Thema: Stadtrat

Thomas Loeser

Grüne wollen neuen Anlauf für ein Wohnkonzept

Mit einem neuen Vorstoß will die Stadtratsfraktion der Grünen die Erarbeitung eines detaillierten Wohnkonzeptes für Dresden voranbringen. In einem ersten Schritt sollen mindestens zwei Gutachter „eine genaue Analyse der derzeitigen Situation, des tatsächlichen Bedarfs sowie eine entsprechenden Prognose“ vorlegen, forderte heute Fraktionschef Thomas Löser bei der Vorlage eines entsprechenden Antrages. Im zweiten Schritt könnten diese Ergebnisse gegenübergestellt und diskutiert werden und Basis für eine sachdienliche Debatte sein, so Löser weiter. Bis zum Jahresende solle Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) dem Stadtrat einen Fahrplan zur Umsetzung vorlegen.

Oberbürgermeisterin Orosz hatte angekündigt, bis zum Jahresende selbst ein Wohnkonzept vorzulegen. Diese Ankündigung hatte sie kürzlich in einem Bürgerforum nochmals bekräftigt.

Erst Anfang September waren die Grünen mit ihrer Initiative, ein „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Klimaschutz in Dresden“ zu gründen, im Stadtrat gescheitert. Die von den Linken favorisierte Gründung einer neuen Woba für Dresden halten die Grünen nicht für den richtigen Weg. Wer könne heute genau sagen, wie viele Wohnungen in welcher Größe und Lage von welchem Geld diese Woba dann bauen soll, fragt Löser. Statt einer neuen Woba favorisieren die Grünen die Stesad GmbH. Diese städtische Tochter sei leistungsfähig und habe bereits Erfahrungen im Bereich Wohnen, Wohnungsverwaltung und Stadtentwicklung. Deshalb sollte im Rahmen der Gutachten eine Mitwirkung der Stesad beim kommunalen Wohnungsbaus und der kommunalen Wohnungsverwaltung intensiv geprüft werden.

Die Grünen-Fraktion weist in ihrem Antrag auch darauf hin, dass bestimmte Wohnbedürfnisse wie zum Beispiel Wohnungen im Niedrigpreissektor, sowie alters- und familiengerechte Wohnungen, barrierefreies Wohnen sowie Wohnungen für Asylbewerber durch das Angebot auf dem freien Wohnungsmarkt nicht befriedigt werden. Vermieter, auch Genossenschaften, seien keine sozialen Institutionen, sondern hätten klare wirtschaftliche Interessen.