Reise-Ratgeber: Langfristig planen – Visum oder ESTA – Tipps für unterwegs

Wer vor zwölf Jahren das letzte Mal in den USA im Urlaub war, muss seine Reise heute ganz anders vorbereiten. Die Zeiten, in denen im Flugzeug die Einreiseformulare ausgefüllt werden konnten, sind lange vorbei. Ohne eine vorher erteilte Reisegenehmigung kommt man nicht einmal mehr ins Flugzeug. Das Zauberwort seit Anfang 2009 heißt ESTA, die Abkürzung für „Electronic System for Travel Authorization“. Touristen aus derzeit 39 Länder, die am sogenannten Visa Waiver Programm teilnehmen, können die Einreise vorab für die Dauer von 90 Tagen beantragen. Doch es gibt noch eine Reihe weiterer Tipps, die bei der Planung des Urlaubs beachtet werden sollten.

ESTA-Antrag ausfüllen

Das entsprechende Online-Antragsformular wird von der U.S. Customs and Border Protection bereitgestellt. Die Bezahlung der Gebühren ist zum Beispiel mit Sofortüberweisung, Giropay, eps-Überweisung, PayPal oder Kreditkarte möglich. Diese sollte für die Dauer der Reise gültig sein. Für das Ausfüllen des Antrages liefern etliche Reiseportale Hinweise. So soll man zum Beispiel Umlaute einheitlich ins Englische übertragen und nicht einmal als Ä oder Ö und das andere mal als A oder O schreiben. Empfohlen wird auch, das Ausfüllen nicht zu unterbrechen und am nächsten Tag fortzusetzen. Der Antrag sollte spätestens 72 Stunden vor Reiseantritt eingereicht werden.

Im Land unterwegs

Wer individuell unterwegs ist, sollte bedenken, dass die Zeit für das Einchecken gerade in kleinen, familiengeführten, Unterkünften beschränkt ist – zum Beispiel auf 15 bis 19 Uhr. Zudem empfiehlt sich auch vor Ort eine Kontrolle der Route auf mögliche Sperrungen. Wegen Unwettern oder anderen Schäden sind einige Regionen dafür bekannt – wie zum Beispiel das Death Valley oder Straßen im Bundesstaat Utah. Wer Bargeld benötigt, kann dafür seine Kreditkarte am Geldautomaten nutzen. Wichtig: Die Pin wird benötigt. In der Regel weiß man die nicht und sollte vor der Abreise in den Bankunterlagen noch einmal gecheckt werden.

Auto fahren

Die erste Erfahrung macht man meist beim Autoverleiher. Es gibt nur Benziner und Automatik-Schaltung. Wer noch nie ein Automatik-Auto gefahren ist, sollte daheim einfach eine Übungsfahrt machen. Es ist allerdings auch nicht besonders schwer. Einen internationalen Führerschein benötigt man nicht. Für die Dauer von sechs Monaten kann man den Führerschein nutzen. Einige Regeln unterscheiden sich von denen in Deutschland, manchmal gibt es auch von Bundesstaat zu Bundesstaat Unterschiede. So ist das Überholen auf dem Highway auf beiden Seiten möglich. Das erfordert besondere Aufmerksamkeit, wenn man selbst die Spur wechselt. Der Schulterblick ist unbedingt erforderlich.

Grundsätzlich darf man bei einer roten Ampel rechts abbiegen – es sei, es ist ausdrücklich untersagt („no turn on red“ oder ein durchgestrichener Abbiegepfeil). An Kreuzungen ohne Ampel, meist mit den Hinweisen 4-Way-Stop oder 3-Way-Stop unter den Stoppschildern, gilt nicht Rechts vor Links, sondern die first-come, first-served Regel. Bei gleichzeitigem Eintreffen gilt dann aber Rechts vor Links oder die Verständigung per Handzeichen.

Hält ein Schulbus, so gilt, dass auch Fahrzeuge im Gegenverkehr anhalten müssen. Schulzonen sind meist gekennzeichnet. Wenn dort die Warnlichter leuchten, dürfen Autos nicht schneller als 20 mph fahren.

Weitere Tipps

Eine amerikanische SIM-Karte ist zu empfehlen. Diese sind nicht teuer und erlauben meist unlimitierte SMS und Anrufe innerhalb der USA sowie begrenztes Datenvolumen. Sie können auch als mobiler Hotspot genutzt werden. Bei einem dreiwöchigen Urlaub und normalen Nutzerverhalten kommt man mit 3 GB Datenvolumen hin. Zudem ist WLAN nicht überall verfügbar und in Hotels zum Teil auch kostenpflichtig.

Nicht vergessen sollten man einen Adapter für seine elektrischen Geräte. In den USA läuft alles mit 110 Volt und 60 Herz – in Europa sind es 220 Volt und 50 Herz. Es empfiehlt sich zudem, alle mitgeführten elektrischen Geräte zu Hause aufzuladen, da sie bei einer Einreisekontrolle eingeschaltet werden müssen.

Für eine Reise in die USA bieten sowohl Reiseveranstalter als auch private Blogs eine Vielzahl an ausführlichen Anleitungen und Tipps vor der Abreise und für den Aufenthalt im Land. Gleiches gilt für unterschiedliche Apps, die einem auf dem Smartphone helfen können – auch wenn es nur um die Umrechnung der amerikanischen Maßeinheiten geht.