Kulturpalast Eröffnung Finale Blumen

Kulturpalast eröffnet: Eindrucksvolles Konzert – ein neuer Dresdner Klang

„Der heutige Abend ist es wert, dass über ihn gesprochen wird“. Der Satz von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), gesprochen am Freitag Mittag, bei einer Führung durch den neuen Kulturpalast, hat sich voll bewahrheitet. Egal, ob drinnen oder draußen – tausende Dresdner und Gäste der Stadt werden nach der festlichen Eröffnung des Kulturpalastes am Freitag Abend viel zu Erzählen haben. Auch am Wochenende wird der Gesprächsstoff nicht ausgehen, wenn Leserinnen und Leser und viele Neugierige die Zentralbibliothek gesehen und bewundert haben. Oder ihre Lachmuskeln zum ersten Mal beim Kabarett Herkuleskeule im urgemütlich eingerichteten Untergeschoss ausruhen.

Kulturpalast eröffnung vorplatz

Viele Informationen zum Bauverlauf und Unterhaltung gab es auf der Bühne vor dem Kulturpalast. Foto: W. Schenk

„Wir eröffnen viel mehr als einen Konzertsaal. Wir schreiben ein Stück Geschichte für die Stadt Dresden“, sagte Hilbert in seiner Begrüßung zum Festakt. Jeder Sessel im Saal war besetzt. „Die Dresdner bewundern Zwinger und Semperoper. Sie sind stolz auf die wiederaufgebaute Frauenkirche. Und Sie lieben ihren Kulturpalast“, ist Hilbert überzeugt. Architekten, Planer, Bauleute und Denkmalschützer hätten etwas Einmaliges geschaffen. Mitten im Herzen der Stadt Dresden sei dieser Kulturpalast ein Bekenntnis zur eigenen Vergangenheit – ein Bekenntnis für die komplexe Geschichte der Stadt.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) fand als Festredner einen eigenen Zugang zu den neuen  Inhalten in der restaurierten Hülle. „Die Interaktion zwischen Künstlern und Publikum ist durch nichts zu ersetzen“, sagte er unter dem Beifall des Publikums. Weder durch Social Media Kontakte noch durch ausgefeilte technischen Algorithmen. Kultur und Bildung würden jeden Einzelnen stärker im Umgang mit der komplizierter werdenden Welt machen. „Sie weihen einen Palast für die Kultur ein. Genießen Sie ihn“, beglückwünschte Schäuble die Dresdner.

Kulturpalast eröffnung foyer

Gespannte Stimmung vor der feierlichen Eröffnung. Foto: W. Schenk

„Das Orchester als Klangkörper findet hier seine lang ersehnte ‚bessere Hälfte‘, unabdingbar für die Weiterentwicklung und Komplettierung seines Klangbildes und für die Ausprägung und Bewahrung seiner Identität“, freute sich Michael Sanderling, Chefdirigent der Dresdner Philharmonie. Bei der öffentlichen Generalprobe am Donnerstag Abend im vollbesetzten Konzertsaal habe es so manche Freudentränen im Orchester gegeben, sagte er und schloss sich selbst mit ein. Der Konzertsaal erfülle alle Hoffnungen, die in ihn gesetzt wurden. Nach dem Festkonzert mit einem grandiosen Finale mit dem 4. Satz aus Beethovens 9. Sinfonie nahm er das Mikrofon, bedankte sich und ging mit den Musikerinnen und Musikern und 140 Chorleuten unter das Publikum vor dem Kulturpalast, um mit Blumen Danke zu sagen. „Der Konzertsaal ist ausschließlich mit kommunalen Mitteln finanziert worden. Also von den Dresdnerinnen und Dresdnern“, begründete Sanderling die Aktion.

Kulturpalast Eröffnung auf dem Weg

Nach dem Finale gingen die Musiker unters Volk und überreichten Blumen auf dem Vorplatz des Kulturpalastes. Foto: W. Schenk

Akustikexpertin Margriet Lautenbach vom Akustikbüro Peutz hatte in den vergangenen Tagen viel Lob gehört. „Der Saal kann flüstern, der Saal kann schreien, der Saal kann singen, vibrieren und resonieren. Der Saal als umhüllender Klangkörper ist fertig. Jetzt übernimmt die Musik“, sagte sie heute. Mit einer Nachhallzeit von 2,2 Sekunden werde der Saal international für Furore sorgen, war sie schon in der Projektphase überzeugt. Nach Vorgabe der Akustiker hatten die Architekten den Saal  radikal verändert. Die Hexagon-Form blieb erhalten, an den Seiten wurde der Saal jedoch entschieden schmaler. Vor allem die Decke wurde deutlich höher. So konnte das Raumvolumen des Konzertsaals vergrößert werden. Dies war wichtig, damit der Raum nicht zu laut wirke, sagte Lautenbach.

Der Kulturpalast sehe von außen aus, als würde er getreu seinem Vorbild restauriert worden, befand heute Architekt Stephan Schütz von den gmp Architekten. „Vom Kern her haben wir ihn jedoch völlig neu erfunden“, betonte Schütz. Der Kulturpalast sei ein eminent wichtiges Gebäude für die Stadt. Es sei mutig und richtig gewesen, das Haus zu erhalten –  als „starkes Statement“, sperrig, modern, provokativ in einer barocken Dresdner Altstadt. „Dieses Gebäude hat eine authentische Geschichte zu erzählen“, so Schütz.

Kulturpalast fertig bibo

Am Wochenende öffnet die Bibliothek im Kulturpalast erstmals ihre Türen. Foto: W. Schenk

Bei aller Behutsamkeit im Umgang mit dem alten Kulturpalast und seinen denkmalgeschützten Bestandteilen habe sich einiges verändert, erklärte Axel Walther, Geschäftsführer der Kommunale Immobilien Dresden, die Bauherr und Eigentümer des Kulturpalastes ist. Im Untergeschoss sei ein komplett neues Theater für das Dresdner Kabarett „Die Herkuleskeule“ gebaut worden. Der künstlerische Leiter, Wolfgang Schaller, sicherte zu, dass die Herkuleskeule auch künftig politisches Kabarett zeigen werde. Davon könnten sich die Zuschauer in der Kulturpalastpremiere des Programmes „Ballastrevue“ überzeugen. Werner Schneyder empfand in seiner Laudation für das Kabarett „Respekt für die Entscheidung der Kommunalpolitiker, sich das Kaberett ins Herz der Stadt zu holen“. Er wünschte allen Beteiligten, dass sie diese Entscheidung nicht bereuen.

Arend Flemming, Direktor der Städtischen Bibliotheken, lud heute die Dresdnerinnen und Dresdner noch einmal für das Wochenende ein. „Wir wollen uns als funktionsfähige Bibliothek präsentieren“, sagte er und bat die Besucher um Geduld, sollte es etwas längere Warteschlangen geben. Zum Glück, so Flemming, biete der Frühlingsmarkt vor der Tür eine Alternative, um die Wartezeit zu überbrücken.

 Philharmonie-Intendantin Frauke Roth versprach heute für die Zukunft ein vielseitiges Programm im Kulturpalast. Neben Orchesterkonzerten werde der neue Konzertsaal die ganze Palette von Orgelkonzerten, Chorkonzerten, Familien- und Schulkonzerte über Jazz- und Weltmusik bis hin zu Filmmusik, Musical, Pop und vielen anderen Genres bereithalten, sagte sie.
Die Menschen, die hier täglich arbeiten, auftreten und musizieren kommen aus den verschiedensten Ländern und Kulturen der Erde, erinnerte Oberbürgermeister Dirk Hilbert während des Festaktes. Die rund 300.000 Büchern, CDs und Filmen, die hier Platz finden, erschließen Welten. „Und gerade weil das so ist, stiftet der Kulturpalast Identität“, so Hilbert, „eine offene, kreative und bunte Identität. Eine Dresdner Identität – oder noch viel besser gesagt: Einen Dresdner Klang!“
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