Schulen Gymnasium Bühlau

Baustelle Schule – die Stadt steckt Millionen Euro in Sanierung und Neubau

Dresden als Geburtenhauptstadt – was für ein schöner Titel. Doch der erste Platz bringt auch eine Menge Verantwortung mit sich. Jene, die hier geboren werden, wollen meist auch in der Landeshauptstadt in den Kindergarten. Nach sechs bis sieben Jahren ist Schulanfang. Schon jetzt ist klar: Die Schulen reichen dafür nicht, beziehungsweise sind sie nicht ausreichend ausgestattet. „Die Themen Kita und Schule haben Priorität in der Stadt“, bekräftigt Bürgermeister Winfried Lehmann. Er weiß: „Es ist noch viel zu tun.“, aber auch: „Es ist bereits viel gemacht worden.“ Jedes Jahr gebe es eine komfortable Anzahl an Schulen, die fertig würden.

117. Grundschule

Manchmal hat eine Hanglage auch Vorteile – so bei der Grundschule „Ludwig Reichenbach“ an der Reichenbachstraße. Dort wird die neue Zweifeld-Sporthalle einmal ebenerdig von der Hochschulstraße aus zu erreichen sein und einmal vom Schulgelände, eine Etage tiefer. Das ist nicht nur für den geforderten barrierefreien Zugang äußerst praktisch – die beiden Eingänge machen auch die Trennung von Schul- und Vereinssport einfacher. Für letzteren, geplant ist die Austragung von Badminton-Spielen der Regionalliga, ist sicher auch die Tribüne mit 160 Plätzen attraktiv. Sogar die Belüftungsanlage wird flächig und damit besser auf die Federbälle abgestimmt. Im nächsten Februar soll alles fertig sein, die Stadt bezahlt die 4,7 Millionen Euro komplett aus eigener Tasche.

 46. Oberschule

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Der DDR-Schulbau aus den 1970er Jahren lag seit etwa zehn Jahren brach. Foto: Th. Wolf

Der DDR-Schulbau aus den 1970er Jahren lag seit etwa zehn Jahren brach. Und das sieht man ihm auch an: Löwenzahn wächst aus dem Dreck, der sich zwischen den Eingangsstufen gesammelt hat. Doch die Statik des Hauses stimmt nach wie vor. Alles andere muss erneuert werden. „Eine Generalsanierung“, sagt Projektleiterin Raina Kurz vom Hochbauamt. Sie nennt die energetische Sanierung – die Fassade bekomme einen Vollwärmeschutz aus Faserplatten. „Wegen des Wärme- und auch wegen des Schallschutzes bauen wir Fenster mit Dreifachverglasung ein.“ Eine deutliche Verschönerung gebe es in beiden Innenhöfen. „In einem führt eine große Treppenanlage in den Speiseraum im Untergeschoss“, erklärt die Projektleiterin. „Der andere wird sehr begrünt und mit Bänken ausgestattet.“ Hier geht es im nächsten Monat richtig los. Alle Aufträge für die Bauarbeiten sind vergeben, die Fertigstellung ist für den Jahresbeginn 2017 geplant. Die Sanierung des Hauses, welches nach der Wende als Außenstelle des Beruflichen Schulzentrums für Gesundheit und Soziales genutzt worden war, kostet 9,3 Millionen Euro – auch diese sind Eigenmittel der Stadt.

6. Grundschule

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In der Nähe des Großen Gartens an der Fetscherstraße steht auf einem riesigen Grundstück die denkmalgeschützte 6. Grundschule. Foto: Th. Wolf

Die Lage dürfte Wohnbau-Investoren vor Neid erblassen lassen: In der Nähe des Großen Gartens an der Fetscherstraße steht auf einem riesigen Grundstück die denkmalgeschützte 6. Grundschule. Auch der Bau selbst ist eine Rarität. Mit seinem großzügigem Eingangsbereich im Haupthaus und den beiden „Pavillons“, wie die kleineren, aber immer noch zweigeschossigen Gebäudeteile genannt werden, besitzt er eine interessante Struktur. Allerdings: Das macht nicht nur die energetische Sanierung aufwendiger. So bekommen die Pavillons eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Weil das Äußere möglichst originalgetreu erhalten werden soll, dämmt man die Räume von innen. Zudem lässt man die ursprünglichen Kastenfenster aufarbeiten und hinter diese moderne Verglasungen einsetzen. Es sei nicht einfach gewesen, eine Tischlerei dafür zu finden, sagt Projektleiter Tino Flügel vom Hochbauamt. Jetzt arbeiten die Tischler wie auch alle anderen Bauleute unter Hochdruck – zum Schuljahresbeginn soll das Ganze fertig sein. Der Speisesaal bekommt Eichenparkett und draußen eine schöne Terrasse, auf der man auch essen kann. Im früheren Kohlebunker im Untergeschoss werden moderne Hort- und Therapieräume eingerichtet. Mit 2,72 Millionen Euro wird das Vorhaben übrigens vom Freistaat Sachsen unterstützt, insgesamt kostet es 9,75 Millionen Euro.

62. Oberschule

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62. Grundschule: Fachkabinette über der Turnhalle – Projektleiterin Heike Sick freut sich über diese praktische Lösung eines Platzproblems. Foto: Th. Wolf

Friedrich Schiller hätte seine Freude: Die nach ihm benannte 62. Grundschule in Loschwitz ist ein schöner Altbau, der jetzt mit einer Sporthalle, Speiseraum und Fachkabinetten sein modernes I-Tüpfelchen bekommt. „Die desolate alte Halle konnte nicht mehr genutzt werden“, erzählt Projektleiterin Heike Sick vom Hochbauamt. „Mit dem Neubau sollten zudem neue Räume entstehen.“ Die Lösung: Das neue Gebäude wurde mit 1,5 Geschossen eingegraben. Die Turnhalle liegt – wegen möglichen Hochwassers in eine weißen Wanne gebettet – sozusagen im Souterrain und hat Oberlichter. Über der Halle gibt es auf zwei Etagen sieben Räume, darunter Fachkabinette für Informatik und Physik. Begonnen hatte man in den Sommerferien 2014, ab Februar nächsten Jahres soll der Neubau genutzt werden können. „Mit dem Platz, der dann zusätzlich zur Verfügung steht, werden im Altbau Zimmer frei, die wir nach und nach sanieren“, so die Projektleiterin. Sie nennt Sonnenschutz für die Fenster der Südseite und Akustikdecken. Außerdem werde ein Personenaufzug zur barrierefreien Erschließung eingebaut. Und hinter dem Gebäude erneuert man die Freianlagen. Dann sind sicher auch die Pfützen auf dem Schulhof Geschichte. In dem kleinen Park, der entsteht, sorgt eine Anlage für das Versickern des Regenwassers. Es sind Bänke, eine Tischtennisplatte und sehr viel Grün geplant. Rund sechs Millionen Euro gibt der Freistaat Sachsen zu den voraussichtlichen Gesamtkosten von knapp zehn Millionen Euro dazu.

Gymnasium Bühlau

2010 bekamen die Bühlauer Schüler ein modernes Gymnasium mit allem Drum und Dran. Vier Klassen pro Jahrgang konnten unterrichtet werden. Doch schon einige Monate später merkte man: Es reicht nicht. Um den Bedarf zu decken, brauchte man noch Platz für zwei weitere Klassen – pro Jahrgang. Im vergangenen Sommer war Baustart für den Neubau unterhalb des bisherigen Standortes. Jetzt steht das Haus, der Innenausbau ist in vollem Gang uns soll bis zum Februar 2016 abgeschlossen sein. „Hier werden die 4. und 5. Klassen unterrichtet“, sagt Projektbauleiterin Barbara Dittmer von der Stesad GmbH.

Sie haben dann zwölf Klassenräume und fünf Fachkabinette, unter anderem für Physik und Informatik. Außerdem werden ein Sekretariat und ein Hausmeisterbereich integriert. 8,3 Millionen Euro kostet das Gebäude und Außenbereiche die Stadt Dresden.

 

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