Bettensteuer DEHOGA

Bettensteuer-Übersichtskarte hilft bei Planung von Tagungen und Seminaren

Seit sechs Monaten gilt die neue Beherbergungssteuer in Dresden. Die Hoteliers haben von Anfang an kritisiert, dass die Gäste für die Steuer keinen Gegenwert erhalten. Alle Einnahmen aus der Steuer landen im Haushalt der Stadt. Einzig die Dresden Marketing Gesellschaft bekam im Gegenzug einen Zuschuss von 500.000 Euro pro Jahr zugebilligt.

Weil in Dresden Staffelbeträge erhoben werden, können die Hotelrezeptionen ihren Gästen die Höhe der Steuer nicht um Voraus mitteilen. Das führt beim Auschecken oft zu bösen Überraschungen und empörten Reaktionen der Gäste. Die Mitarbeiter in den Hotels müssen nicht nur den Unmut der Gäste höflich und geduldig ertragen. Alle Rechnungen müssen jetzt händisch in der Nachtschicht vorbereitet werden, weil die Hotelbuchhaltungssoftware die Staffelbeträge nicht automatisch verarbeiten kann. Das wurde von den Interessenvertretern der Hoteliers heftig kritisiert.

Nicht nur für Touristen und andere private Gäste, sondern auch für die Dienstreisenden bringt die Beherbungssteuer erhebliche Nachteile. Die Dresdner Regelung setzt nicht auf Vertrauen in die Businesskunden, sondern auf Formulare und schriftliche Bestätigungen. Liegen diese nicht vor, werden Dienstreisende nicht von der Beherbergungsteuer befreit.

Wollen Unternehmen zum Beispiel Seminarveranstaltungen in Dresdner Hotels buchen, steigt der Aufwand um ein mehrfaches. Einige Firmen haben darum bereits ihre Seminare in andere Städte verlegt.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat den aktuellen Stand der bundesweit in Kommunen erhoben Bettensteuer auf einer Übersichtskarte festgehalten. So ist für die Tagungsplaner schnell ersichtlich, wo mit erhöhtem Bürokratie-Aufwand und Mehrkosten zu rechnen ist.

Anbieter von Tagungen und Konferenzen können selbst entscheiden, ob sie ihren Kunden entsprechende Hinweise auf ihren Buchungsplattformen, wie zum Beispiel bei Pullman Hotels, geben. In vielen Fällen dürfte ein Link auf die Dehoga-Übersichtskarte völlig ausreichen.

Die Dresden Marketing Gesellschaft unternimmt viel, um die Stadt als Kongressstandort zu bewerben. Ob sich die 2015 eingeführte Beherbergungssteuer negativ auf diese Bemühungen auswirken wird, ist noch nicht ausgemacht.