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Ratgeber: 37 Kindersitze unter der Lupe von ADAC und Stiftung Warentest

2016 hat es in Sachsen 13.643 Verkehrsunfällen mit Personenschaden gegeben. Zwar verringerte sich die Anzahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahr, die Gesamtzahl der Unfälle  erhöhte sich jedoch auf 109.763. Drei Kinder unter sechs Jahren waren unter den Verkehrstoten, 303 in dieser Altersklasse wurden verletzt. In der Altersgruppe 6 bis 15 Jahre weist die Statistik für das vergangene Jahr 1017 verletzte Kinder und Jugendliche aus. Jede dritte Verletzung von Kindern bei Verkehrsunfällen könne durch einen Kindersitz verhindert werden, heißt es in Ratgebern der Polizeibehörden.

Im aktuellen ADAC-Kindersitz-Test von 2017 untersuchte der Automobilklub in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest 37 Kindersitzmodelle der Gewichtsklassen bis 13 Kilogramm (Gruppe 0,0+), 9 bis 18 Kilogramm (Gruppe I), 15 bis 36 Kilogramm (Gruppe II,III) und 9 bis 36 Kilogramm (Gruppe I,II,III). Abgesehen von der Sicherheit bei einem möglichen Aufprall wurden auch die Schadstoffbelastung, sowie Handhabung und Reinigung genauestens unter die Lupe genommen.

Wie wurde getestet?

Grundsätzlich werden beim ADAC zwei Aufprallvarianten getestet. Zum einen der seitliche Aufprall und zum anderen der Frontalaufprall, wobei seit 2015 standardmäßig auf den Golf-VII zurückgegriffen wird. Bei beiden Aufprallvarianten wird der Wagen von einem Zugschlitten, auf 50 Stundenkilometer (seitlicher Aufprall) und 65 Stundenkilometer beim Frontalcrash beschleunigt. Seit 2011 fließen zusätzlich die Schadstoffwerte aller berührbaren Teile eines Sitzes in die Gesamtergebnisse ein.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Bedenken Sie, dass sowohl die die Art Ihres Wagens, als auch die Befindlichkeit Ihres Kindes neben der Sicherheit eine übergeordnete Rolle spielt. Unterschiedliche Fahrzeugtypen erfordern unterschiedliche Kindersitze. Kommt es bei neueren Automodellen in der Regel zu keinen Problemen bei der Befestigung des Sitzes, sehen sich einige ältere Modelle mit dem Problem der Instabilität auf Grund von zu langen Gurtschlossbefestigungen konfrontiert. Achten sie auch auf die richtige Schultergurtführung. Ist der Sitz zu hoch fixiert, besteht die Möglichkeit, dass der Gurt bei einem zu weiten Vorbeugen des Kindes stockt und sich nicht mehr von selbst aufrollen kann.

Überprüfen Sie, ob der Hersteller eine Liste mit Empfehlungen für bestimmte Autotypen bereit stellt und lassen Sie sie gegebenenfalls im Fachgeschäft beraten. In jedem Fall sollten Sie Ihr Kind zunächst Probe sitzen lassen und auch die Passform und Verarbeitung genauer unter die Lupe nehmen. Nicht jedes Material und jede Seitenaufprallschutzvariante wird gleichermaßen gut angenommen.

Die Testsieger

Seit Jahren gilt der Hersteller Cybex als Klassenprimus in Bezug auf Käuferbeliebtheit und Preis-Leistungs-Verhältnis. In diesem Jahr brachte Cybex mit dem Model Anton 5 einen Kindersitz der Gruppe 0+ (0-13 kg) auf den Markt, der mit einer Verkaufspreisempfehlung von gerade einmal 130 Euro eine Gesamtbewertung von 1,6 (Testsieger) erzielen konnte. Auf dem 2. Platz (1.7) folgt der Baby-safe i-size. Bei diesem Kindersitz handelt es sich ebenfalls um einen Sitz der Kategorie Gruppe 0+ (0-13 kg). Sein Verkaufspreis liegt mit knapp 200 Euro allerdings deutlich über dem des Cybex. Die Kindersitzexperten von kindersitztester.de stellten erst kürzlich fest, dass der seit Jahren sehr beliebte Cybex Silver, in Bezug auf die Verkaufszahlen, nun dem 3. Testsieger des ADAC Tests 2017, dem Cybex Gold Solution M (Note 1,7), weichen musste. Generell lässt sich ein Trend hin zum Allroundkindersitz mit isofix-Befästigung erkennen.