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Dresdner ADFC erneuert Forderung nach Radfahrbüro

Der Dresdner ADFC hat seine Forderung nach einem Radfahrbüro erneuert. „Lange habe ich gedacht, dass fehlendes Geld den Stillstand verursacht. Seit letztem Jahr wissen wir, dass die Haushaltmittel für Radverkehrsinvestitionen seit Jahren nur zu einem Bruchteil ausgegeben werden“ sagt Nils Larsen, Vorstandsmitglied im ADFC Dresden e.V. Bereits im Sommer 2015 hatte der ADFC ein Radfahrbüro gefordert.
Obwohl im vergangenen Jahr nicht verbrauchte Mittel in Höhe von 1,65 Millionen Euro aus dem Jahr 2014 zur Verfügung standen, sollten nur knapp eine Million investiert werden. Dabei hatte die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit für die Jahre 2015 und 2016 je eine Million Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt, um den Radwegeausbau zu beschleunigen.
Larsen Nils ADFC

Nils Larsen, Vorstandsmitglied im Dresdner ADFC. Foto: Archiv

Der ADFC fordert Auskunft über die Verwendung der Mittel und vermutet zudem, dass großzügige Förderangebote des Landes, des Bundes und der EU nicht genutzt und der Stadt dadurch mehrere Millionen Euro jährlich verloren gehen. Ursachen sieht das ADFC-Vorstandsmitglied  in der ineffiziente Struktur der Stadtverwaltung im Radverkehrsbereich. „Es gibt keine Person in der Stadtverwaltung, die sich ausschließlich mit Radverkehr beschäftigt. Radverkehrsthemen werden in mehreren verschiedenen Ämtern bearbeitet. Es fehlen Verwaltungsstrukturen für eine Koordination von Maßnahmen, für die Prioritätensetzung, die Einwerbung von Fördermitteln und zur Überwachung aller Planungen hinsichtlich der Radfahrbelange“, weist Larsen zum wiederholten Mal auf Missstände hin.
Andere Großstädte, wie zum Beispiel Frankfurt am Main,  hätten wesentlich weiter entwickelte Strukturen. Der ADFC spricht sich für 4 bis 5 Vollzeitstellen ausschließlich für den Radverkehr sowie für die Schulwegesicherheit aus. Diese sollten in einem Radfahrbüro konzentriert werden. Der Stadtrat sollte hier mehr Initiative bei Radverkehrsthemen zeigen, so Larsen.
Als Lichtblick bezeichnete der ADFC die neue Gesprächskultur des Baubürgermeisters Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Er hätte zwar keine unüberlegten Versprechungen gemacht und auch keine schnellen Lösungen aus dem Ärmel gezogen, aber sehr aufmerksam zugehört und ernsthafte Signale gesendet, die schlechte Situation grundlegend verbessern zu wollen.
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