buergschaft 1

SPD will mehr selbstgenutztes Wohneigentum mit Bürgschaften der Stadt fördern

Mit dem im Februar vom Stadtrat beschlossenen Wohnkonzept wird die Verwaltung aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, mit denen die Bildung von Wohneigentum unterschützt und gefördert werden kann. Die SPD-Fraktion im Dresdner Stadtrat will die Palette der möglichen Fördermaßnahmen von Familien nun um ein Element erweitern und schlägt die Übernahme von städtischen Bürgschaften für Familien mit geringem Eigenkapital vor, wenn sie selbstgenutztes Wohneigentum schaffen wollen.

Blümel Thomas

Thomas Blümel: Städtische Bürgschaften können Eigenkapital-Problem lösen. Foto: W. Schenk

Der Anteil von selbstgenutztem Wohnraum liegt in Dresden deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, sagte heute Fraktionsgeschäftsführer Thomas Blümel bei der Vorstellung des Antrages. Dieser Anteil habe sich in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert. 64 Prozent der Wohnungen  in Dresden sind in der Hand von privaten Eigentümern. „Nach einer Untersuchung der Stadt von 2006 waren 61 Prozent der privaten Kleineigentümer in den alten Bundesländern zu Hause. Hinzu kommt mit der Vonovia der größte Vermieter der Stadt überhaupt, der seinen Firmensitz in Bochum hat“, heißt es in der Begründung des Antrages.

Diesem Trend wolle die SPD mit ihrer Initiative entgegen wirken, sagte Fraktionschef Christian Avenarius. Neben der sozialen Wohnungspolitik und dem Aufbau eines kommunalen Wohnungsbestandes seien weitere begleitende Initiativen erforderlich, fügte er hinzu. Im Wahlkampf um das Oberbürgermeister-Amt hatte Dirk Hilbert (FDP) einen direkten Eigenkapitalzuschuss für junge Familien ins Gespräch gebracht. „Eine vierköpfige Familie, die in Dresden wohnt bringt über Schlüsselzuweisungen und Einkommenssteueranteile mindestens einen Tausender im Stadthaushalt. Also ist es ein hochökonomischer Ansatz, junge Familien langfristig an die Stadt zu binden. Ein Zuschuss von etwa 10.000 Euro zum nötigen Eigenkapital kann da viel bewirken“, hatte er im Interview mit menschen-in-dresden.de erklärt.

Bundesweit unterstützen viele Kommunen mit verschiedenen Programmen die Bildung von Wohneigentum. Die Datenbank aktion-pro-eigenheim.de nennt im PLZ-Gebiet Null zwölf Gemeinden, darunter zum Beispiel Leipzig, Schkeuditz, Borna oder Frohburg. Die Übernahme von Bürgschaften ist dabei ein eher seltenes Instrument. Im Vordergrund stehen hier Nachlässe beim Erwerb von kommunalen Grundstücken, Zinszuschüsse oder die Förderung von Familien, in denen Kinder oder Elternteile schwerbehindert sind.

  • Das könnte Sie auch interessieren …

    Rathaus definiert Qualitätsstandards für Schulbau – Klassenzimmer werden größer

    Rahmenbedingungen für den Bau und die Sanierung von Schulen in Dresden haben heute Bürgermeister Peter Lames (SPD) und Falk Schmidtgen, >>>

    Gutachten zur Sonntagsöffnung zeigt Manko der Dresdner Regelung

    Die rechtlichen Anforderungen an die Sonntagsöffnung von Geschäften sind noch restriktiver, als in der ohnehin schon umstrittenen >>>

    Facebook nimmt Pegida-Seite – zeitweise – vom Netz

    Aktualisierung 21 Uhr: Die Facebook-Seite des Pegida-Vereins ist nach mehrstündiger Sperre wieder erreichbar. Es werde vermutet, >>>

    Bachmann: Pegida-Partei heißt Freiheitlich Direkt Demokratische Volkspartei

    Die Aufnahme der von Pegida-Aktivisten gegründeten Freiheitlich Direkt-Demokratischen Volkspartei, FDDV, in das beim Bundeswahlleiter >>>

    Stadrat: Mittel für Einbau von Brandschutztüren im Rathaus freigegeben

    Der Stadtrat hat heute in einer kurzen Sondersitzung den Weg für umfassende Brandschutzmaßnahmen im unsanierten Teil des Rathauses >>>