Thema: Kreativwirtschaft

Torsten Schulze

Neuer Antrag im Stadtrat fordert mehr Raum für die Kreativwirtschaft

Die Dresdner Kreativwirtschaft boomt, so sehr, dass sie langsam aus allen Nähten zu platzen scheint. Platz gibt es eigentlich genug, aber an willigen Stadträten scheint es zu fehlen. Torsten Schulze von der Fraktion Bündnis90/ Die Grünen, hat nun einen Antrag gestellt, leerstehende Gebäude und Areale für Kreativunternehmer zur Nutzung bereitzustellen. Die Branche atmet auf, in der Hoffnung bald das enge Korsett hinter sich lassen zu können.

„Vor fünf Jahren war es noch einfacher, günstige Gewerberäume anzumieten, weil gerade in Dresden viele Gewerbebrachen und alte Bürogebäude zur Verfügung standen“, erklärt der Grünen-Stadtrat Torsten Schulze. So komfortabel diese Situation für die Kreativwirtschaftler gewesen ist, so kurzlebig war sie auch. Die wenigen Räume, die jetzt noch zur Verfügung stehen, können sich die meisten freischaffenden Kreativen wegen zu hoher Mietpreise einfach nicht mehr leisten. Das ärgert Torsten Schulze: „Das Dresdner Liegenschaftsamt hat es leider schon in der Vergangenheit verpasst, leerstehende Objekte für die Kreativwirtschaft freizugeben. Stattdessen sitzt die Stadt auf nutzbaren Räumen.“

Deshalb hat der Politiker im Stadtrat einen Antrag gestellt, der mehr Raum für die Dresdner Kreativwirtschaft fordert. Zum einen soll die Stadt prüfen, welche Gebäude und Areale überhaupt für eine Nutzung durch die kreative Szene in Frage kommen. Zum anderen fordert die Grünen-Fraktion, den Kreativwirtschaftlern vorhandenen Freistand, wie die alte Feuerwehrwache auf der Katharinenstraße oder die ehemalige Arbeitsanstalt auf der Königsbrücker Straße, zur Verfügung zu stellen. Ebenfalls ungeklärt ist die Frage, was aus den freiwerdenden Objekten von Operette und Theater Junge Generation wird, wenn diese 2015 in das neue Kraftwerk Mitte einziehen. Geht es nach dem Grünen-Politiker, sollte schnellstmöglich eine Entscheidung getroffen werden: „Dresden nennt sich Kulturstadt. Deshalb sollte jetzt nicht gezögert, sondern erkannt werden, welches wirtschaftliche, städtebauliche und kulturelle Potential in der Kreativwirtschaft steckt.“

Umso wichtiger wird sein Antrag, schaut man beispielsweise auf das ehemalige Drewag-Gelände auf der Lößnitzstraße 14 (LÖ14). Während das Areal vom Stadtrat als Gewerbebrache bezeichnet wird, handelt es sich aber tatsächlich um einen quicklebendigen Ort der Kreativwirtschaft, der noch in diesem Jahr unter den Hammer kommen soll. Dadurch würden zahlreiche Unternehmer ihren Raum verlieren, ohne dass eine vergleichbare Alternative in Sicht wäre. Kristian Andresen von der LÖ 14 hofft derweil auf konstruktive Vorschläge seitens der Stadt: „An dieser Stelle fehlt noch eine Lösung, die die Interessen aller Beteiligten zusammenbringt. Auch die Stadtverwaltung ist hier gefragt, denn die kleinen Kreativunternehmer sind mittlerweile ein nicht mehr vernachlässigbarer Wirtschaftsfaktor und haben großen Einfluss auf das Image einer Stadt.“

Am 30. Januar findet eine Stadtratssitzung im Kulturrathaus statt, wo öffentlich diskutiert werden soll, wie viel Raum Dresden seinen Kreativen geben will. In den Ortsbeiräten wurde bisher sehr positiv auf den Antrag reagiert. Abzuwarten bleibt, was der Stadtrat aus den Vorschlägen und Forderungen macht. Falk Terrey von der LÖ 14 hofft auf Kooperation seitens der Stadt: „Ich denke,Dresden sieht in diesem Wachstumsmarkt Potential. Deshalb ist es von Bedeutung die Künstler, Musiker, Komponisten, Designer und Architekten etc., in die Überlegungen zur Planung der kulturellen, wirtschaftlichen und stadtplanerischen Entwicklung aktiv mit einzubeziehen.“