Dixieland und Spargel: Wirtshaus Lindenschänke ist Hauptspielstätte des kig-Dixieland-Festivals

Vier Tage voller Jazz, angenehmer Unterhaltung und gutem Essen. Zum ersten Mal wird das Wirtshaus Lindenschänke in diesem Jahr zur Hauptspielstätte des kig-Dixieland-Festivals. Von morgen Donnerstag, 19.05.2022 bis Sonntag, 22.05.2022 werden hier insgesamt fünf Konzerte stattfinden.

Wie alles begann

Die „kig – Kulturelle Interessengemeinschaft Dresden e.V.“ wurde vor 41 Jahren gegründet und organisierte ursprünglich Events für die Arbeiterklasse. „Studentenklubs gab es damals ohne Ende in der Stadt. Da kamen meine Vorgänger im Amte auf die Idee, doch mal einen solchen Klub für die Arbeitnehmer zu organisieren“, erinnert sich Bernd Uhlig vom kig-Vorstand. Die erste Veranstaltung fand im Deutschen Hygiene Museum statt. „Wir konnten aufgrund von zwei Jugendweihen damals die Bühne nicht nutzen und bauten kurzerhand eine eigene mitten im Saal. Dabei gab es allerdings Sicherheitsbedenken, weshalb wir rundum eine Absperrung anbrachten. Einer der Gäste meinte dann, es sehe aus wie ein Boxring“, erzählt Bernd Uhlig weiter. So entstand also der Name des Hauptkonzerts, das auch heute noch „Jazz im Boxring“ heißt.

Wie es in diesem Jahr weitergeht

Neben den eintrittspflichtigen Konzerten steht jedem Dixie- und Jazz-Freund auch das Rahmenprogramm bei freiem Eintritt offen. Schon vor drei Jahren gab es in der Lindenschänke Konzerte, allerdings nicht an allen vier Tagen. Danach ist das Festival coronabedingt zweimal ausgefallen. „Die Lindenschänke ist ein idealer Ort, mit einer herrlichen Umgebung direkt an der Elbe. Wir sind froh, hier eine neue Hauptspielstätte gefunden zu haben“, so Bernd Uhlig. Und auch Uwe Engert von der Lindenschänke ist die Vorfreude auf das Event anzumerken: „Kultur ist immer gut. Dieses Angebot wollen wir auch in den nächsten Jahren gerne aufrechterhalten“, so Engert. „Ganz besonders freuen wir uns auf das BrassBandBattle am Sonnabend.“ Dabei werden sich die TC Jazzband aus den Niederlanden und die Combo Gurilly aus Erfurt ein musikalisches Battle liefern. Letztere spielt auf dem Schaufelraddampfer „Stadt Wehlen“, der sich für etwa 15 Minuten auf der Elbe direkt neben der Lindenschänke ‚in den Strom legen‘ (halten) wird. Zeitgleich spielt die TC Jazzband im Biergarten.

Spargelzeit

Besonders stolz ist Uwe Engert auf sein regionales und saisonales Angebot. So kommt Fleisch aus der Privatfleischerei Arnold aus Elsterwerda, Fisch aus Moritzburg und Spargel aus Beelitz. Neben dem Spargel mit Schnitzel oder Rinderzunge gibt es ihn natürlich auch pur. „Wir haben jetzt täglich wieder von 12 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Da kommt mit Sicherheit jeder Spargelliebhaber auf seine Kosten. Und wem nur nach Bier und leckerer Bratwurst ist, der ist bei gutem Wetter täglich ab 16 Uhr in unserem Biergarten willkommen. Am Wochenende sogar ab 12 Uhr. Wir laden alle ein, Spargel und auch Dixie bei uns direkt an der Elbe zu genießen“, so Engert abschließend.

Spargel und Schnitzel, einer der Klassiker auf der Spargelkarte. - Foto: Maren Kaster
Spargel und Schnitzel, einer der Klassiker auf der Spargelkarte. – Foto: Maren Kaster

Johnethen Fuchs and the Woods präsentieren neue Songs

Es tut sich was in der lokalen Musikszene. Die Zwangsabwesenheit von der Bühne haben Johnethen Fuchs and the Woods zu nutzen gewusst, um eine EP mit drei neuen Songs aufzunehmen. Sie erzählen von inneren und äußeren Dämonen, aber auch von Leichtigkeit und der Faszination des Unbekannten.

Beginn und Verlauf einer Karriere

Es ist schon eine ganze Weile her, dass Johnethen Fuchs beschloss, von nun an sein Leben auch beruflich der Musik zu verschreiben. Eigentlich war er nach Dresden zu kommen, um sich hier zum Hotelfachmann ausbilden zu lassen. Was er auch tat, nebenbei aber entstanden die ersten eigenen Lieder, und die erste eigene Band. The Smokkings eroberten die Bühnen mit rockigem Indie-Sound, dem unschwer die Einflüsse der Arctic Monkeys anzumerken sind. Weil das Touren schon bald mit Johnethens Arbeitszeiten in der Gastronomie kollidierte, schmiss er kurzerhand den Job. Schlug sich durch mit Gitarrenunterricht, wenn es eng wurde auch mal mit ein bisschen Straßenmusik. Bis irgendwann die Auftritte genug einbrachten.

Johnethen Fuchs hat sich dafür entschieden, seinen eigenen Weg zu gehen - mit Erfolg. Foto: Lisa Winkler
Johnethen Fuchs hat sich dafür entschieden, seinen eigenen Weg zu gehen – mit Erfolg. Foto: Lisa Winkler

Die bestritt Fuchs immer öfter auch als Solokünstler, später lösten sich The Smokkings dann ganz auf. Als Johnethen Fuchs and the Woods bekam er dann abermals Unterstützung auf der Bühne. Das neue Bandprojekt ist weniger gemeinschaftlich aufgebaut; Fuchs als einziger Vollzeit-Musiker kümmert sich ausgiebig ums Liederschreiben und den Orga-Kram, während Schlagzeuger Oliver Drotbohm und Gitarrist Paul Giersberg sich beim Arrangement einbringen und zusätzlich von Job und Familie in Anspruch genommen werden. Die Stelle des Bassisten ist gerade vakant – Mathis Becker hat seine Koffer gepackt, um in Köln Songwriting zu studieren. Vorher haben die Jungs aber noch gemeinsam die EP eingespielt. „Rivertiger“ ist ein Vorgeschmack aufs neue Album, das im Herbst erscheinen soll.

Von Mythenwesen und Fernweh

Der Titelsong sticht thematisch aus der gewohnten Beschäftigung mit Persönlichem und Alltäglichem heraus, indem er sich um ein Wesen aus der japanischen Mythologie dreht. Der Rivertiger ist ein Wesen zwischen Mensch, Affe und Schildkröte und sehr gefährlich. Zumindest wenn man ihn persönlich trifft – Fuchs lernte ihn zum Glück nur als geschnitzte hölzerne Abbildung kennen, die auf einem Songcamp mehr Fantasie denn Angst einflößte. Das so entstandene Gemeinschaftswerk zollt dem Wasserdämon aber genügend Respekt; die tiefe Stimmlage und bluesig-schwere Elemente tun ihr Übriges für die mystische Atmosphäre.

Viel fröhlicher geht es da schon im zweiten Lied zu. Poppige Klänge mit Country-Einschlag erzählen authentisch von der Reisesehnsucht. Andere Städte sehen, Menschen und Kulturen kennenlernen – leider gerade eine sehr abstrakte Sehnsucht. Obwohl auch Fuchs das Reisen vermisst, kommt er gut durchs Corona-Loch. Er verbringt Zeit mit seiner WG in Pieschen und wird es nicht müde, sich intensiv der Musik zu widmen. Die jüngste Errungenschaft: ein Klavier und das gute Gefühl, mit dem Üben besser zu werden.

Ausflüge in die Gedankenwelt

Das wiederentdeckte Instrument kommt auch gleich im dritten Lied der EP zum Einsatz, wo es gemeinsam mit einer Mundharmonika die nachdenklich-melancholische Stimmung einer schlaflosen Nacht passend zu untermalen weiß. Was in seinem Kopf vorgeht, befragt sich der Musiker hier selbst. Nun, immerhin einen Teil davon hat er verraten. Die Hoffnung, endlich wieder Konzerte geben zu können. Die Planung des Musikvideos zu „Rivertiger“. Und die Vorfreude aufs neue Album, das erstmals auch in Vinyl gepresst werden soll.

Wer sich mitfreuen möchte, kann das ab dem 16. April tun. Dann nämlich erscheinen die drei neuen Songs offiziell auf Spotify, Itunes, Amazon und Youtube. Auch das Musikvideo wird an diesem Tag veröffentlicht. Man darf also gespannt sein.