Linke und SPD: Für Gymnasium Prohlis fehlen Standort, Schulkonzept und Personal

Stadträte von SPD und Linken sehen den Zeitplan für die Gründung des Gymnasiums Prohlis in Gefahr. Den von der CDU ins Spiel gebrachten alternativen Standort lehnen sie ab. „Bis heute liegt von der Stadtverwaltung kein Vorschlag für den Gründungsstandort vor“, kritisierte Dana Frohwieser, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion. Den Einwand aus der CDU-Fraktion, dass die Betriebsgenehmigung für den Standort Boxberger Straße durch die Nutzung als Flüchtlingsunterkunft verfallen sei, lässt sie nicht gelten.

Frohwieser Dana

Dana Frohwieser: Es fehlt ein Standortvorschlag der Stadtverwaltung. Foto: W. Schenk

Dies könne mit der geplanten Sanierung des Schulgebäudes wieder korrigiert werden, sagte sie. Auch die Bildungsagentur sei in der Pflicht, betonte Frohwieser. „Bis heute gibt es weder ein Schulkonzept noch eine Personalplanung“, sagte sie. Der Start mit 30 bis 40 Schülern in Klassenstufe 5 sei an einem Ausweichstandort möglich. „Langsam wird die Zeit knapp“, so Frohwieser.

„Die bildungspolitischen Bedürfnisse vor Ort in Prohlis müssen endlich vom Kultusministerium und der Sächsischen Bildungsagentur zur Kenntnis genommen werden“, meint Anja Apel, die für die Linke-Fraktion im Bildungsausschuss sitzt. Dresden habe eine bedeutende Universität, welche neue Schulentwicklungen begleiten kann und dafür auch Ideen entwickelt hat. „Wenn die sächsische Bildungsagentur sich nicht in der Lage sieht, eine Neugründung zu begleiten, müssen andere  Verantwortliche gefunden werden, welche die fachlichen Voraussetzungen mitbringen“, verschärft Apel die Kritik.

Die CDU-Stadtratsfraktion hatte im Dezember ein Grundstück in der Windmühlenstraße als alternativen Standort für das Gymnasium Prohlis ins Gespräch gebracht. Allerdings müssten dort die Eigentumsverhältnisse von Grundstücken neu geordnet werden, um eine ausreichend große Baufläche zu gewinnen. Für diese Flächen existiere „nicht einmal ein Bebauungs­plan“, wendet Frohwieser ein. Vor 2025 wäre ein solcher Neubau nicht fertigzustellen. Hinzu komme, dass die Windmühlenstraße in Niedersedlitz aus dem Programm „Soziale Stadt“ nicht förderfähig wäre, sagte Frohwieser und Apel ergänzte. „Jede Idee, welche die Gründung eines Gymnasiums in Prohlis auf weitere Jahre verhindert, werden wir ablehnen“. Das Gymnasium in Prohlis müsse nun endlich eröffnet werden. 

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