Zum Jahresbeginn 2017 wird es in der neuen Spielstätte im Kraftwerk Mitte eine Neuauflage der Operette  "Die Fledermaus" geben -  etwas opulenter und  mit großem Ballsaal. Foto: Stephan Floß
Zum Jahresbeginn 2017 wird es in der neuen Spielstätte im Kraftwerk Mitte eine Neuauflage der Operette „Die Fledermaus“ geben – etwas opulenter und mit großem Ballsaal. Foto: Stephan Floß

Dresden – a wonderful town: Staatsoperette stellt neuen Spielplan vor

Das Jahr 2016 hat gerade erst angefangen – doch an der Staatsoperette fiebert man bereits seinem Ende und dem Beginn des nächsten Jahres entgegen. Dann endlich wird im neuen Haus im Stadtzentrum gesungen, getanzt und gespielt. Während dort, im Kraftwerk Mitte, der Innenausbau in vollem Gange ist, steht das, was demnächst – also 2017 – ins Programm kommt, bereits fest.

staatsoperette klepsch schaller

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) und Intendant Wolfgang Schaller. Foto: Th. Wolf

„Wir haben seit Jahren überlegt, womit man den Neubau eröffnen könnte“, macht es Operetten-Intendant Wolfgang Schaller noch etwas spannend. „Klar war: Es soll eine klassische Operette sein. Klar war auch: Es soll ein bekannter Komponist sein.“ Um es aufzulösen: Die Wahl fiel auf Jacques Offenbach, der seinen „Orpheus in der Unterwelt“ herumgeistern ließ. „Was passt besser in die aktuelle Zeit als ein Orpheus, der so verunsichert ist, dass er die Unterwelt kennenlernen will?“, fragt Wolfgang Schaller. Das Ganze startet am 17. Dezember in großer Besetzung und mit allem, was die Staatsoperette zu bieten hat – Sänger, Chor und Ballett. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch freut sich darauf. „Angesichts der zerschlissenen Immobilien in Leuben und Briesnitz war der Neubau die beste Entscheidung, die der Stadtrat treffen konnte“, sagte sie heute.

Erst Leonard Bernstein, dann „Die Fledermaus“

Staatsoperette Zar Saltan

In „Das Märchen vom Zaren Saltan“ – hier mit Maria Perlt und Richard Samek – wird es ein neues Meer geben. Foto: Stephan Floß

Nicht mal eine Woche später folgt dann mit „Wonderful Town“ das unbekannte Musical eines bekannten Komponisten. Es ist ein Frühwerk Leonard Bernsteins, „unbeschwert und leicht“, sagt Kapellmeister Peter Christian Feigel. „Eine tolle, frische und spannende Musik“, beschreibt er die Töne, welche die Story der beiden Mädchen umspielen, die aus Ohio in die Großstadt New York kommen und dort die Liebe finden, jene zur Stadt und überhaupt. Jeder Dirigent freue sich, wenn er mit Bernstein zu tun habe, meint der Kapellmeister, „und bei diesem Stück lohnt es sich besonders, es noch bekannter zu machen“. Es sei außerdem eine Hommage an die Elbestadt: „Dresden – a wonderful town.“

Die große Eröffnungsgala folgt dann einen Tag vor Silvester und zum Jahresbeginn wird das, was man bereits hatte, etwas aufgefrischt. So gibt es „Die Fledermaus“ im Kraftwerk Mitte etwas opulenter und „endlich mal mit großem Ballsaal“, freut sich der Intendant. Im „Märchen vom Zaren Saltan“ gebe es ein neues Meer und im „Weißen Rößl“ stehe das Karussell auf einem drehbaren Ring. Wiederaufnahmepremieren heißt das bei den Theatermachern, die alte Stücke umchoreografieren und den neuen Spielraum künstlerisch wie technisch richtig ausloten wollen.

Ab Mitte Mai Kartenverkauf im Container am Wettiner Platz

Eine echte Premiere kommt dann mit „Die Hochzeit des Figaro“ im Mai 2017 auf die neue Bühne. Und Chefdirigent Andreas Schüller, der meint, man brauche „Mozart wie die Luft zum Atmen“, weiß: „Von allen Mozart-Opern funktioniert diese in deutscher Sprache einfach am besten.“ Zu Mozarts Zeiten habe man auf Italienisch gesungen. „Aber bei der Kompliziertheit der Handlung und der Direktheit der Emotionen ist es mit muttersprachlichen Sängern besser.“ Und die Muttersprache der meisten Ensemblemitglieder sei Deutsch. Übrigens: Die Oper als solche steht jetzt nicht mehr nur im Repertoire, sondern auch im Namen. Neben dem neuen Logo „SO!“ wird nun getitelt: „Staatsoperette Dresden“ und darunter: „Musical und Oper“. Man wolle damit den Spielplan-Umfang des Hauses auf den ersten Blick klarmachen, heißt es.

Übrigens: Die Karten für die erste Kraftwerk-Saison gibt es ab Mitte Mai dieses Jahres in einem Container am Wettiner Platz. Bis dahin geht es im Leubener Haus in gewohnter Weise weiter, ab Herbst, wenn bereits gepackt und geräumt wird, jedoch etwas reduzierter. „Aber wir haben auch dann ein paar schöne Projekte“, verspricht Intendant Wolfgang Schaller.

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