Tolkewitz Schulstandort Robert Zimmermann

Schulstandort Tolkewitz: 2015 beginnen die Abrissarbeiten am alten Straßenbahnhof

Schon im kommenden Jahr sollen die Arbeiten am neuen Schulstandort Dresden-Tolkewitz beginnen. Als erstes müssen die alten Hallen weichen. Das Werkstattgebäude an der Kipsdorfer Straße und die Gleise auf dem Wehlener Platz bleiben erhalten. Alle anderen Gleise auf dem Gelände werden ausgebaut.  Die historisch älteste Straßenbahnhalle wird restauriert und Fahrradstellplätze und einen überdachten Pausenraum aufnehmen. 57 Millionen Euro investiert die Stadt in den Neubau von zwei Schulgebäuden, zwei Sporthallen, Sportplätzen und Freiflächen. 2018 soll der Schulbetrieb für fast 2.000 Schülerinnen und Schüler beginnen.

Zum Thema: ARGE Zimmermann Architekten

  • AG Zimmermann Architekten, Dresden
  • Architekturbüro Raum und Bau, Dresden
  • Fuchs und Rudolph Architekten Stadtplaner, München
  • UKL Ulrich Krüger Landschaftsarchitekten, Dresden
  • Lohaus + Carl GmbH Landschaftsarch. + Stadtpl., Hannover
  • Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG, Dresden
  • GESA Ingenieurgesellschaft für Technische Gesamtplanung mbH, Dresden
  • Ingenieurbüro Anke Koch, Hamburg

In einem europaweiten Ausschreibungsverfahren hatte sich die Arbeitsgemeinschaft Zimmermann Architekten Dresden durchgesetzt. Mit ihnen hat der Bauherr des Schulstandortes, die Stesad Dresden, jetzt den Planungsvertrag abgeschlossen.

Das Votum der neun Jurymitglieder war einstimmig, sagt die Vorsitzende Angela Mesning-de Jong. Fünf Fachleute, die mindestens die gleiche Qualifikation haben wie die Wettbewerbsteilnehmer und vier Sachverständige aus dem Schulbereich haben über die 15 Projekte entschieden, die es in den Endausscheid geschafft hatten. „Alle Wettbewerbsteilnehmer haben Ideen eingebracht, die es Wert sind, weiter diskutiert zu werden“, sagte die Professorin am Lehrstuhl für Entwerfen und Städtebau an der HTW Dresden. Am Ende war es die „Arbeit, die der sehr komplexen Aufgabenstellung in nahezu allen Bereichen gerecht wird“, die die Jury überzeugt hat.

Andreas Neubert, Schulleiter der 32. Oberschule, war Mitlied der Jury und wird mit seiner Schule 2018 hierher umziehen. „Mit gefällt die gleichberechtigte Darstellung von Oberschule und Gymnasium besonders gut. In den Pausen können sich die Schüler auf gemeinsamen Flächen aufhalten. Es wird so sein, dass sich viele aus der Grundschule kennen und weiter Kontakt haben, auch wenn sie dann in verschiedene Schulen gehen“, sagt Neubert, dem es nicht ganz leicht fällt, in ein paar Jahren den schönen Erlweinbau der Sieben Schwaben Schule in der Hofmannstraße verlassen zu müssen. Dort werde dann der Grundschulstandort vierzügig ausgebaut. Da das künftige Gymnasium an dem Standort noch gegründet werden muss, übernahm Jens Reichel, Leiter des Gymnasiums Bürgerwiese, die „gymnasiale Interessenvertretung“.  „Mit sehr viel Sachverstand“, wie die Jurychefin meinte.

Die Fakten:

  • Gesamtareal: etwa 4,6 Hektar
  • Gebäude für 32. Oberschule (4-zügig) mit 2-Feld-Sporthalle
  • Gebäude für Gymnasium Tolkewitz (5-zügig) mit 4-Feld-Sporthalle
  • Pausen- und Sportfreiflächen
  • Gesamtkosten: ca. 57 Millionen Euro (brutto)
  • Planungszeitraum: November 2014 bis März 2016
  • Bauzeitraum: März 2016 bis Januar

Unsere Idee für den Schulstandort wurde schon beim Kolloquium mit dem Bauherren geboren, schilderte Architekt Norbert Zimmermann die Entstehung des Entwurfes. Dazu gehörte der Erhalt der ältesten Straßenbahnhalle und gemeinsame Nutzungen von Aula, Essensaal, Eingangsbereich und Pausenflächen. Trotzdem sollten beide Schulen „einzeln ablesbar sein“, so Zimmermann.

Seine Architektengemeinschaft ist auch bei anderen Schulstandorten in Dresden aktiv und erhielt zum Beispiel den Zuschlag für Sanierung und Erweiterung des Gymnasiums Süd-West sowie für die 171. Grundschule in der Maxim-Gorki-Straße.

Schulbürgermeister Winfried Lehmann erinnerte daran, dass die Entscheidung für das Straßenbahn-Depot „langsam und in mehreren Anläufen gereift ist“. Es bedarf schon „eines hohen Maßes an Phantasie, sich hier 1.200 Gymnasiasten und rund 600 Oberschüler vorzustellen“, sagte er. Aber, fügte er hinzu, es sei „schön, wenn ein alter Straßenbahnhof nicht zum Supermarkt, sondern zur Schule wird“.

Noch in diesem Jahr wird auch der Architekten-Wettbewerb für den Schulstandort Gehestraße in Pieschen abgeschlossen. Die Jury tagt am 2. und 3. Dezember. Mit einer Bekanntgabe des Ergebnisses rechnet Lehmann  im Januar. Mit der 145. Oberschule und dem Gymnasium Dresden-Pieschen, beide sollen fünfzügig werden, sei dies ein vergleichbar großer Standort wie in Tolkewitz.

Bevor die Abrissarbeiten im kommenden Jahr am Straßenbahnhof in Tolkewitz beginnen, werden die künftigen Schüler auf dem Gelände aktiv, kündigte Schulleiter Neubert an. Die Arbeitsgemeinschaft Denkmalschutz der 32. Oberschule wird den alten Straßenbahn-Standort, der von 1899 bis 2007 genutzt wurde, vollständig festhalten.

Bis zum 4. Dezember können alle Planungsentwürfe in einer Ausstellung besichtigt werden. Geöffnet ist die alte Straßenbahnhalle täglich von 9 bis 17 Uhr.

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