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Horst Kretzschmar hat Amt als Polizeipräsident in Dresden angetreten

Dynamo Dresden gehört in die Zweite Liga, das Recht auf Versammlungsfreiheit und Meinungsfreiheit muss gesichert werden, mehr Polizisten sollen eine bessere Grundversorgung der Bevölkerung sichern, Dresden ist für mich kein Neuland. Mit klaren Aussagen hat sich heute Dresdens neuer Polizeipräsident Horst Kretzschmar an seinem ersten Arbeitstag der Presse präsentiert. Geduldig ließ er die Fotografen agieren und gab auch einen kleinen Einblick ins Private. Gerade habe er in die Sicherheitsanlagen seines Wohnhauses investiert. „Als Polizist muss man hier auch Vorbild sein“, so sein knapper Kommentar. Früher war er Ringer – das könne man an seinen Ohren immer noch gut erkennen – heute  halte er sich mit Tennis fit. „Ich habe mich inzwischen zu einem aggressiven Angriffsspieler entwickelt“, sagte er.

Als Beamter ist man auch in der Pflicht

Auch in seiner Polizeikarriere, die 1978 begann, fand sich Kretzschmar schnell auf Posten wieder, in denen eher Polizeieinsätze und deren Planung im Vordergrund standen. Nach dem Studium hat er die Bereitsschaftspolizei mit aufgebaut, war gut zehn Jahre Kommandoführer des Sächsischen Spezialeinsatzkommandos (SEK) und in leitender Position im Polizeivollzugsdienst in Leipzig – unter anderem auch während der Fußball-WM 2006 – und in Dresden. Hier hat er dann von 2013 bis 2014 den Führungsstab geleitet, bevor er Chef von Sachsens Bereitschaftspolizei wurde und damit gerechnet hatte, dort bis zur Pensionierung zu bleiben. Nach einer Alkoholfahrt des ursprünglichen Kandidaten für das Amt in Dresden sei es dann Anfang März sehr schnell gegangen. „Da ist man als sächsischer Beamter auch in der Pflicht“, so der Kommentar von Kretzschmar.

Nun also wieder Dresden. Seinen Vorgänger im Amt kennt er sehr gut. „Mit Dieter Kroll verbindet mich eine tiefe Freundschaft“, sagt Kretzschmar und betont, dass er vor allem dessen analytische Fähigkeiten schätzt. „Ich werde auf seinen  Rat nicht verzichten“, stellte er klar. Und er werde fortsetzen, was Kroll in die Wege geleitet hat. Zum Beispiel bei der Bekämpfung der offenen Drogenszene am Wiener Platz. Von Videoüberwachung dort hält Kretzschmar nichts, weil sie nicht bei der Identifizierung der Täter helfe.

Spürbare Entlastung erst 2019

Mit einer spürbaren Verbesserung der Personalsituation sei erst in drei Jahren zu rechnen. Auch wenn der Abbau gestoppt sei, müssten die Polizisten für die zusätzlichen 1.000 Stellen erst einmal ausgebildet werden. Wichtig sei für ihn, dass die Beamten dann in den Revieren und bei der Kriminalpolizei zum Einsatz kämen, damit die „Grundversorgung der Bevölkerung verbessert wird“, sagte Kretzschmar.

Dresden sei mit rund 600 angemeldeten Demonstrationen im Jahr Versammlungshauptstadt. Die Polizei werde weiter dafür sorgen, dass der „demonstrative Widerstand zur Demokratie gehören kann“. Wer aber den politischen Gegner blockiert und die Ausübung der Versammlungsfreiheit behindert, müsse mit dem Einschreiten der Polizei rechnen, stellte Kretzschmar klar. Mit wenigen Worten beendete er auch die Debatte um die Veröffentlichung der Zahlen von Demonstrationsteilnehmern. „Es hat sich eine gute unabhängige Lösung entwickelt“, sagte er mit Blick auf die Forschungsgruppe durchgezaehlt, die seit dem Sommer 2014 die Teilnehmer bei Pegida und den Gegendemos ermittelt. Deren Ergebnisse, so Kretzschmar, würden sich im wesentlichen mit den von der Polizei intern geschätzten Zahlen decken.

Junge Polizisten auf Terrorlagen vorbereiten

Kretzschmar äußerte sich auch zu einer möglichen Terrorgefahr. „Halbmillionen-Städte wie Leipzig oder Dresden sind weniger ein Symbol für terroristische Angriffe“, meinte er. Dennoch werde gerade mit Blick auf die zentralen Feierlichkeiten zum 3. Oktober in Dresden gründlich geplant. Wichtig sei vor allem die Ausbildung der jungen Polizisten, damit sie in vergleichbaren Situationen wie in Paris  erkennen, dass es sich um eine Terrorlage handelt und nicht um einen bewaffneten Angriff, erklärte Kretzschmar.

So bald als möglich wolle er sich mit Dresdens Oberbürgermeister und den Landräten der zwei zur Polizeidirektion gehörenden Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz/Osterzgebirge treffen. Zur Polizeidirektion Dresden gehören zehn Polizeireviere und drei Inspektionen mit insgesamt 2.500 Mitarbeitern.

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