Hotel Prinz Eugen Laubegast

Erste Asylbewerber sollen im April im ehemaligen Hotel „Prinz Eugen“ einziehen

Im April sollen die ersten Asylbewerber in das ehemalige Hotel „Prinz Eugen“ in Laubegast einziehen. Das Haus in der Gustav-Hartmann-Straße verfügt über eine Kapazität von 94 Plätzen. Diese sollen nun schrittweise belegt, teilte ein Rathaussprecher heute mit. Für die Betreuung stünden ein Heimleiter und zwei sozialpädagogische Fachkräfte zur Verfügung. Darüber hinaus sei rund um die Uhr ein Sicherheitsdienst anwesend.

Die Stadtverwaltung habe etliche Anregungen aus der Bürgerversammlung im November 2015 aufgegriffen. So sei zum Beispiel der Haupteingang zum Wohnheim auf die Hinterseite verlegt worden. Dort erfolge auch die Einlasskontrolle. Das Sicherheitskonzept beinhalte alle Maßnahmen für den Betrieb des Hauses und den Schutz der Anwohner. Dazu gehörten ein Feuerwehrplan, ein Hygieneplan, eine Heim- und Hausordnung und vorbeugende Maßnahmen der Polizei. Betreiber der Unterkunft ist das Deutsche Rote Kreuz.

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Netzwerkkoordinator Claus Dethleff: Wir wollen die zeitweisen Bewohner vorurteilsfrei aufnehmen. Foto: W. Schenk

Seit Bekanntwerden der Pläne um das Hotel „Prinz Eugen“ haben sich Bürgerinitiativen in Laubegast mit Gegnern, Kritikern und Befürwortern gebildet. Während die Initiative „Mein Laubegast“ Mahnwachen organisierte, zum Boykott der Bürgerversammlung aufrief oder die Rechtsmäßigkeit des Hotelverkaufs hinterfragt bereitet sich das Netzwerk „Laubegast ist bunt“ auf die Ankömmlinge in Laubegast vor. So wurden Willkommensflyer mit Stadtplan und verschiedenen Angeboten in sechs Sprachen angefertigt. Im Kinder- und Jugendhaus Chilli finden bereits jetzt regelmäßig Deutschkurse für Flüchtlinge statt. Diese sollen auch für die neu angekommenen Asylbewerber offen stehen. Seit November 2015 gibt es darüber hinaus auch Zeiten in einer Sporthalle. „Unser Ziel ist es, die neuen, zeitweisen Bewohner von Laubegast vorurteilsfrei aufzunehmen und ihnen die Chance zu geben, unsere Sprache zu lernen, eine berufliche Perspektive zu entwickeln und sich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Damit meine ich nicht Assimilation, sondern Integration. Ein paar Einflüsse aus fremden Kulturen können uns sicher gut tun“, erklärte Netzwerkkoordinator Claus Dethleff.

Die städtische Tochter Stesad hatte das Hotel 2015 erworben, nachdem der Eigentümer seine ursprüngliche Vermietungszusage zurückgezogen hatte. Inzwischen ist das Hotel umgebaut und brandschutztechnisch saniert worden. Der Mietvertrag wurde nun zwischen Stesad und Landeshauptstadt abgeschlossen und gilt zunächst für fünf Jahre.

Seit Anfang des Jahres hat die Stadt 876 Asylbewerber aufgenommen. Sie kommen vor allem aus Syrien (338) und Afghanistan (225). Während in dieser Woche keine neuen Zuweisungen erfolgen, seien es in der vergangenen Woche 124 gewesen, teilte das Rathaus mit.

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