DVB Verkehrserziehung 2308 karoline

Präventionsprojekt von Polizei und DVB hat schon 20.000 Schulanfänger erreicht

Die achtjährige Karoline sitzt im Bus und streichelt Mr. Murphy. Das ist ein Hund und er ist gerade bei einer Vollbremsung durch den Bus geflogen und liegt nun kurz hinter dem Fahrersitz im Gang. Zum Glück ist Mr. Murphy ein Stoffhund und Karolin war nicht mit im Bus. Sie gehört zu den Kindern aus der Grundschule am Rosengarten, die heute im Straßenbahnhof der Dresdner Verkehrsbetriebe in Trachenberge zum praktischen Verkehrsunterricht waren. Noch eindrucksvoller ist das Experiment mit dem Wasserkanister.

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Aufmerksam verfolgen die Kinder, was Lutz Scheibe und Susann Schöne vorführen. Foto. W. Schenk

DVB-Fahrlehrer Lutz Scheibe fährt mit seinem Bus über den Plastebehälter und das Wasser spritzt fünf Meter und weiter. Die Kinder kreischen und fordern eine Zugabe. Dass hier demonstriert wird, was passiert, wenn der Fuß unter das schwere Busrad kommt, gerät fast in Vergessenheit.

Detlef Kamininsky vom Präventionsteam der Polizeidirektion Dresden und Susann Schöne vom Revier Dresden Nord unterstützen die DVB-Mitarbeiter bei den verschiedenen Vorführungen und Erläuterungen. Gemeinsam mit Fahrlehrer Scheibe demonstrieren sie, wie sich eine Rollstuhlfahrerin bemerkbar macht, mit der Rampe in die Bahn einsteigt und sich sicher hinstellt. Auch die Funktion des Rollstuhlfahrerknopfes an der Tür wird vorgeführt. Zum richtigen Verhalten an der Haltestelle gehört auch, dass man zwei Schritt von Bordsteinkante weg steht. Wenn die Busse in die Haltestelle einschwenken, ragt der Frontbereich deutlich in den Fußgänger-Bereich, wo die Wartenden stehen. Auch das demonstriert der Fahrlehrer mehrfach. Die Kinder können es sehen und beim stehenden Bus nachmessen. Das und vieles andere bleibt im Gedächtnis. Zeichnungen, die die Jungen und Mädchen später in der Schule malen, würden das mit vielen Details belegen, sagen die DVB-Präventionsexperten.

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Zwei Schritte vom Bordstein zurücktreten – wenn der Bus in die Haltestelle einschwenkt. Foto: W. Schenk

Mehr als 20.000 Kinder aus Dresden haben seit 2005 in 820 Verkehrsunterrichts-Veranstaltungen das gemeineinsame Präsentionsprojekt von DVB und Polizeidirektion besucht. „Das richtige Verhalten im Straßenverkehr kann man nie früh genug lernen. Kinder sind besonders schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer und müssen immer häufiger den Weg mit Bus und Bahn zurücklegen“, erklärte Lars Seiffert, DVB-Vorstand für Betrieb und Personal. Auch die Ausweichquartiere bei Schulsanierungen sorgen dafür, dass viele Kinder mit Bus und Straßenbahn unterwegs sind. So würden die Grundschüler aus Naußlitz bis Herbst 2017 zum Terrassenufer pendeln, bis ihre Schule saniert ist.

Der Bedarf an praktischem Verkehrsunterricht ist groß, meint Hauptkommissar Kaminsky. Gehe er von der Nachfrage aus, könnte sein Team statt 80 auch doppelt so viele Veranstaltungen pro Jahr mit den Erstklässlern durchführen. Das gemeinsame Projekt, da sind sich Seiffert und Kaminsky einig, habe seinen Beitrag dazu geleistet, dass die Zahl der Unfälle mit Kindern in Bussen und Straßenbahnen deutlich zurückgegangen ist.

 

 

 

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