Kaffeestrauch

Fair gehandelter Kaffee schützt Kaffee-Bauern nachhaltig

Kaffee ist eines der weltweit wichtigsten Handelsgüter. Immer mehr Konsumenten achten darauf, ob der Kaffee unter fairen und ökologischen Bedingungen hergestellt wird. Darum ist Kaffee inzwischen zu dem am Meisten verkauften Fairtrade Produkt geworden und nimmt einen hohen Stellenwert als Symbol für fairen Handel ein.

Vier Städte aus Sachsen machen bei Fairtrade-Towns mit

Neben den sachsenweit rund 50 Weltläden bieten inzwischen alle großen Einzelhandelsketten und Kaffee-Spezialgeschäfte fair gehandelten Kaffee an. Die Initiative Fairtrade-Towns hat sich die Förderung des fairen Handels auf kommunaler Ebene zum Ziel gesetzt. Sie ist das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Mitstreitern aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den Fairen Handel in ihrer Heimat stark machen. In Deutschland wächst zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen. Mit Leipzig und Freiberg haben bereits zwei Städte aus Sachsen die Kriterien einer Fairtrade-Town erfüllt, Chemnitz und Markkleeberg sind auf dem Weg dahin. Zu den Kriterien gehören neben einem entsprechenden Ratsbeschluss zur Unterstützung des Fairtrade zum Beispiel die entsprechende Angeboten im Einzelhandel oder der Einkauf von Fairtrade-Produkten durch öffentliche Einrichtungen. Teilnehmer einer Debatte über die Frage „Wie konsumiert Dresden 2030“ haben sich für eine Beteiligung der Stadt an der Fairtrade-Town-Initiative ausgesprochen.

Drei Euro für eine Tagesernte

Doch zurück zum Kaffee. Auf den Kaffeeplantagen der Entwicklungsländer sind die Arbeitsbedingungen schlecht. Viele Kleinbauern besitzen nur kleine Grundstücke in kargen Bergregionen mit schlechten Anbaubedingungen und bei vielen Familien müssen die Kinder in der Hitze stehen und mithelfen die Kaffeekirschen zu ernten. Unter günstigen Bedingungen kann ein Arbeiter bis zu 45 Kilogramm Kaffekirschen am Tag pflücken und erhält dafür in etwa drei Euro. An vielen Tagen erhalten die Arbeiter aber weniger Geld, sodass es oft nicht für das tägliche Essen reicht.

Käufer von Fairtrade Kaffee können einen Beitrag zur Bekämpfung der Armut in den Ernteländern leisten und die Lebenssituation von einigen kleinen Kaffeeproduzenten und ihren Familie verbessern.

Fairtrade als weltweites Sozialzertifizierungssystem

Doch was genau bedeutet Fairtrade eigentlich? Es ist das weltweit bedeutendste Sozialzertifizierungssystem, bei dem die Menschen in Entwicklungsländern im Mittpunkt stehen. Ziel ist es, die Handelsbeziehungen gerechter zu gestalten und die Arbeits- und Lebensbedingungen der Produzenten, die vor allem aus Afrika, Asien und Lateinamerika stammen, zu verbessern sowie Armut zu bekämpfen. Die Kaffeebohnen werden direkt bei den Kleinbauern eingekauft, sodass diese einen besseren Preis bekommen und Zwischenhändler übergangen werden.

Auch Gourmesso liegt der faire Handel am Herzen. Sie verkaufen ihre Kaffeekapseln in Fairtrade und in Bio Qualität. Viele ihrer Produkte tragen das Fairtrade-Siegel, dessen Verleihung an strenge Voraussetzungen gebunden ist. Ausschließlich Produkte, die zu 100% aus fair gehandelten Zutaten bestehen, haben die Möglichkeit die Zertifizierung zu erhalten.

Trotz vieler Bemühungen durch Produzenten, Händler und Käufer hat der faire Handel bisher nur einen kleinen Marktanteil. Nur etwa drei Prozent  des in Deutschland verkauften Kaffees trägt ein Fairtrade-Siegel. Dabei zeigen Studien, dass Fairtrade wirkt. In drei von vier Ländern erzielen Fairtrade-Bauern höhere Einkommen als die Bauern, die nicht mit Fairtrade-Partnern arbeiten. Durch den Fairtrade-Mindestpreis sind die Fairtrade-Bauern außerdem abgesichert und können Marktpreisschwankungen besser ausgleichen.