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Anschlag auf Fatih Camii Moschee in Cotta offenbar aufgeklärt – Verdächtiger in Haft

Der Anschlag auf die türkische Fatih Camii  Moschee im Stadtteil Cotta ist offenbar aufgeklärt. Ein 29-jähriger Mann sei gestern festgenommen worden und sitze in Untersuchungshaft, teilte die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft heute mit. Er wird verdächtigt, am 26. September gegen 22 Uhr die Sprengsätze bei der Moschee und wenig später am Congress Center gelegt zu haben. Zum Zeitpunkt des Anschlages befanden sich der Imam, dessen Ehefrau und zwei Kinder in dem Haus. Die Ermittler hatten unter anderem öffentlich mit Videoaufnahmen nach dem Verdächtigen gefahndet.

Nach umfangreichen Ermittlungen und zwei Hausdurchsuchungen seien diverse Gegenstände sichergestellt worden, mit denen Spreng- und Brandvorrichtungen hergestellt werden könnten, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Die DNA des festgenommenen Verdächtigen würde mit den „an verschiedenen Tatmitteln gesicherten DNA-Spuren übereinstimmen“, so die Ermittler. Der Beschuldigte müsse sich auch wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion auf der Freitreppe des  Internationalen Congress Centrums (ICC) in Dresden und den platzierten Sprengattrappen im Bereich der Dresdner Marienbrücke verantworten, heißt es weiter.

Der Leipziger Polizeipräsident Bernd Merbitz hatte gegenüber mdr.de bestätigt, dass der verdächtige Nino K. im Sommer 2015 als Redner bei Pegida in Dresden aufgetreten sei. Innenminister Markus Ulbig (CDU) zeigte sich erleichtert über den Ermittlungserfolg. Er sei das „Ergebnis eines konsequenten Vorgehens des Freistaates gegen fremdenfeindliche Bestrebungen und zeigt, dass das gemeinsame Sonderdezernat von Polizei und Justiz zur Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität und das Operative Abwehrzentrum eine schlagkräftige Einheit bilden“, erklärte Ulbig.

 

 

Pegida-Anführer Lutz Bachmann bestätigte auf seiner Facebookseite den Auftritt von Nino K. als Redner und ging auf Abstand. „Pegida distanziert sich ganz klar und unmissverständlich von jeglicher Gewalt und wiederholt hiermit die Auffassung und Direktive, dass Gewalt niemals ein Mittel im politischen Diskurs sein darf“, schreibt Bachmann. Er hatte sich früher auch von eigenen menschenverachtenden Äußerungen distanziert und dies später dann deutlich relativiert. Inzwischen ist er wegen Volksverhetzung rechtskräftig verurteilt worden. Bachmann kündigte auf seiner Facebook-Seite weitere Recherchen über die Rolle des jetzt festgenommenen Pegida-Redners an. So sei dieser am 26. September 2016 auf Fotos von einer Demo der Festerling-Anhänger zu sehen. Dies seien die Gegner von Pegida und des Orga-Teams, so Bachmann.

Der Dresdner Valentin Lippmann, innenpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag betonte, dass „Sachsens Polizei und Justiz den Verfolgungsdruck auf die rechte Szene weiter erhöhen und Straftäter zügig vor Gericht bringen müsse, damit derartige Straftaten bereits im Keim erstickt werden“. Die Pegida-Anhänger sollten sich endlich bewusst machen, „dass aus Hass und Worten auch schlimmste Straftaten entstehen können. Das ist nun endgültig offenbar geworden“, so Lippmann.

 

 

 

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