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Leuchte, Stadion, mit hellem Schein – Adventskonzert des Kreuzchores

 

Wenn eine Sache zum dritten Mal stattfindet, spricht man von einer Tradition. Doch für die Dresdner dürfte das Adventskonzert des Kreuzchores im Stadion bereits nach der 2. Auflage eine lieb gewordene Tradition geworden sein. Schließlich sorgten die Kruzianer wieder für  besonders emotionale Momente in der Vorweihnachtszeit. In diesem Jahr hatten sie mit der Popsängerin Cassandra Steen, Musicalstar Amber Schoop und Schauspieler Thomas Rühmann  profunde Unterstützer in ihrem Programm. So wechselten sich die rührigen Knabenstimmen mit jazzigen und rockigen, natürlich allesamt weihnachtlichen, Tönen ab. Wörter wie Friede und Freude machten mehrmals die Runde und als schließlich „Sind die Lichter angezündet“ angestimmt wurde, leuchteten die Handys auf und mit ihnen ein Lichtermeer über Rasen und Sitzplätze.

Tanz auf dem Rasen

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Die Bühne war in diesem Jahr vor dem K-Block aufgebaut. Foto: Jana Richter

Dabei war es wegen der verstärkten Sicherheitsmaßnahmen und gründlicher Taschenkontrollen am Einlass angesichts des Attentats am Montag in Berlin zunächst zu Verzögerungen gekommen. 19.500 Menschen mussten ihre Plätze finden, 7.000 mehr als im Vorjahr. Wegen der großen Nachfrage hatten die Veranstalter zusätzliche Plätze eingerichtet. Für den Kreuzchor ist das Konzert, betitelt übrigens mit „Danke, Dresden“, auch eine Handreichung an die Stadt und ihre Einwohner, eine Einladung zum Zuhören wie zum Mitsingen. Die Gäste machten reichlich Gebrauch davon, nicht nur dann, wenn der Liedtext ausdrücklich über große Bildschirme lief.

Kreuzkantor Roderich Kreile hatte sichtlich Vergnügen daran, bei Klassikern wie „Alle Jahre wieder“, „Macht hoch die Tür“ oder „O du Fröhliche“ tausende Stadionstimmen zu dirigieren. Bei Hits wie „Happy Xmas – War Is Over“, „Feliz Navidad“ und „Let it snow“ kam auch Bewegung auf den Rasen. Das war wegen der frostigen Temperaturen, neben dem literweise verkauften Glühwein, sicher auch eine Maßnahme für warme Füße.

Atemholen der Seele

Schauspieler Thomas Rühmann regte zwischendrin mit Gedichten und kurzen Geschichten zum Nachdenken an. Er erinnerte an Bürgerkrieg, Erdbeben und Terror, an den Schrecken und das Entrüsten darüber. Das Gebet sei das Atemholen der Seele moderierte er das „Ave Maria“ einzelner Kruzianer an. Hin und wieder flimmerten kleine Filme über die Bildschirme, unter anderem mit dem einstigen Kruzianer Günter Neubert, der vom Internatsweihnachtsfest im Jahr 1951 erzählte.

Die Band unter der Leitung von Friedemann Matzeit gab allem den passenden Rahmen und knappe zwei Stunden blieb es kurzweilig unterhaltsam wie eindrücklich rührend. Zwei Zugaben forderten sich die Besucher noch ein, bevor sie fast schon beseelt, aber mindestens gerührt, Rasen und Plätze räumten..

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