Drewag-Experten: Hälfte der zehn Kilometer langen Fernwärmetrasse fertig oder im Bau – Einschränkungen bis 2021

Keine neugierigen Fragen. Keine kritischen Anmerkungen und schon gar keine empörten Einwände. Das öffentliche Interesse an der Präsentation der Bauvorhaben zur Fernwärmeversorgung in Pieschen war erstaunlich gering im Vergleich zu den vielen Kommentaren unter den Berichten über die Eröffnung neuer Baustellen. Zwei Gäste hatten sich am Dienstagabend auf den Besucherstühlen im Bürgersaal des Pieschener Rathauses eingefunden, als Norbert Gassel, zuständig für Energiedienstleistungen in der Drewag Netz, und Stefan Kadler, ICL Ingenieur Consult, der als Projektsteuerer die Arbeiten koordiniert, in der Sitzung des Stadtbezirksbeirates eine Zwischenbilanz des Fernwärme-Projekts zogen und die weiteren Bauvorhaben erläuterten.

Auf 10,5 Kilometer Länge summieren sich die Rohrleitungen, die bis 2021 in der Leipziger Vorstadt und in Pieschen verlegt werden. 2.6 Kilometer sind bereits fertig gestellt. Dazu gehört der wichtige Abschnitt der Haupttrasse, der sich vom Menarini-Gelände am Elberadweg über das Areal der HafenCity, über die Leipziger Straße hinweg, vorbei am Schulstandort Gehestraße bis in die Konkordienstraße erstreckt. Die Arbeiten an der Haupttrasse, die zum Heizkraftwerk Mickten in der Wurzener Straße führt, sollen bis Ende 2019 abgeschlossen sein.

rewag Baustand Fernwärmenetz

Die Fernwärmeleitungen in der Leipziger Vorstadt und in Pieschen: Fertig, im Bau und geplant. Quelle: drewag netz

Weitere 2,5 Kilometer sind, verteilt auf mehrere Baustellen, derzeit in Arbeit. Nicht immer hätte die Kommunikation mit den betroffenen Anwohnern reibungslos funktioniert, räumte Projektkoordinator Kadler ein und nannte als Beispiel die Arbeiten in der Leisniger Straße.

Kritik von den Stadtbezirksbeiräten

Kritische Anmerkungen hatten die Stadtbezirkbeiräte zu einigen Projekten, die zu den restlichen 5,4 Kilometern gehören. Das betraf vor allem die Torgauer Straße. Hier will die Drewag die Rohre für die Fernwärmeleitung verlegen, gleichzeitig sei die grundhafte Instandsetzung der Straße durch das Straßen- und Tiefbauamt geplant. Weil die Mittel für die Straßensanierung im Haushalt noch nicht gesichert seien, könnte es passieren, dass die Straße zweimal aufgerissen werden müsse. Das stieß bei den Stadtbezirksbeiräte auf Unverständnis. Es sollte möglich sein, dass zwei stadteigene Unternehmen ihre Bauarbeiten im Sinne der Anwohner koordinieren, hieß es mehrheitlich. Gassel verwies auf die Zwänge der Drewag Netz. „Wir müssen vor dem Wintereinbruch die Trasse bis zum Heizkraftwerk Mickten fertig gebaut haben“.

Wegen der Verlegung der Trasse in der Torgauer Straße muss die Bürgerstraße an der Kreuzung den gesamten Monat Mai 2019 voll gesperrt werden. Das betreffe dann auch die Straßenbahn.

Oschatzer Straße ist 2020 dran

2020 soll die Verlegung der Fernwärmeleitungen in Richtung Lommatzscher Straße beginnen. Schwierigstes Projekt sei hier die Querung der Leipziger Straße. Wie am Alexander-Puschkin-Platz sei eine Durchörterung geplant. „Wir brauchen aber eine ausreichende Fläche für die Grube, in der dann die dafür nötige Technik aufgebaut werden kann“, sagte Kadler. Das werde derzeit intensiv geprüft.

Auch die Oschatzer Straße steht ab März 2020 auf dem Plan der Drewag Netz. Die Arbeiten werden bis zum Jahresende 2020 andauern. Eine Pause bei den Bauarbeiten werde sei fest eingeplant, damit das Stadtteilfest Sankt Pieschen stattfinden kann, versprach Kadler.

In dem durch die neuen Fernwärmeleitungen erschlossenen Gebiet sind 715 Hauseingänge für die Fernwärme relevant. 120 Neuverträge, so Gassel, hätte das Drewag-Vertriebsteam bisher abgeschlossen.

 

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