Wachstumsregion Dresden

Dresden beteiligt sich an Rückkehrer-Projekt „Ab in die Wachstumsregion Dresden“

Rund 53.000 Menschen haben zwischen 1999 und 2010 Sachsen in Richtung alte Bundesländer verlassen. Etwa 5.400, also gut zehn Prozent, sind inzwischen wieder zurückgekehrt. Besonders profitiert haben davon der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und der Erzgebirgskreis, ermittelte eine Rückkehrerstudie des Leibnizinstitutes für Länderkunde in Leipzig. Seit der Wende sind fast zwei Millionen Ostdeutsche abgewandert.

Hantschke, Friedrich, Hohlfeld

Halfen Philipp Friedrich (m.) bei der Rückkehr nach Sachsen: Kamenz‘ Wirtschaftsreferentin Doreen Charlotte Hantschke und Jörg Hohlfeld von der Agentur für Arbeit.

Die Initiative „Ab in die Wachstumsregion Dresden“ bemüht sich seit Sommer 2014 um gezielte Hilfe für Rückkehrer nach Sachsen. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Städte Kamenz, Radeberg, Großenhain Pulsnitz und Großröhrsdorf sowie des Landkreises Bautzen. Seit heute ist auch die Landeshauptstadt mit im Boot. „Es nutzt uns nichts, wenn Dresden wächst und das Umland schrumpft“, erläuterte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) die Motive, sich der Initiative anzuschließen. Wenn das Umfeld attraktiv bleibe, profitiere auch Dresden davon. Mit dem Beitritt Dresdens bekomme die Region nun auch das nötige Gewicht, ist sich Initiator Roland Dantz, Oberbürgermeister von Kamenz, sicher. Ansonsten wäre es so, als würde der Schwanz mit dem Hund wackeln, meinte er.

Um die Abgewanderten zu erreichen, würden viele Möglichkeiten genutzt. Besonders gut geeignet seien die Weihnachtszeit oder auch Heimatfeste, erzählt Dantz. So hätten sich beim Forstfest in Kamenz am Stand der Rückhol-Initiative gut 300 Interessierte gemeldet. Es sei schon eine Überlegung wert, ob man sich im Umfeld von München ein Haus für 800.000 Euro kaufe oder doch eine Alternative in der Heimat suche, sagte Dantz.

Genau hier will die Initiative ansetzen. Den Rückkehrwilligen werde Beratung und Hilfe bei der Suche nach passenden Wohnungen oder Grundstücken angeboten, Ansprechpartner für die Kinderbetreuung oder die Schule vermittelt. Entscheidend, so Doreen Charlotte Hantschke, Wirtschaftsreferentin in Kamenz, sei aber am Ende das passende Jobangebot. Ein vielleicht geringerer Verdienst als im Westen könne durch niedrigere Mieten oder Kaufpreise, günstigere Kita-Beiträge und andere Preisvorteile ausgeglichen werden, meinte sie. Auch hier habe die Initiative inzwischen viele Informationen zusammengetragen.


Rückkehrer-Initiativen:

>> Ab in die Wachstumsregion Dresden
>> Sachse komm zurück (IHK-Fachkräfteportal)
>> Heimat für Fachkräfte
>> Wieder da (Landkreis Bautzen)

Rund 200 Anfragen seien im vergangenen Jahr bearbeitet worden. Und natürlich gibt es Erfolgsmeldungen. Wie die von Philipp Friedrich aus Radebeul, der zwei Jahre lang Wochenendpendler war. Mit Hilfe des Rückkehrerprojektes hat der Rohrnetzmeister und Fachmann für Trinkwasserversorgung jetzt einen Job bei Infineon gefunden. „Das ist wie ein Sechser im Lotto“, meinte Friedrich. Er sei mit seiner Freundin zusammen gezogen, könne Freunde und Familie wieder regelmäßig treffen. „Und ich kann wieder ruhiger schlafen“, sagt Friedrich.

Oder die Zahnärzte Andreas Stuhr und Stefanie Oppermann-Stuhr – er aus Neubrandenburg, sie aus Freiberg – die von Rosenheim nach Kamenz gezogen sind. Die Zahnärztin schmückt zusammen mit ihren beiden Kindern die große Werbetafel für das Rückkehrerprojekt. Kinderbetreuung und berufliche Perspektive waren in Kamenz einfach besser miteinander in Einklang zu bringen.

Das Projektbudget ist mit 90.000 Euro für 2016 nicht gerade üppig. 75 Prozent sind Fördermittel, den Rest steuern die Mitgliedskommunen bei. Für Dresden sind das zwischen 2.000 und 3.000 Euro, sagte Hilbert. In diesem Jahr sollen abgewanderte Sachsen aus der Region gezielt angeschrieben werden, erklärte Wirtschaftsreferentin Hantschke, Dabei könne man sich auf Angaben der Meldebehörde stützen. Der Datenschutz werde nicht verletzt, versicherte sie.

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