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BRN 2016: Ordnungsamt will Vergaberichtlinie für Stände bis 18. März vorlegen

Dresdens Ordnungsamtschef Ralf Lübs hat heute im Ortsbeirat Neustadt Berichten widersprochen, nach denen sich die Veranstalterfläche bei der BRN 2016 um bis zu 40 Prozent reduzieren würde. In den letzten Jahren sei die Fläche ständig gewachsen, sagte er. 2011 lag sie bei 3.800 und 2014 bei 7.400 Quadratmetern. 2015 ging sie leicht zurück auf 7.000 Quadratmeter. Für 2016 wird ein neues Sicherheitskonzept diskutiert. Die Fläche werde sich um etwa 10 bis 15 Prozent reduzieren, die Anzahl der Stände für die Neustädter werde nur minimal oder gar nicht sinken, ergänzte Frank Schröder, dessen Agentur im Auftrag des Ordnungsamtes die Vorlage für das neue Sicherheitskonzept erarbeitet hat.

Lübs kündigte an, die Vergaberichtlinien für die Straßen-Sondernutzungen bei der BRN 2016 bis zum 18. März fertig zu stellen. Wichtigste Änderungen im Vergleich zum Vorjahr sollen freie Kreuzungsbereiche an den größten Brennpunkten und die einseitige Bebauung mit Ständen in den am meisten besuchten Straßen sein. Rings um Bühnenbereiche würden Sicherheitszonen eingerichtet, in denen keine weiteren Stände zugelassen sind. Ob es dem Ordnungsamt gelingen werde, die Einhaltung der Vergaberichtlinien zu kontrollieren, hänge von der Personalsituation ab, meinte Lübs. So soll es nicht erlaubt sein, Standgenehmigungen an Dritte weiter zu reichen. Diese Praxis aus den vergangenen Jahren soll unterbunden werden. Lübs betonte, dass das Ordnungsamt nicht allen Empfehlungen der Agentur Schröder folgen werde. Das Dokument zum BRN-Bebauungsplan (siehe Link) sei darum nicht endgültig, sagte er. So werde man sich zum Beispiel dem Vorschlag des jahresweisen Wechsels der Straßenseite bei der einseitigen Bebauung nicht anschließen.

Der Ortsbeirat sprach sich einhellig dafür aus, zusätzliche befristete Standgenehmigungen tageweise zwischen 9 und 18 Uhr zu vergeben. Da tagsüber und besonders am Sonntag deutlich weniger Publikum unterwegs sei, würden zum Beispiel Angebote für Kinder und Familien davon profitieren. Das Ordnungsamt solle auch die Standvergabe auf der Fläche an der Königsbrücker Straße 8 und dem Scheunevorplatz in den Richtlinien mit regeln. Ob die Behörde von wissenschaftlichen Untersuchungen der TU Dresden profitieren kann, bei denen im Auftrag der Regierung Saudiarabiens ein Managementsystem zur Planung und Steuerung von Pilgerströmen während der Hadsch in Mekka entwickelt wurde, ist offen. Zumindest will sich Lübs die Ergebnisse von Mathias Kasper, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschaft und Verkehr, erläutern lassen. Kapser hatte während der Ortsbeiratssitzung auf entsprechende Forschungen hingewiesen.

Die von Torsten Schulze und Ulla Wacker im Namen der Schwafelrunde kürzlich geforderte öffentliche Informationsveranstaltung zu den Vergaberichtlinien bei der BRN ist für den 17. März geplant. Wacker kündigte heute eine entsprechende Anwohnerversammlung an. Ortsamtsleiter André Barth plädierte für eine gemeinsame Veranstaltung von Ortsamt und Schwafelrunde.

Lübs bezifferte die Kosten der Stadtverwaltung für Rettungsdienste, Reinigung und andere Maßnahmen rings um die BRN mit 60.000 Euro. Die Einnahmen aus den Standgebühren würden bei 30.000 Euro liegen.

 

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