegen 17.30 Uhr begann die Auftaktveranstaltung zur Menschenkette am Hietzigbrunnen neben der Kreuzkirche. Oberbürgermeister Hilbert, TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen und Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bedankten sich bei rund 300 Teilnehmern und forderten mehr Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz. „Der 13. Februar mahnt uns, die Menschen nicht zu vergessen, die in diesen Tagen Opfer von Krieg, Terror und Vertreibung werden“, so Hilbert. Anschließend formierten sich die Dresdner zur Menschenkette durch die Innenstadt. Erstmals führte sie dabei auch durch den Zwinger. Punkt 18 Uhr fassten sich knapp 13.000 Dresdner Hand in Hand und führten die Menschenkette unter dem Läuten der Kirchenglocken über Albert- und Carolabrücke, vorbei an Königsufer, Theaterplatz, Altmarkt, Neumarkt und Postplatz. Unter Beifall wurde die Menschenkette nach knapp zehn Minuten aufgelöst. Wie bereits der gesamte Tagesverlauf, verlief der Abend ebenfalls störungsfrei und endete 21.45 Uhr mit erneutem Ertönen der Kirchenglocken.

Rechtsextreme zogen am Freitag durch Prohlis

Ganz ohne Nazis ging es am Wochenende dann doch nicht. Am Freitagabend zogen etwa 500 Angehörige rechter Kameradschaften bei einer spontan angemeldeten Demonstration durch den Stadtteil Prohlis. Da sich auch Gegendemos ankündigten, sicherten etwa 1000 Einsatzkräfte der Polizei mit Wasserwerfern und Räumfahrzeugen das Gebiet kurzfristig ab. Die Versammlungen wurden letztlich friedlich beendet. 

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