Narrenhäusel 1311 ausleger
Eindeutig: Das ist der Ausleger vom Narrenhäusel – wiedergefunden im Lapidarium. Foto: W. Schenk

Plan zum Wiederaufbau des Narrenhäusels nimmt nächste Hürde

Der Plan zum Wiederaufbau des Narrenhäusels soll noch im März in trockene Tücher. Nachdem der Stadtratsausschuss für Stadtentwicklung und Bau in der vergangenen Woche einem entsprechenden Antrag der SPD-Stadtratsfraktion für das Projekt zugestimmt hatte, wird das Thema voraussichtlich am 17. März im Stadtrat entschieden.

Narrenhäusel

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt will das Narrenhäusel wieder aufbauen. Animation: Gesellschaft Historischer Neumarkt

Vom Tisch ist damit vorerst der von den Grünen favorisierte städtebauliche Wettbewerb für das Areal zwischen Augustusbrücke, Köpkestraße und dem Finanzministerium auf der Neustädter Elbseite, der dem Wiederaufbau des Narrenhäusels vorangehen sollte. In diesen Wettbewerb sollten auch die Argumente gegen das Narrenhäusel, die zum Beispiel von der Sächsischen Akademie der Künste oder vom Bund der deutschen Landschaftsarchitekten geäußert wurden, einfließen. Für dieses Vorgehen hatte es im Ortsbeirat Neustadt noch eine Mehrheit gegeben. In der Stadtratskooperation von Linken, Grünen und SPD sei das jedoch nicht durchsetzbar gewesen, sagte Thomas Löser, der für die Grünen im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau sitzt.

Der jetzt gefasste Beschluss sieht vor, dass die Grundstücke- und Grundstücksteile, auf denen sich das sogenannte Narrenhäusel befand, für den Zeitraum von 60 Jahren ausgeschrieben und das Gebäude in seiner äußeren Gestalt wie vor der Zerstörung wieder aufgebaut werden soll. Als Investor, das war bereits bekannt, steht die Dresdner Baufirma Max Wiessner in den Startlöchern. Geschäftsführer Frank Wiessner ist zudem mit der von der SPD vorgeschlagenen kostenfreien Rückübertragung des Grundstücks an die Landeshauptstadt Dresden nach einer Frist von 60 Jahren einverstanden. Im November 2015 hatte die Initiatoren des Wiederaufbaus, die Gesellschaft Historischer Neumarkt, einen stark verzierten schmiedeeisernen Ausleger der Gaststätte, ein Stadtwappen und Balkongitter präsentiert, auf die sie im Lapidarium der Stadt gestoßen waren.

„Ein Etappensieg für das Narrenhäusel ist erreicht. Seine Kubatur mit der leicht frechen, jedoch einladenden Geste bildet am Kopf der Augustusbrücke ein ideales Bindeglied zwischen Altstadt und Neustadt. Zudem erzählt es eine Dresdner Anekdote. Wir halten die Berücksichtigung solcher kleinen Details für wichtig in einer wachsenden Großstadt“, erklärte Hendrik Stalmann-Fischer, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Das einstige Ausflugslokal zählte bis zu seiner Zerstörung aufgrund der großartigen Aussicht auf die Dresdner Altstadtsilhouette zu einem der beliebtesten der Stadt.  Im Zuge der bevorstehenden Sanierung der Augustusbrücke sei gerade jetzt ein guter Zeitpunkt für den Wiederaufbau des Narrenhäusels, so Stalmann-Fischer. Ob die Grünen an ihrem städtebaulichen Wettbewerb festhalten, sei noch offen, sagte Löser. Auch mit den Plänen für das Narrenhäusel würde sich das Areal für einen solchen Wettbewerb gut eignen. Jetzt soll zunächst geprüft werden, ob es dafür ein Mehrheit von Grünen, Linken und SPD gibt, so Löser.

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