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Parade der Vielfalt: E-Rolli-Fußballer wollen zum Turnier nach England

Romy Pötschke würde liebend gern mit Stefan, Luise, Christin, Anna und den anderen Mitglieder der ersten deutschen E-Rolli-Fußballmannschaft zum Turnier nach England fahren. Eine solche Tour erfordert organisatorisches Geschick. Die schweren Elektrorollstühle, die Assistenten, das Gepäck – alles muss mit. Heute hat die Mannschaft in ihren grünen Trikots die neue Sportart auf der Parade der Vielfalt vorgestellt und für Unterstützung geworben.

Die Parade findet bereits zum siebten Mal in Dresden statt und bildet den Abschluss der Inklusionswoche. Als Startpunkt wählten die Organisatoren von der Stadtarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte, von Cerebrio – Verein für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen in Sachsen und dem Verband der Körperbehinderten der Stadt Dresden in diesem Jahr den Landtag, um den Erwartungen an den „Aktionsplan der sächsischen Staatsregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“ Ausdruck zu verleihen. Landtags-Vizepräsident Horst Wehner (Die Linke) nahm die Forderungen der Behindertenverbände entgegen.

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Forderungen auf der Parade der Vielfalt. Foto: W. Schenk

Die Dresdner Stadtverwaltung will noch in diesem Jahr das Handlungsprogramm Inklusion fortschreiben. Derzeit würden die Inhalte in sieben verschiedenen Arbeitsgruppen diskutiert, erläuterte Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) den Fahrplan. Im Juni sollen die Positionen gemeinsam mit den Behindertenverbänden diskutiert werden.

Menschen mit verschiedensten Handicaps, Familienmitglieder, Assistenten, Freunde und Vereinsmitglieder zogen mit rhythmischer Unterstützung von „Samba Universo“ vom Landtag über die Wilsdrufer Straße und den Altmarkt zum Platz vor der Altmarkt-Galerie am Dr.-Külz-Ring. Dort warteten mehr als zwanzig Kaffeetafeln mit Informationsmaterial, selbst gebackenem Kuchen und Kaffee. Auf der Bühne spielte die Band Novemberklub, deren Mitglieder blind oder sehbehindert sind. Der Auftritt von Banda Internationale wäre fast gescheitert. Fast die komplette Bläserabteilung hätte sich eine Lebensmittelvergiftung zugezogen und sei nicht auftrittsfähig, schilderte Michal Tomaszewski die missliche Lage. Dennoch sorgte der anwesende Teil der Band für gute Stimmung.

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Vorgeführt: E-Rolli-Fußball. Foto: W. Schenk

Am Rande des Platzes demonstrierten unterdessen fünf Teammitglieder der „Power Lions“ – so nennen sich die E-Rolli-Fußballer – ihr Können. Mit dabei auch Anna Döring. Die 30-jährige, die wegen einer spastischen Tetraparese von Geburt an im Rollstuhl sitzt, hatte sich vor zwei Jahren auf der Parade der Vielfalt eine barrierefreie Brühlsche Terrasse gewünscht. Das steht immer noch in den Sternen, weil sich Freistaat und Stadt nicht über die Finanzierung der Baumaßnahme einigen können.

Einen anderen Wunsch würde sie sich und ihren Teamkollegen gern noch in diesem Sommer erfüllen: Nach Sevenoaks zum Turnier. Die Mannschaft hat eine Crowdfunding-Aktion gestartet. 8.000 Euro sollen eingesammelt werden. „Wir haben in Deutschland keine Gegner“, erklärt Romy Pötschke. E-Rolli-Fußball sei eine sehr junge Sportart. Immerhin sei schon ein Ausflug nach Wien gelungen. Die Mannschaft möchte gern regelmäßig trainieren. Derzeit könnten sie nur alle zwei Wochen spielen. Ein Wechseltrikotsatz werde ebenfalls dringend benötigt, meint sie. Die meisten Spieler seien auf eine 24-Stunden-Assistenz angewiesen. Das mache die Turnierteilnahme in England eben teuer. Dennoch sagt Romy Pötschke zuversichtlich: „England. Das kriegen wir hin.“

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