Kreuzkirche Tafelwoche 1902
Platz gemacht für die Tafelwoche: Platz nehmen und Gastfreundschaft erleben – die Kreuzkirchgemeinde lädt ein. Foto: W, Schenk

Tafelwoche in der Kreuzkirche – Platz nehmen und miteinander reden

Das Kirchenschiff der Dresdner Kreuzkirche ist halb leer geräumt. Statt der Bänke stehen dort jetzt vier lange, weiß eingedeckte Tafeln. „Hier sollen Menschen Platz nehmen, Gastfreundschaft erleben und miteinander ins Gespräch kommen“, schilderte heute Superintendent Christian Behr die Idee der Kreuzkirchgemeinde, zu einer Tafelwoche einzuladen.

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>> Programm der Tafelwoche vom 21. bis 28. Februar 2016

Wir wollen Menschen mit verschiedenster sozialer Herkunft zusammen bringen, die sich sonst eher nicht begegnen, meinte er. An der Tafel wird ein kostenloses Mittagessen serviert. Dafür stehen eine Reihe von Gastronomen als Sponsoren bereit. Jeden Tag gibt es verschiedene Beratungsangebote – für Wohnungslose, für Pflegeeltern, für Kinder und Jugendliche. Wohlfahrtsverbände wie die Diakonie oder das DRK stellen ihre Angebote vor. An den Nachmittagen und Abenden wird den Tafelgästen Kultur geboten – zum Zuhören, Zuschauen oder auch Mitmachen.

Behr Christian Superintendent Tafelwoche

Superintendent Christian Behr: Alle sind eingeladen. Foto: W. Schenk

„Das ist ein Experiment. Wir sind gespannt, wie es von den Dresdnern angenommen wird, ob zehn, hundert oder dreihundert kommen“, sagte Behr. Auch das Angebot als Nachtcafé sei für die Kreuzkirche neu. In der Südsakristei würden Wohnungslose die ganze Woche über für die Nacht ein Bett, Waschgelegenheiten und Essen finden – mit einem separaten Zugang. Dafür kooperiert die Kirchgemeinde mit den Dresdner Nachtcafés, die sich in den Wintermonaten um die Obdachlosen in Dresden kümmern.

Die Tafelwoche startet morgen Abend mit einer Jugendnacht. Dann, so Pfarrer Holger Milkau, hätten die jungen Leute eine Nacht lang die Kirche für sich. Am Dienstag nachmittag gibt es Akrobatik und Jonglieren für Jung und Alt. Mit dem Kochmobil soll jungen Menschen, bei denen zu Hause selten gekocht wird, geholfen werden, selbst Mahlzeiten zuzubereiten. An den anderen Tagen gibt es immer wieder musikalische Überraschungen. Dafür sorgen Musiker und Tänzer des Heinrich-Schütz-Gymnasiums oder eine interkulturelle Trommelgruppe. Die wird am Freitag zum Tag der Begegnung mit Flüchtlingen kommen.

Unterstützt wird die Tafelwoche vom Dresdner DRK, dessen Vorsitzender Lars Rohwer (CDU) auch Chef des Fördervereins der Kreuzkirche ist. „Wir haben mit DB Schenker und der Bundeswehr Hilfe beim Ausräumen, Transport und Einlagern der Kirchenbänke erhalten“, lobte Rohwer heute die prompte und unkomplizierte Hilfsbereitschaft weiterer Partner. „Die Tafelwoche ist eine wunderbare Idee der Kirchgemeinde“, sagte Rohwer. Das 800-jährige Jubiläum von Kreuzkirchgemeinde, Kreuzgymnasium und Kreuzchor werde so nicht nur mit der Hochkultur und der High Society, sondern auch mit denen begangen, denen es nicht so gut geht, fügte er hinzu.

Darüber, so Superintendent Behr, hätte man nachgedacht, als vor drei Jahren die Planungen für das Jubiläum begannen. „Sich um den anderen zu  kümmern, gehörte von Anfang an zur Geschichte der Kreuzkirchgemeinde“, erinnerte er und mit Blick auf die Tafelwoche fügte er hinzu: „Alle sind eingeladen“.

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