Geldkarte

Ratgeber: Girokonto auch mit Schufa-Eintrag

Noch heute ist Eckehard Asdecker (Name von der Redaktion geändert) sauer, wenn er sich daran erinnert, wie ihn seine Bankberaterin telefonisch darüber informierte, dass der Kreditkartenvertrag gekündigt wird. Was war geschehen? Asdecker bezog seit einigen Monaten Arbeitslosengeld. Die entsprechenden Leistungen gingen auf seinem Konto ein. Das war auch der Bankberaterin nicht entgangen. „Dann erhielt ich einen Brief mit den Kundenbedingungen für Kreditkarten. Dort war der entsprechende Passus sogar gelb gemarkert“, erinnert sich Asdecker. Besonders geärgert hat er sich über den Absatz, der der Bank erlaubt, den Kreditkartenvertrag fristlos zu kündigen. Wenn der Kunde nämlich „unrichtige Angaben über seine Vermögenslage gemacht hat“ oder „wenn eine wesentliche Verschlechterung seiner Vermögenslage eintritt“.

Als langjähriger Kunde der Bank war Asdecker sauer. Nie hatte er sein Konto überzogen, nie hatte es Ärger mit der Kreditkartenabrechnung gegeben. Ein Telefonat mit der Kundenberaterin verlief ergebnislos. Asdecker entschloss sich, die Bank zu wechseln. Er recherchierte auf den Seiten der Verbraucherzentrale und bei anderen Anbietern. Als besonders schwierig erwies sich, wirklich gebührenfreie Kontoanbieter zu finden. Neben den Kontoführungsgebühren waren Kosten für Abheben und Überweisen, Kontoeröffnung, Höhe des Dispokredites und monatliche Mindesteingänge weitere Kriterien bei der Suche. Auch die Frage, wie man ein Girokonto trotz Schufa-Eintrag eröffnen kann, beschäftigte ihn bei seinen Recherchen.

Schnell stellte er fest, dass er keineswegs allein war mit seiner Situation. Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen von 4,9 Millionen im Jahr 2005 auf 2,7 Millionen im Jahr 2016 deutlich gesunken war, bleiben immer noch ausreichend Betroffene, die sich mit der Situation zurechtfinden müssen. Auch die Angebote der Stadtverwaltung in seinem Wohnort Dresden studierte Asdecker und überlegte, ob er sich bei einer der angeführten Stellen für die Schuldnerberatung erkunden sollte. Das verwarf er dann aber wieder.

Wichtiger fand er eine andere Erkenntnis, um sich vor weiteren Überraschungen zu wappnen. Asdecker beschloss, bei der Schufa eine Auskunft über die dort von ihm gespeicherte Informationen einzuholen. Einen entsprechenden Hinweis hatte er beim Verband der  Verbraucherzentralen gefunden. Dabei, so der Rat, „sollten die Namen der Unternehmen eingefordert werden, an die diese Daten in den letzten zwölf Monaten übermittelt worden sind“. Banken, Mobilfunkfirmen oder Onlinehändler bedienen sich dem sogenannten Scoring, das bei automatisierten Bonitätsprüfungen eingesetzt wird. Um sich einen Überblick über das eigene dort kursierende Profil zu verschaffen, können Kunden eine „unentgeltliche Auskunft von Firmen und Auskunfteien wie Schufa, Creditreform, Bürgel, Deltavista, avarto infoscore und anderen verlangen“, so die Verbraucherschützer. Asdecker hat am Ende einen Kontoanbieter gefunden, der seinen Vorstellungen und den Rechercheergebnissen weitgehend entsprach. Nicht zufrieden ist er allerdings mit seiner neuen Kreditkarte – einer Guthabenkarte. Das, so meinte er, „ist schon eine Art von Diskriminierung“.