Nach Aufstieg in die 2. Bundesliga: Dynamo Dresden im Saison-Check

Nach dem bitteren Abstieg 2020 erwies sich die vergangene Saison für die SG Dynamo Dresden als echter Erfolg. So machten die Dresdner nach 38 Spieltagen den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga perfekt und wurden zudem Meister in Liga 3. In der nächsten Saison hat die SGD nun Teams mit großen Namen wie den Hamburger SV, Werder Bremen oder Schalke 04 vor der Brust. Was kann von der Mannschaft um Trainer Alexander Schmidt in einer Liga, die mit Traditionsclubs gespickt ist, erwartet werden?

Am 19. Juni startete die Vorbereitung der Sachsen auf die kommende Saison. Anfang Juli werden die schwarz-gelben zudem ein Trainingslager im thüringischen Heilbad Heiligenstadt absolvieren, wo bereits letzte Saison der Grundstein für den erfolgreichen Wiederaufstieg gelegt wurde. Der Saisonauftakt der 2. Bundesliga steht dann am Wochenende des 23.-25. Juli an. Dann wird Dynamo zum ersten Mal gefordert – gegen Ingolstadt.

Außenseiterrolle des Aufsteigers

Der Verlauf der 2. Bundesliga lässt sich grundsätzlich schwer vorhersagen. Das ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass das  Leistungsgefälle zwischen den Mannschaften etwa im Vergleich zur ersten Liga weniger hoch ist und auch die finanziellen Möglichkeiten der Mannschaften deutlich weniger auseinandergehen. So spielen häufig Teams oben mit, die dort von Experten vor der Saison nicht erwartet worden sind, während einstige Favoriten unerwartet zur grauen Maus im Mittelfeld mutieren.

Dresden wird bei diesen Spielen zunächst nicht die Favoritenrolle einnehmen. Denn Drittliga-Aufsteiger gelten auch bei den besten Wettanbietern wie bet365 in aller Regel als Außenseiter – so auch die Mannschaft aus Dresden. Dazu kommt, dass in dieser Saison besonders viele ambitionierte Teams in der 2. Bundesliga antreten. Sowohl die Absteiger aus Gelsenkirchen und Bremen, aber auch der HSV
und Düsseldorf werden alles versuchen, um ins Oberhaus zurück zu  kehren. Auch Holstein Kiel, das in den letzten Jahren konstant um den Aufstieg mitspielte, sollte nicht unterschätzt werden. Zudem können Vereine wie Nürnberg, Hannover oder Paderborn ebenso in das Rennen um die Aufstiegsplätze einsteigen und haben teilweise andere finanzielle Möglichkeiten als Dynamo.

Die SGD wird daher zunächst nach unten schauen müssen. Das primäre Ziel der Sachsen muss der Klassenerhalt sein. Sofern wieder Zuschauer in den Stadien erlaubt sein sollten, könnten die stimmgewaltigen Fans von Dynamo der Mannschaft zusätzlich Auftrieb geben. Teams wie Jahn Regensburg, Sandhausen oder Lokalrivale Aue dürften so durchaus schlagbare Gegner darstellen. Wichtig werden hier bereits die ersten Spieltage sein, in denen das neu formierte Team schnell zueinander finden muss, um nicht von vorneherein unter Druck zu geraten.

Bewegungen auf dem Transfermarkt

Für die Aufgabe Klassenerhalt wurden bislang fünf neue Spieler präsentiert. Auffällig ist dabei das junge Alter der Neuzugänge. Mit Jong-min Seo (Eintracht Frankfurt U19), Phil Harres und Jonas Kühn (beide Dynamo Dresden U19) stoßen drei Nachwuchsspieler zum Kader. Auch Luca Herrmann (SC Freiburg II) mit 22 Jahren und Morris Schröter (FSV Zwickau) mit 25 Jahren gehören keineswegs zum alten Eisen. Auf der anderen Seite verlassen jedoch unter anderem die ausgeliehenen Marvin Stefaniak (VfL Wolfsburg) und Jonathan Meier (FSV Mainz 05) das Elbflorenz. Julius Kade wechselt zudem für 500.000 Euro zum UEFA-Conference-League-Teilnehmer 1.FC Union Berlin, Leroy Kwadwo (MSV Duisburg) und Niklas Kreuzer (Hallescher FC) verlassen den Verein ablösefrei.

Man darf gespannt sein, ob die SGD noch weitere Neuzugänge präsentiert. In den letzten Wochen wurden in der Öffentlichkeit Namen wie Sercan Sararer (Türkgücü München), Niklas Sommer (FC DAC Streda) oder Anton Mitryushkin (Fortuna Düsseldorf) gehandelt.  Verpflichtungen dieser Spieler fanden bislang jedoch noch nicht statt, sodass sich hier noch etwas tun könnte. Weitere Verstärkungen wären
dabei durchaus ratsam, denn aktuell scheint die Mannschaft an Erfahrung verloren zu haben. Von den jungen Spielern, welche aus der Jugend in den Herrenbereich wechseln, kann nicht auf Anhieb verlangt werden, entscheidende Rollen in der Mannschaft zu übernehmen. Gestandene Neuzugänge mit Profi-Erfahrung würden den jungen Neuzugängen somit die nötige Sicherheit geben.

Die Abwehr als Schlüssel zum Erfolg

Trotz der Veränderungen im Kader muss sich Dynamo auf seine starke Defensive besinnen. In der Meistersaison der 3. Liga ließ man in 38 Spielen lediglich 29 Gegentore zu und avancierte damit zur besten Abwehr der Liga. In der 2. Bundesliga wird die Qualität der Abwehr jedoch mehr gefordert werden, als in der abgelaufenen Saison. Im defensiven Bereich scheinen bei den Sachsen jedoch die Stärken
gegeben, um auch die Großen der Liga zu ärgern und Punkte aus diesen Spielen mitnehmen zu können.

Dennoch gilt: Die SGD hat sicherlich keinen Top-Kader für die zweite Liga. Das werden auch weitere Transfers bis zum Saisonstart voraussichtlich nicht ändern. Wenn der Liga-Neuling sich jedoch seiner Stärken besinnt und mit Leidenschaft spielt, dann kann die eine oder andere Überraschung gelingen. Sollte die Mannschaft von Alexander Schmidt frühzeitig ins Rollen kommen, scheint so auch eine
Platzierung im gesicherten Mittelfeld möglich. Zumindest der sofortige Wiederabstieg ist vermeidbar.