Gaia-Mission

Gaia-Mission: TU-Astronomen helfen bei Vermessung von einer Milliarde Sterne

Die im Dezember gestartete Gaia-Mission zur Vermessung von einer Milliarde Sterne kann jetzt ihre Arbeit aufnehmen. Die Sonde mit der größten je ins All geschickten Digitalkamera hat ihre Arbeitsbahn rund eineinhalb Millionen Kilometer von der Erde entfernt erreicht. Beteiligt an der Mission sind Astronomen der TU Dresden. „Die Gaia Mission ist in vielerlei Hinsicht spektakulär“,  erklärt Michael Soffel, Professor am Institut für Planetare Geodäsie der TU Dresden. „Für rund eine Milliarde Sterne sollen Position, Entfernung, Geschwindigkeit, Helligkeit, Farbe und Temperatur vermessen werden. Für jedes Objekt werden rund 800 Einzelmessungen durchgeführt, und zwar mit einer bisher nicht erreichten Genauigkeit“, beschreibt Soffel die Details.

Die große Bedeutung von Gaia liegt in der unglaublichen Genauigkeit der Positionsmessungen. Sie entspreche der Fähigkeit, von der Erde aus eine Ein-Euro-Münze auf dem Mond erkennen zu können. Die 1000-Megapixel-Kamera ist 104 cm lang und 42 cm hoch und mit 106 CCD-Sensoren ausgestattet. Bis zum Ende der fünfjährigen Mission erwarten die Wissenschaftler eine Datenmenge von mehr als einem Petabyte, was einer Datenmenge eines 50 Jahre dauernden Videos in HD-Qualität entspricht.

Ziel der Gaia-Mission ist ein Katalog mit präzisen dreidimensionalen Positionen und Geschwindigkeiten von einer Milliarde Sternen. Dieser kann dann als astronomisches Referenzsystem, z. B. für die Bewegung der Erde im Raum, dienen. Nach Ansicht der Wissenschaftler wird Gaia viele Bereiche der Astrophysik revolutionieren: Die Gültigkeit der Einsteinschen Gravitationstheorie wird ebenso einer Prüfung unterzogen wie gängige Ansätze zu Ursprung und Evolution unserer Galaxie. Zudem können mit den gewonnenen Daten die Eigenschaften von sterbenden Sternen, Supernovae oder dunkler Materie, welche die Galaxien zusammenhält, detailliert untersucht werden. Die Forscher rechnen mit der Beobachtung von bis zu einer Million Asteroiden in unserem Sonnensystem und tausenden neuen extra-solaren Planetensystemen.

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