bamf app ankommen
Die Ankommen-App des BAMF ist zunächst in Deutsch, Englisch, Französisch, Farsi und Arabisch verfügbar. Grafik: W. Schenk

BAMF startet Ankommen-App für Flüchtlinge – klare Hinweise zum Umgang mit Frauen

Nach vielen ehrenamtlichen Initiativen für Web und App hat nun auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eine Anwendung für Smartphones an den Start gebracht. Die App mit dem Namen „Ankommen“ soll Asylbewerber und Flüchtlinge auf dem Weg durch das Asylverfahren helfen und Fragen zur Arbeit, zur Ausbildung oder zur Schulbildung für Kinder beantworten. Die App soll ein „Wegbegleiter zur schnellen und umfassenden Orientierung während der ersten Wochen“ sein und ist „auf die unmittelbaren Lebensbedürfnisse neu in Deutschland ankommender Menschen zugeschnitten“, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung der Behörde.

Unter dem Menüpunkt „Umgang zwischen Männern und Frauen“ betonen die Autoren der App  „die Gleichstellung von Mann und Frau als unantastbares Grundrecht“. Eine Frau könne jederzeit Nein sagen, wenn sie etwas nicht möchte, heißt es in dem Erklärtext. „Keiner hat das Recht, einen anderen zum Sex zu zwingen. Auch in der Ehe nicht.“ Mit diesem Hinweis enden die Erläuterungen zum Zusammenleben und zur sexuellen Selbstbestimmung von Männern und Frauen.

App mit multimedialem Sprachkurs

Bestandteil der App ist außerdem ein kostenloser, multimedialer Sprachkurs, der eine alltagsnahe Unterstützung für die ersten Schritte auf Deutsch bietet. Nach eigenen Angaben handelt es sich um eine „bundesweit bisher einmalige Service- und Lern-App“, die gemeinsam vom BAMF, der Bundesagentur für Arbeit und dem Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk realisiert wurde.

Die Ankommen-App steht zunächst in den Sprachen Arabisch, Englisch, Farsi, Französisch und Deutsch zur Verfügung und soll nach dem Download auch ohne Internetzugang nutzbar sein. Verfügbar sind Versionen für Android und IOS.

Angebote aus Dresden: ichhelfe.jetzt, afeefa.de und welcome-App

In Dresden wurden bereits ein Reihe von Angeboten für Flüchtlinge entwickelt. Bereits im Juni 2015 startete die Online-Plattform afeefa.de, ein Angebot in zehn Sprachen, um den Flüchtlingen die Orientierung in Deutschland und Dresden zu erleichtern. Konkrete Hilfsangebote und Gesuche können hinterlegt werden, Angebote sind zudem auf dem Stadtplan schnell zu finden.

Die Vermittlungsplattform ichhelfe.jetzt startete im August 2015 und will deutschlandweit Hilfsangebote für Flüchtlinge einsammeln. Die von Spendern angebotenen Zeit- und Sachspenden können von Hilfsorganisationen abgerufen werden. Die Gründer der Plattform, die Dresdner Ärzte und Sozialunternehmer Johannes und Anja Bittner, wollen Spender und Hilfsorganisationen auf kurzem Weg zusammenbringen. Inzwischen ist der Verein Dresden – Place to be! e.V. der Projektträger der Plattform und übernimmt unter anderem die Entgegennahme der Spenden für dieses Portal.

Auch die von den beiden Unternehmen Saxonia Systems und Heinrich & Reuter Solutions GmbH (HeiReS) entwickelte Welcome-App  ist ein deutschlandweites Angebot. Sie enthält Informationen über alle Belange von Asylbewerbern wie beispielsweise Asylberatung, Sprachkurse, Notfallhilfe, Religion, Kleidungs- und Nahrungsspenden, aber auch Freizeitgestaltung und Begegnungsstätten. Die allgemeinen Informationen sollen Schritt für Schritt durch lokale Adressen und Ansprechpartner ergänzt werden. Bisher sind die lokale Angaben aus Drsden, Dortmund, Frankfurt am Main, Göttingen und München integriert. Für weitere fünf Städte würden derzeit die Daten integriert, heißt es im aktuellen Welcome-App-Newsletter. Mehr als 15.000 Mal sei die App bis Ende 2015 heruntergeladen worden.

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