Thema: Sachsenbad

Montis Real Estate Berlin: Kauf des Sachsenbades scheitert nicht am aktualisierten Kaufpreis

Die Käufer des Sachsenbades sehen in dem aktualisierten Kaufpreis für das seit 1994 leer stehende Gebäude kein Hindernis für einen erfolgreichen Abschluss der Kaufverhandlungen. „Der Preis hat sich nach oben verschoben. Das macht den Kauf für uns aber nicht unmöglich“, sagte Projektentwickler André Powilleit von der Montis Real Estate Berlin GmbH im Gespräch mit dem Onlinejournal Pieschen Aktuell. Man gehe davon aus, dass dem neuen Preisangebot ein aktualisiertes Wertgutachten zugrunde liegt. Das bestätigte Rathaus-Sprecherin Anke Hoffmann auf Anfrage. „Ja, es gibt ein neues Wertgutachten“, sagte sie. Zur Höhe wollte sie sich nicht äußern. „Zu Details geben wir in einer laufenden Vertragsverhandlung grundsätzlich keine Auskunft. Eine Einigung über den Kaufpreis erscheint möglich“, fügte sie hinzu.
Im Verkaufsprospekt für das Sachsenbad war der Wert mit Stand Juli 2018 auf 900.000 Euro beziffert worden. In der Verkaufsvorlage, über die der Stadtrat entschieden hat, wurde der Preis bereits einmal angepasst und liegt mit Stand 18. Mai 2020 bei 1.040.000 Euro.
Die Prognose, dass bis Ende September ein unterschriftsreifer Kaufvertrag vorliege, sei für ihn nicht vom Tisch, so Powilleit. Auch hier herrscht Einigkeit mit der Stadtverwaltung. „Die Verhandlungen werden zügig geführt, und beide Parteien sind an einem raschen Abschluss interessiert“, betonte Hoffmann.

Gespräche mit Drewag und Denkmalschützern

In den letzten Wochen habe es weitere Gespräche und Treffen mit verschiedenen Behörden und Unternehmen gegeben, erklärte Projektentwickler Powilleit. So habe man sich mit der Drewag und deren Mutterkonzern SachenEnergie über Wegerechte geeinigt. Der Drewag gehört ein Gebäude auf dem Areal nördlich vom Sachsenbad, in dem derzeit noch ein Blockheizkraftwerk betrieben wird. Das werde voraussichtlich bis 2026 benötigt. Auch über die Idee, das Blockheizkraftwerk in dem sechs Meter tiefen Keller des Sachsenbades unterzubringen, habe man gesprochen. Dagegen spreche der Umstand, dass das Gelände als Überschwemmungsgebiet eingeordnet sei. Auch mit dem Landesamt für Denkmalschutz und den Dresdner Denkmalpflegern sei es bei einer Vor-Ort-Begehung um eine gemeinsame Bestandsanalyse und die Klärung offener Fragen gegangen. Es habe sich für den Ablauf der Verhandlungen als sehr positiv erwiesen, dass es im Amt des Oberbürgermeisters einen zentralen Ansprechpartner auf Seiten der Stadtverwaltung gibt, der dann die Abstimmung mit den verschiedenen Ämtern koordiniert, sagte Powilleit.
Ob und wie die dringend notwendige Sicherung des maroden Daches erfolgt, ist noch nicht geklärt. Für die grundlegende Sanierung noch vor dem Winter würde wahrscheinlich die Zeit nicht ausreichen, um alle notwendigen Genehmigungen und Ausschreibungen zu organisieren. Voraussichtlich werde es darum zunächst eine provisorische Sicherung geben. „Das müssen wir noch entscheiden“, so Powilleit.

Bürgerinitiative und Linke wollen Verkauf noch stoppen

Mit einer e-Petition will die Bürgerinitiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad“ den Verkauf des Sachsenbades an die Montis Real Estate GmbH Berlin stoppen. Noch bis zum 13. September kann die Petition mitgezeichnet werden. Bisher (3. September, 14 Uhr) haben sich 1.153 Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden. Auch die Stadtratsfraktion Die Linke ist gegen den Verkauf des Sachsenbades an einen privaten Investor. „Das Sachsenbad braucht dringend eine gesicherte Perspektive. Der Weg über eine Privatisierung ist offensichtlich langwieriger und risikoreicher als dem Stadtrat vorgetäuscht wurde. Wir Linke bleiben dabei: Den Bürgerwillen ernst nehmen und dem Bad eine Zukunft in städtischer Hand geben – das war und ist der bessere Weg“, erklärte Linke-Stadtrat Tilo Kießling.
Der Stadtrat hatte am 12. Mai für den Verkauf des Sachsenbades gestimmt und sich gleichzeitig für den Neubau eines Schwimmbades in Pieschen ausgesprochen. Ergänzend zu den Vorgaben der Konzeptausschreibung soll mit dem Investor über die Option eines Kinder- und Rehabeckens, einer Kegelbahn und von Räumen für ein Stadtteilzentrum verhandelt werden. Außerdem, so der entsprechende Stadtratsbeschluss, solle vom Käufer des Sachsenbades ein Einverständnis zu den Bauvorhaben der Stadt im Umfeld eingeholt werden. Das betrifft vor allem die Möglichkeit, auf dem Areal einen Schwimmbad-Neubau zu errichten. Dafür hatte die Stesad GmbH im Auftrag der Stadt in einer Studie zwei Varianten ins Spiel gebracht – einen Neubau nördlich vom Sachsenbad und einen Neubau direkt an der Wurzener Straße. Über die Idee, nördlich vom Sachsenbad einen Neubau zu errichten, könne man, so Projektentwickler Powilleit, gemeinsam nachdenken und Synergien für beide Seiten prüfen.