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ADFC Dresden fordert zehn Planerstellen für Radverkehr im Doppelhaushalt

Zehn Stellen für die Planung von Verkehrsanlagen für Radfahrer und Fußgänger hat der ADFC Dresden für den Doppelhaushalt 2017/18 gefordert. „In den vergangenen zwei Jahren sind von 13 geplanten Projekten nur drei umgesetzt worden, eins werde noch fertiggestellt und neun bleiben unerledigt“, kritisierte Nils Larsen, Vorstandsmitglied beim ADFC Dresden. Allein auf dem Elberadweg sind fünf geplante Abschnitte nicht saniert worden. Wenn das Personal für die Planung, Ausschreibung und Auftragsvergabe fehle, würden auch Fördergelder in erheblicher Höhe nicht fließen, so Larsen weiter. Immerhin könnten bei Radverkehrsvorhaben Zuschüsse von bis zu 90 Prozent eingeworben werden.

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Dresden liegt bei Unfällen mit Radfahrern an der Spitze – Daten von 2010 bis 2012. Quelle: ADFC Dresden

„Die Planerstellen sind das A und O bei der Umsetzung von Radverkehrsprojekten“, ergänzte Vereinskollege Rolf Leonhardt heute bei der Präsentation der ADFC-Positionen zum Radverkehrskonzept der Stadt und zum Doppelhaushalt 2017/18. Die Radexperten forderten darüber hinaus eine sofortige Bearbeitung der Unfallschwerpunkte. In dem rund 800 Kilometer umfassenden Radwegenetz der Stadt gebe es etwa 300 solcher Gefahrenstellen. Als Unfallschwerpunkt gelte ein Straßenbereich dann, wenn hier innerhalb eines Jahres fünf gleichartige Unfälle oder innerhalb von drei Jahren fünf schwere Unfälle verzeichnet wurden. Auch dafür seien die Planersteller dringend erforderlich.

Am gerade vorgelegten Radverkehrskonzept für die kommenden zehn Jahre bemängelten die Radverkehrsexperten das Fehlen eines klaren Zeitplanes. In der Entwurfsphase, in der auch der ADFC mitgearbeitet habe, seien klare Fristen erarbeitet worden, sagte Larsen. Diese würden in der jetzt vorliegenden Endfassung des Entwurfes fehlen. Der ADFC plädiert dafür, das Konzept, das voraussichtlich im Frühjahr 2017 vom Stadtrat verabschiedet wird, innerhalb von acht Jahren umzusetzen. Es sei nicht zu verstehen, warum im aktuellen Haushaltsentwurf für die kommenden zwei Jahre keine Mittel für die Realisierung der im Radverkehrskonzept geplanten Maßnahmen eingestellt würden.

Bei der Vorstellung des Radverkehrskonzept-Entwurfs Ende Oktober hatte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) erklärt, dass in den kommenden zehn Jahren 44,6 Millionen Euro in die Verbesserung der Radwegeinfrastruktur investiert werden sollen. Ein Anteil von rund 30 Millionen Euro seien Fördergelder. Auf 450 Einzelmaßnahmen hätten sich alle an der Ausarbeitung des Konzeptes beteiligten Experten und Vereine verständigt. Die ADFC-Experte Larsen und Leonhardt bekräftigten heute, dass ohne die nötigen personellen Ressourcen in der Stadtverwaltung die Umsetzung des gesamten Konzeptes in den Sternen stehe.

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