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Der Kreative Bahnhof ist eröffnet – Spielzeug, Mode und ein Atelier für Handarbeit

Zwei glückliche und ziemlich stolze Geschäftsfrauen haben heute in Klotzsche den Kreativen Bahnhof eröffnet. Viel Spielzeug aus Holz, Papier und Textil oder auch zum selber Basteln sowie Spiele mit originellen Ideen für kleine und etwas größere Kinder bietet Daniela Tokar an. Kurz nach 10 Uhr gehen die ersten Artikel über die Ladentheke. Bis zur letzten Minute wurde noch an der Kassensoftware gebastelt. Die junge Geschäftsfrau hat sich für ihr Ladenlokal eine seltene Kombination ausgedacht und bietet neben dem Spielzeug in einem kleinen Studio schicke Damenmode an.

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Viel Spielzeug aus Hilz, Papier und zum Basteln. Foto: W. Schenk

Daniela Tokar hatte schon einmal einen Spielzeugladen in der Boltenhagener Straße in Klotzsche. Den musste sie aus privaten Gründen aufgeben. Später, in einem Herrengeschäft, habe sie ihre Leidenschaft für gute Beratung entdeckt. „Da habe ich mich immer gefreut, wenn die Frau oder Freundin nach dem Einkauf zu ihrem Mann gesagt hat – so möchte ich auch einmal beraten werden“, erzählt sie. „Das möchte ich jetzt gern mit meinen Modeangeboten machen“, freut sie sich schon auf ihre neuen Kundinnen. Die Modelle kämen von einem deutschen Designer und würden auch hier genäht, betont sie. Darüber hinaus hat sie Lieferanten in Spanien, Italien oder auch in Istanbul. „Ich investiere viel Mühe in die Suche nach originellen Herstellern“, betont die Existenzgründerin, die jetzt mit ihrem Geschäft wieder durchstarten möchte.

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Das Modestudio mit ausgewählten Einzelstücken. Foto: W. Schenk

Die Einrichtung ist weitgehend Eigenbau. Lebensgefährte Jörg Schneider hat extra Urlaub genommen, um mit anzupacken. Manchmal erkennt man die originell verarbeiteten Europaletten erst auf den zweiten Blick. Zum Beispiel beim Kleinkramladen. Das ist eine Konstruktion aus zwei senkrecht stehenden und einer liegenden Palette, in die viele kleine Kisten voller Überraschungen eingesetzt sind.

Auch im Atelier für Handarbeit von Luisa Schneider, das man über eine Wendeltreppe erreicht, ist die Einrichtung selbst gebaut. René Schütze ist Student für Fahrzeugtechnik und ihr Freund. An die Dachschrägen angepasste Schränke und Lampen aus Konservengläsern – alles hat er mit viel handwerklichem Geschick selbst gemacht. Aus dem Heck eines Trabis entstand ein kleines Sofa mit original Trabi-Rückbank. Sogar die Rücklichter funktionieren. Beherrscht wird das Atelier von einem großen Tisch. „Hier will ich mit Kindern und Erwachsenen bei den Bastelkursen sitzen“, erläutert Luisa Schneider, die an der TU Dresden gerade ihren Master in Wirtschaftspädagogik macht. Die ersten Kurse sind bereits im Angebot.

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Im Atelier für Handarbeit gibt Luisa Schneider ihre Kurse für Kinder und Erwachsene. Foto: W. Schenk

Zum Beispiel Quilling am 14. Dezember.  Das ist eine kreative Technik bei der Papierstreifen gerollt und geformt werden. Damit sie ihre Form behalten, werden die Enden meist mit Kleber fixiert. Einen Tag später wird Baumschmuck für den Weihnachtsbaum gebastelt. Am 16. Dezember folgt ein Kurs für Kinder, in dem verschiedene Behältnisse für Teelichter entstehen. Da könnte noch so manches Weihnachtsgeschenk für die Eltern entstehen, hofft die Handarbeitsexpertin. Während die vielfältigen Bastelmaterialien in den geräumigen Wandschränken verschwinden, hängen ringsum selbstgestrickte oder gehäkelte Mützen und andere Accessoires. Eine kleine Auswahl an Kindermode kommt von Nicole Heinrich aus deren Geschäft Ex Animo in der Dresdner Neustadt. Eines ihrer beliebtesten Produkte sei die Mitwachshose, heißt es in einem Porträt bei Neustadt Geflüster.

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Mit viel Geschick hat René Schütze die Einrichtung gebaut. Foto: W. Schenk

Ohne unsere Freunde, Eltern und Bekannten hätten wir das nie geschafft, sind sich Daniela und Luisa einig. Darum gibt es heute auch ein Gläschen Sekt zum Anstoßen. Vier Wochen lang konnten sie in Hellerau an den Ladenmöbel sägen, hämmern und streichen. Dort hatte Jana Junghanns den Existenzgründerinnen eine Halle in ihrer Spedition freigeräumt. Am 4. Dezember sei dann die Schlüsselübergabe im alten Klotzscher Bahnhof gewesen. Acht Tage später ist Eröffnung. „Der 12.12. ist doch ein schönes Datum“, freuen sich die beiden.

Glückwünsche gab es auch von Bauherr Gerhard Probst. Er hatte vergangene Woche gemeinsam mit seinem Bruder Bernhard den Podemus Biomarkt eingeweiht.

Heute brachte er 100 Kaffeegutscheine für das Bistro nebenan als Geschenk mit. In den Räumen, die jetzt Der Kreative Bahnhof nutzt, hätten früher die Lampenputzer ihr Öl und anderes Zubehör in der Werkstatt gelagert, erzählt er.

Im Frühjahr werde noch ein Atelier eingeweiht. Hier würde eine Textilkünstlerin einziehen, kündigte er an. Die Dresdner Verkehrsbetriebe hätten einen Aufenthaltsraum für ihre Busfahrer angemietet. Dann sei noch eine 90 Quadratmeter große Gewerbeeinheit im Erdgeschoss des alten Bahnhofs gegenüber vom Bistro frei. In den nächsten Tagen werde neben dem alten Bahnhof noch eine Carsharing-Station des Anbieters Teilauto eröffnet.

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