Breitbandausbau in Sachsen – schnelles Internet noch nicht für jedermann

Die digitale Kluft zwischen den Städten und den ländlichen Regionen in Sachsen wächst weiter, statt sich zu schließen. In dem vom Wirtschaftsministerium des Freistaates zu Jahresbeginn freigeschalteten Breitband-Atlas können sich Bürger, aber auch Firmen, Behörden und Kommunen über die Ausbaufortschritte selbst ein Bild machen. Große Lücken bei der Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen gibt zeigt der Breitbandatlas zum Beispiel  im Vogtland in der Region Bad Brambach oder westlich von Plauen, im Erzgebirge zwischen Chemnitz und Annaberg-Buchholz sowie im Raum Pfaffroda, außerdem in einigen Regionen in Mittelsachsen.

Finanzspritze für den Netzausbau

Jetzt profitiert der Freistaat von der jüngsten Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen durch den Bund. Von den Gesamterlösen in Höhe von 5,1 Milliarden Euro fließen über 31,8 Millionen Euro in den Landeshaushalt, um den Internet-Ausbau voranzutreiben. Mit dem Geld wollen die Verantwortlichen sicherstellen, dass vor allem auch ländliche Gebiete leistungsstarke DSL-Verbindungen erhalten. Um sich als Verbraucher darüber zu informieren, ob und inwieweit im eigenen Wohnort das DSL-Netz ausgebaut ist, kann man auf diversen Online-Plattformen die Verfügbarkeit überprüfen und sich zudem über den günstigen Anbieter informieren. Auch die anderen Bundesländer profitierten von der Aktion der Mobilfunkfrequenzen. Insgesamt flossen 626 Millionen Euro in die Landeshaushalte, um den Breitband-Internetausbau voranzutreiben.

Schnellere Verbindungen für Privathaushalte und Unternehmen in Dresden

Schnelle Internetverbindungen sind auch in Dresden ein wichtiges Anliegen der Rathausspitze. Um der starken Nachfrage gerecht zu werden, hat die Stadt gemeinsam mit der Drewag selbst die Initiative ergriffen. So wurden im Industriegelände Nord und im Gewerbegebiet Coschütz-Gittersee bereits entsprecchende Anschlüsse verlegt, Gewerbegebiete an der Löbtauer Straße und in Weixdorf sollen folgen.

Auch die Privathaushalte sollen besser mit schnellem Internet versorgt werden. Voraussichtlich bis Mitte 2016 werden mehr als 30.000 Dresdner von einem neuen Projekt der Telekom profitieren. Das Unternehmen will in den Stadtteilen Klotzsche, Pieschen und Loschwitz neue Glasfaserleitungen verlegen, mit denen Netzzugänge nach VDSL-Standard – das sind etwa 50 Megabit je Sekunde – genutzt werden können.

Der Ausbau in ganz Sachsen gelingt nur langsam

Deutschlandweit hatten 2013 im Schnitt 78 Prozent der Haushalte einen schnellen Internetanschluss, 2014 waren es 81 Prozent – in Sachsen dagegen nur 74 Prozent. Bundesweit stieg die Haushaltsabdeckung von 82 auf 84 Prozent, in Sachsen sank sie von 78 auf 77 Prozent.

Um die Unterschiede zwischen städtischem und ländlichen Raum zu reduzieren, will der Freistaat mit Fördermitteln Anreize schaffen und gegensteuern. Im Rahmen der Ende 2013 gestarteten „Digitalen Offensive Sachsen“ stellt das Wirtschaftsministerium bis 2018 insgesamt 200 Millionen Euro für den Ausbau des Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetzes bereit. Der Fördersatz für die Projekte liege bei bis zu 80 Prozent. Fast 300 Gemeinden hätten bereits entsprechende Anträge eingereicht. Daneben stünden den Kommunen noch weitere Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Für kleine und mittelständische Firmen könne der Freistaat außerdem 80 Millionen Euro EU-Mittel aus dem Efre-Strukturfonds ausreichen.