SLUB Digitalisierung

SLUB koordiniert Landesdigitalisierungsprogramm – 2,5 Millionen Euro pro Jahr

Sachsen will das Tempo bei der Digitalisierung der Bibliotheksbestände beschleunigen und das Angebot an elektronischen Büchern und Zeitschriften in den Bibliotheken deutlich aufstocken. Ab 2015 stehen dafür im „Landesdigitalisierungsprogramm Wissenschaft und Kultur“ jährlich 2,5 Millionen Euro bereit. Bei der Vorstellung der Pläne in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) erklärte Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer heute, dass die Bibliotheken „ihre Informationen zunehmend als frei zugängliche Volltexte anbieten müssen“. Andernfalls könnten sie in der digitalen Zukunft nicht bestehen. Das Programm soll mehrere Jahre laufen, einen konkreten Zeitraum wollte die Ministerin jedoch nicht nennen. Neben der Digitalisierung wertvoller Bestände und dem Einkauf von Lizenzen sollen die Mittel auch für die digitale Langzeitarchivierung genutzt werden.

SLUB notendigitalisierung

Ilona Genäuß scannt für das Dresdner Opernarchiv. Thomas Bürger erläutert Sabine von Schorlemer, welche Daten zusätzlich erfasst werden. Foto: W. Schenk

Die SLUB gehört deutschlandweit zu den führenden Einrichtungen bei der Digitalisierung und wird das Landesprogramm koordinieren. Generaldirektor Thomas Bürger will mit dem Programm kulturell und wissenschaftlich wertvolle Sammlungen auch aus kleineren Einrichtungen Sachsens zugänglich machen. Als Beispiel nannte er das Reformationsjubiläum 2017. So sei es eine Herausforerung, der Öffentlichkeit die Dokumente zugänglich zu machen, die die wichtige Rolle Zwickaus belegen. Zwickau gelte nach Wittenberg als zweite Stadt weltweit, in der sich die Reformation als Volksbewegung durchgesetzt habe. Die digitalen Nachweise sollen den Touristen bei der Planung ihrer Deutschlandbesuche in zwei Jahren zur Verfügung stehen. Der Generaldirektor, der sich selbst als Lernenden in der digitalen Welt bezeichnet, sieht auch andere Anwendungen. Mit den digitalisierten Notenbeständen der Dresdner Hofkirche oder des Dresdner Opernarchivs könnten musikinteressierte Touristen bald vor der Semperoper auf ihrem i-Pad die gewünschte Partitur laden, meinte er. Und wenn sie es können, auch gleich mal vom Blatt singen.

Die Digitalisierung von historischen Dokumenten – Büchern, Noten oder auch Bildern – ist eine komplexe Herausforderung. „Scannen allein ist nicht die Lösung“, betont Bürger. Informationen über den Autor, den Inhalt und über das Produkt müssen gesammelt und digital erfasst werden. Die Experten an der SLUB und ihre Partner machen dies in mehreren Sprachen. Erst dann ist ein solches Dokument, auch wenn es schon 500 Jahre alt ist, weltweit in  Suchmaschinen oder Webkatalogen zu finden. Diese Metadaten würden erst für die „hochperformante Suchbarkeit“ sorgen. Die Dokumente selbst bleiben auf den Servern in Dresden.

Gegenwärtig gehören etwa 82.000 Bände mit mehr als 3 Millionen Seiten  und 1,5 Millionen Fotos und Grafiken zum digitalen Bestand der SLUB. Gespeichert werden die Daten auf bibliothekseigenen Servern und im Rechenzentrum der Universität. „Wir brauchen mittelfristig eine dritte Absicherung auf nationaler Ebene“, betont der SLUB-Generaldirektor. Die langfristige Speicherung der Datenbestände sei auch ein Herausforderung an die Forschung., Langzeitsicherung bedeute derzeit einen Zeitraum von 50 Jahren. Bürger geht davon aus, dass die Mittel aus dem Landesdigitalisierungsprogramm zu je einem Drittel auf die drei Schwerpunkte – Lizenzen, Digitalisierung und Langzeitspeicherung verteilt werden.

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