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150 bis 180 interessierte Anwohner, Grundstückseigentümer, Stadträte und Ortsbeiräte sind zur Präsentation des Masterplanes Leipziger Vorstadt – Neustädter Hafen ins Brauhaus Watzke gekommen. Foto: W. Schenk

Masterplan: Hochwasserschutz für Leipziger Vorstadt machbar und wirtschaftlich

Die Leipziger Vorstadt soll langfristig einen Gebietshochwasserschutz erhalten. „Der Hochwasserschutz ist technisch machbar und absehbar wirtschaftlich“, sagte Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen heute bei der Präsentation des mit dem Freistaat abgestimmten Hochwasserschutzkonzeptes. Die Auswertung des Hochwassers vom Sommer 2013 hätte ergeben, dass  bei einem HQ100 „voraussichtlich größere Bereiche überschwemmt würden“, als im Modell von 2008 prognostiziert. Grund sei der um 10 bis 20 Zentimeter höhere Wasserspiegel. Weil das Schadenspotential bei einem Jahrhunderthochwasser bei einem Zeitwert von rund 32 Millionen Euro (Neuwert 53.2 Millionen Euro) liege, wäre ein durchgehender Hochwasserschutz zwischen Marienbrücke und Pieschener Winkel auch wirtschaftlich vertretbar. Das, so Jähnigen, sei eine gute Nachricht für den Stadtteil Pieschen.

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Eva Jähnigen und Stefan Szuggat stellten heute den Masterplan Leipziger Vorstadt – Neustädter Hafen vor. Fotos: W. Schenk

Mit diesen Vorgaben des Hochwasserschutzes könnten nunmehr alle im Bereich der Leipziger Vorstadt geplanten Bauvorhaben weiter entwickelt werden. „Sie müssen so gesteuert werden, dass sie einen künftigen Gebietsschutz nicht unmöglich machen“, sagte Jähnigen. Der durchgehende Hochwasserschutz würde am Ende aus einer Kombination verschiedenster Maßnahmen wie festen und mobilen Schutzwänden, Anheben der Fußbodenhöhe im Erdgeschoss oder Aufschüttungen bestehen. „Es sollen alle Elemente genutzt werden, damit sich der Hochwasserschutz gut in das Stadtbild einfügt“, betonte Jens-Olaf Seifert, Abteilungsleiter im Umweltamt.

Größter Streitpunkt bei der Fortschreibung des Masterplans Leipziger Vorstadt – Neustädter Hafen ist neben dem Hochwasserschutz die Ansiedlung eines Globus SB-Marktes. Stefan Szuggat, Leiter des Stadtplanungsamtes, erklärte, dass aufgrund widersprüchlicher Beschlüsse mit zwei Planungsvarianten gearbeitet werde. Er machte klar, dass bei der Ansiedlung von Globus der Wohnungsbau auf dem benachbarten Grundstück nicht möglich sei. Dort will die Hamburger Procom Invest 370 Wohnungen bauen.

Um die Globus-Pläne zu verhindern, hat sich die Allianz für Dresden gegründet. „Ein Globus-Markt in der Leipziger Vorstadt ist stadtunverträglich, schädigt den vorhandenen Einzelhandel, verschärft die Überversorgung und verursacht eine unzumutbare Verkehrsbelastung“, hat Allianz-Sprecher Edwin Seifert heute auf der Bürgerversammlung zur Vorstellung des Masterplanes noch einmal unterstrichen.

Masterplan Variante 1: Ohne Globus SB-Markt, auf dem Feld 5 ist eine Mischbebauung aus kleinteiligem Wohnen, Gewerbe, Kultur und Bildung geplant

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Masterplan Variante 2: Kommt der Globus SB-Markt (Feld 5), sehen die Planer keinen Wohnungsbau auf Feld 4.

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Etwa 150 bis 180 Anwohner, Grundstückseigentümer, Stadträte und Ortsbeiräte waren in den Ballsaal des Brauhauses Watzke gekommen, wo Jähnigen und Szuggat den Masterplan Leipziger Vorstadt – Neustädter Hafen vorgestellt haben. Vertreter von Globus, Procom Invest aus Hamburg oder USD-Immobilien, Architekten, die Konsum-Vorstände und weitere Vertreter des Einzelhandels verfolgten die Präsentation und die Fragerunde. Mehrfach musste Jähnigen die derzeit durch den Stadtrat verursachte widersprüchliche Beschlusslage erläutern, die dazu führt, dass die Verwaltung eine Variante mit und eine ohne Globus SB-Markt plant.

Bis zum 4. April können nun Stellungnahmen beim Stadtplanungsamt eingereicht werden. Szuggat geht davon aus, dass im vierten Quartal des Jahres im Stadtrat eine Entscheidung zum Masterplan fällt. Dann sei auch klar, wie es mit den Globus-Plänen weitergeht. Sollte der Masterplan einen SB-Markt ablehnen, müsste der Stadtrat seinen Aufstellungsbeschluss für den Globus SB-Markt wieder aufheben.

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