Crystal im Abwasser Dresden

Offensive gegen Droge Crystal: 10-Punkte-Plan und Informationsportal

Straftaten im Zusammenhang mit Crystal-Konsum haben sich in Sachsen innerhalb der letzten fünf Jahre fast verdreifacht und sind auf 4948 Delikte im Jahr 2013 angestiegen. Allein in der Landeshauptstadt wurden 1,5 Kilogramm der Droge von der Polizei sichergestellt, drei mal so viel wie im Vorjahr. Auch in den Dresdner Suchtberatungsstellen wird die weitere Verbreitung der Droge registriert. Von den 1104 Klientinnen und Klienten suchten mehr als die Hälfte Hilfe wegen ihres Crystal-Konsums. Auch im Europäischen Drogenbericht 2014 findet Sachsens Landeshauptstadt negative Erwähnung. In einer Studie, die Rückstände von Crystal Meth im Abwasser vergleicht, liegt Dresden unter 42 untersuchten Städten mit an der Spitze, nur in Prag und Budweis waren die Werte noch höher. Der Dresdner Durchschnittswert, in der Abwasseranlage von Kaditz gemessen, lag demnach im Durchschnitt bei 137 Milligramm pro 1000 Einwohner und Tag. Damit liegt Dresden auf Rang fünf hinter Prag, Budweis, Bratislava und Oslo.

In der Kriminalitätsstatistik werden ab diesem Jahr die Crystal-Fälle landesweit gesondert erfasst. Allein im ersten Halbjahr wurden 2453 Delikte registriert, heißt es in einem gemeinsamen Bericht von Innen- und Sozialministerium zur Umsetzgung des Zehn-Punkte-Plans zur Bekämpfung von Crystal. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit der Polizei liegt in der Aufdeckung der Labore, Quellen und Vertriebswege der Ausgangsstoffe von Crystal. Hier wollen die Behörden ihre Zusammenarbeit mit den Ermittlern in der Tschechischen Republik deutlich verstärken. „Wir wollen die Quellen für das Teufelszeug austrocknen. Dafür haben wir eine enge Kooperation mit den tschechischen Nachbarn etabliert. Erste Erfolge gegen Crystalküchen und Dealer bestätigen den Weg“, erklärte Innenminister Markus Ulbig (CDU).

Als wichtiger Träger der Informationsstrategie wurde gestern ein Informationsportal zur Droge Crystal freigeschaltet. In dem Onlineangebot können Betroffene, Angehörige und Interessierte umfangreiche Informationen zur Wirkung, Hilfsangeboten, Beratung und Hilfe im Notfall abrufen. »Die erhebliche Zunahme des Hilfebedarfs auf Grund des Crystal-Konsums und die daraus resultierenden gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Schäden erfordern einen ganzheitlichen Bekämpfungsansatz“, betonte Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU).

 

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