Elektrobus beim Aufladen

Dresdner Nahverkehr setzt auf Nachhaltigkeit mit Elektromobilität

195 Teilnehmerstaaten haben sich in Paris auf gemeinsame Klimaziele geeinigt. Die globale Erwärmung soll auf deutlich unter 2°C, möglichst 1,5°C beschränkt werden. Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Beitrag zum Erreichen dieser Ziele. Das setzt sich im gesellschaftlichen Bewusstsein zunehmend durch. Die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs oder Carsharing werden Städten immer beliebter. Gerade in Metropolen sinkt die Umweltbelastung. Parallel dazu investieren viele Nahverkehrsunternehmen in Elektromobilität und treiben die Dekarbonisierung voran. Bei den Dresdner Verkehrsbetrieben fahren derzeit 18 Hybridbusse. Seit dem Sommer wird sachsenweit der erste vollelektrische Batteriebus im Linienverkehr eingesetzt.

Die Elektromobilität im Nahverkehr

Der Einsatz von Elektroantrieben im Nahverkehr geht bis ins 19. Jahrhundert zurückgeht. Bereits seit 1889 gab es in Berlin Batteriebusse, die einen vom Oberleitungsnetz unabhängigen Elektroantrieb besaßen. Während Straßenbahnen und Oberleitungsbusse später große Bedeutung gewannen, gerieten die vollelektrischen Batteriebusse vorübergehend ins Abseits. Erst 1969 begann in Deutschland die Entwicklung moderner Batteriebusse. Der Dresdener Batteriebus ist einer von derzeit 25, die vom Bundesverkehrsministerium gefördert werden. Die Busse sollen langfristig  die dominierenden Diesel- und Hybridbusse ersetzen. Auch in Dresden sollen in zehn Jahren fast ausschließlich E-Busse im Nahverkehr unterwegs sein.

Die Anschaffung von E-Bussen ist derzeit mit 900.000 Euro noch eine große Investition. Konventionelle Dieselbusse sind bereits für rund 200.000 Euro zu haben.

Das Dresdener Projekt

Der in Dresden eingesetzte E-Bus verkehrt im Linienverkehr im 20-Minuten-Takt zwischen Mickten und Übigau.  Diese Strecke eignet sich besonders, da hier innerhalb von 16 Minuten nur 4 Haltestellen anzufahren sind. So kann die Strecke mit nur einem Bus bedient werden, der täglich rund 300 Kilometer fährt.

Fraunhofer-Institute, die TU Dresden und die Verkehrsbetriebe forschen nicht nur zur Elektromobilität im Nahverker. Sie untersuchen auch Vorteile und Hemnisse beim Einsatz von Elektroautos für Pendler, die Vorteile eines Sharings von privaten und gewerblichen Nutzern. BMW und VW haben dafür eine Flotte von E-Autos zur Verfügung gestellt. Auch die Reparaturanfälligkeit der Fahrzeuge wird protokolliert. Ersatzteile für die Flotte bietet die Onlineplattform  Teilestore.de , auf der auch Inhaber von Hybridfahrzeugen fündig werden.

Ausgebaut wird in Dresden auch die Infrastruktur mit Stromtankstellen für Elektroautos. Im Sommer wurde in der Dresdner Neustadt die fünfzehnte in Betrieb genommen. Auch bei der Planung von Wohnungsbauvorhaben werden entsprechende Angebote integriert. So hat gerade ein Investor für ein Wohngebiet an der Sternstraße zugesagt, fünf Prozent der Parkplätze mit einer Ladestation-Option für E-Autos auszustatten.