Marie-Curie-Gymnasium

Schuljahr 2014/15: 35 der 70 neuen Klassen in Gymnasien am obersten Limit

Nachdem in dieser Woche die Bescheide für die Aufnahme ins Gymnasium verschickt wurden, ist eine Debatte um die Auslastung in den Schulklassen entbrannt. Während CDU-Bildungspolitiker Patrick Schreiber betont, dass alle 1.825 angemeldeten Schüler einen positiven Bescheid erhalten hätten, bezeichnet Gerit Thomas, die noch bildungspolitische Sprecherin der Stadtratsfraktion der Grünen ist, die maximale Ausschöpfung der Belegungsmöglichkeiten als „pädagogisch verantwortungslos“.

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Patrick Schreiber: Situation in Gymnasien ist nicht rosig. Foto: W. Schenk

Nach Angaben der Bildungsagentur würden 1.639 Schüler künftig in 62 Regelklassen und 186 Schüler in acht Klassen mit vertiefter Ausbildung lernen. Zu letzteren gehören zum Beispiel Klassen am Martin-Andersen-Nexö Gymnasium mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt oder die nur mit 10 Schülern besetzte Klasse im Musikgymnasium. In 35 der insgesamt 70 einzurichtenden Klassen muss die Klassenobergrenze von 28 Schülern voll ausgeschöpft werden.

Insgesamt, so Schreiber, fehlen für das Schuljahr 2014/15 an den 17 staatlichen Gymnasien keine Plätze. „Die Situation ist nicht rosig, das ist alles auf Kante genäht“, räumte der stellvertretende bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion ein. Wichtig für ihn sei, dass mit der Zusage von 185 zusätzlichen Lehrerstellen für ganz Sachsen im kommenden Schuljahr die Lehrerzahl unterm Strich um 235 ansteige. Da diese Stellen auch besetzt werden könnten, sei „die Kuh vom Eis“, so Schreiber. Die fehlenden Lehrerstellen waren der Grund, warum die Bildungsagentur den Versand der Elternbescheide um eine Woche verschoben hatte.

„Rein rechnerisch mag dies aufgehen, aus pädagigischer Sicht ist es unverantwortlich“, kritisiert Thomas. Es gebe keine Möglichkeiten mehr für flexible Entscheidungen. Als Beispiel nannte sie Zuzüge nach Dresden oder Klassenwiederholer. Der Richtwert von 25 Schülern pro Klasse stehe nicht ohne Grund im Gesetz, sagt sie. Das Handeln der Bildungsagentur sei hier nur die Folge der verfehlten Schulpolitik des Landes. Thomas erneuerte ihre Kritik an der Verschiebung der Eröffnung des Gymnasiums in Prohlis. Mit einer rechtzeitigen und gezielten Kampagne für Prohlis hätte man die Situation in den Dresdner Gymnasien deutlich entspannen können, ist sie überzeugt.

Gerit Thomas

Gerit Thomas: Das neue Gymnasium in Prohlis hätte Situation entlastet.

Schreiber will das so nicht gelten lassen. „Für das mehrfach angesprochene neu zu gründende Gymnasium Dresden-Prohlis lagen zum 26. Mai 2014 insgesamt elf Anmeldungen für die Klassenstufe 5 vor. An den umliegenden Gymnasien können alle angemeldeten Schüler sowie die 11 Anmeldungen des Gymnasiums Dresden-Prohlis aufgenommen werden“, sagte Schreiber. Es sei deshalb Augenwischerei zu behaupten, das Gymnasium Prohlis könnte für das kommende Schuljahr auftretende Kapazitätsprobleme an Gymnasien in völlig anderen Stadtteilen unserer Stadt lösen. Allerdings, so Schreiber, sei angesichts der weiter steigenden Schülerzahlen die Einrichtung des neuen Gymnasiums im Osten der Stadt für das Schuljahr 2015/16 notwendig.

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