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Ökologisch nachhaltige Kleidung – Nische oder Verkaufsschlager?

Bio-Ernährung, Energieeffizienz und ökologisch nachhaltige Fortbewegung in Form von Elektroautos sind immer mehr im Kommen und werden sich auch in Zukunft steigender Anhängerzahl erfreuen. Ob sich der Öko-Aspekt auch bei Kleidung durchsetzen wird, muss sich erst noch zeigen.

Umweltbewusstsein vorhanden

In einer im Jahre 2011 weltweit durchgeführten Umfrage gaben 55 Prozent der befragten deutschen Konsumenten an, beim Kauf von Textilprodukten auf ökologische, ethische und soziale Aspekte zu achten. Ganze 60 Prozent antworteten in einer deutschen Umfrage aus dem Jahr 2013 auf die Frage, ob ihnen ökologische Nachhaltigkeit bei Kleidung egal sei, mit „stimme ich eher nicht zu“, „stimme ich nicht zu“ und „stimme ich überhaupt nicht zu“.

Dennoch kaufen die meisten Konsumenten hierzulande (fast) keine Öko-Kleidung. Gründe, die die Befragten anführten, waren größtenteils der Mangel an Informationen über nachhaltige Kleidung, der höhere Preis, die mangelnde Glaubwürdigkeit der aktuellen Öko-Produzenten am Markt und der Glaube, dass der Einzelkunde allein sowieso keinen Einfluss auf die weltweite Nachhaltigkeit habe.

Schwache Absatzzahlen

Grüner Konsum etabliert sich derzeit zwischen Mainstream und Nische. Bei einer Umfrage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt (UBA) konnte herausgefunden werden, dass deutsche Konsumenten beim Kauf von Haushaltsgeräten, wie beispielsweise Elektrogeräten oder Reinigungsmitteln, Farben und Lebensmitteln sehr häufig auf die Nachhaltigkeit und Umweltbelastung achten.

Dieser Trend ist aber noch nicht in der Modebranche angekommen, wie diese Studie beweist: auf Nachfrage geben nur 12 Prozent der Befragten an, regelmäßig ökologisch nachhaltige Kleidung zu kaufen. Auch das Beispiel des Baumwollmarkts unterstreicht diese Zahlen, denn weniger als ein Prozent des Marktes nimmt die Bio-Baumwolle für sich ein. Genügend Gründe, die gegen den Kauf konventionell gehandelter Kleidung sprechen, gäbe es aber zweifelsohne: Einsatz von gefährlichen Chemikalien, prekäre Arbeitsbedingungen oder die Übernutzung der Ressource Wasser sowie dessen Verschmutzung.

Um das oben genannte Argument der mangelnden Information zu beseitigen und auf das Engagement der Öko-Branche hinzuweisen, wurden die Umweltzeichen wie „Der Blaue Engel“ oder „Fair Trade“ ins Leben gerufen. Laut Angaben ist zum Beispiel „Fair Trade“ drei Vierteln der Befragten bekannt und schon etwa ein Drittel zieht Produkte mit diesem Logo herkömmlichen Produkten vor.

Auch bei Unternehmern der Mode-Brache steigt der Wille, Bio-Materialien zu nutzen und Produktionsketten so umweltschonend wie möglich zu gestalten um zu einem nachhaltigen Endprodukt zu kommen. Als Beispiel mag Bekleidung, wie das Merino-T-Shirt  der italienischen Firma Reda gelten, deren Produkte in der einzigen Wollspinnerei auf der Welt hergestellt werden, die sich mit der Umweltzertifizierung EMAS rühmen kann. Ecomanagement lautet die Formel für die Produktion der zertifizierten Merinowolle.

Der Trend zur sogenannten Slow Fashion, der nachhaltigen Mode, ist in dem Geschäftszweig schon zu spüren, denn in einer Studie der Fachzeitschrift Textilwirtschaft kam man zum Ergebnis, dass 43 Prozent der deutschen Bevölkerung bereit sind, nachhaltige Klamotten für mehr Geld zu kaufen. Nichtsdestotrotz bleibt die Öko-Kleidung weiterhin eine Nische, denn das Bewusstsein und die Bereitschaft sind zwar vorhanden, aber die Absatzzahlen verharren im Keller, da die meisten Kleidungsstücke zurzeit weiterhin bei Billigketten über die Ladenzeile gehen, welche keine nachhaltig hergestellte Ware anbieten.

Sachsens Einwohner gehen voran

Das statistische Landesamt konnte für den Freistaat Sachsen eine steigende Umweltfreundlichkeit der Haushalte verzeichnen. Ausschlaggebender Grund hierfür könnten diverse Initiativen in Dresden und Umgebung gewesen sein. Hier zu nennen ist stellvertretend die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) Sachsen. 60 Prozent der Dresdner gaben in einer Verkehrsstudie im Jahr 2013 an, täglich, entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Personennahverkehrsmitteln zur Arbeit zu gelangen. Auch die Trendkurve der nachhaltigen Dresdner Mode-Branche zeigt nach oben. Ausstellungen wie „Fast Fashion – die Schattenseiten der Mode“ (Dezember 2015 – Juli 2016) oder „Mode trifft Moral“ (Februar diesen Jahres), stellten die Slow Fashion in den Kontrast zur Fast Fashion und machten auf die Notwendigkeit sowie diversen Vorteile der nachhaltigen und fairen Modebranche aufmerksam.

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