Michael Hagspihl DE-Mail Pressekonferenz Dresden

Telekom und Dresden starten gemeinsames Projekt DE-Mail City

Mit einer konzertierten Aktion will die Deutsche Telekom für ihr De-Mail-Angebot werben und startete gemeinsam mit der Stadt Dresden ein Pilotprojekt. Ab morgen, so kündigte Dresdens Erster Bürgermeister Dirk Hilbert heute an, „ist das Rathaus 24 Stunden geöffnet“. In der Pilotphase steht der DE-Mail-Dienst für Angebote wie Wohnberechtigungsscheine, Gewerbeanträge und e-Petitionen zur Verfügung. Grundlage für die Anwendung des DE-Mail-Dienstes ist der rechtliche Rahmen, den die Landesregierung für digitale Anwendungen auf allen Ebenen der Verwaltung geschaffen hat. „Das kann noch kein anderes Bundesland bieten“, sagte Jürgen Martens, Minister für Jusitz und Europaangelegenheiten.

Mit DE-Mail werde die elektronische Kommunikation erstmals verbindlich und nachweisbar, erklärte Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland. Bürger, Behörden und Unternehmen würden „Zeit, Porto und Papier sparen und von der gesetzlich gesicherten Zustellung der Nachrichten profitieren“, fügte er hinzu und konnte zum Pressetermin heute schon eine Reihe von DE-Mail-Partnern in Dresden präsentieren.

„Wir sind gern der Pilot“, hatte Hilbert erklärt und sich dabei auch auf Googles eTown-Award gestützt, der nach PLZ-Regionen vorgeht. Danach zählte Dresden 2013 zu zehn digital aktivsten Städten Deutschlands. 2012 lag Leipzig im PLZ-Gebiet mit der Null vorn.

Ob die digitalen Aktivitäten der Dresdner auch den DE-Mail-Dienst einschließen, muss sich erst noch herausstellen. Aktuelle Nutzerzahlen wurden von der Telekom nicht genannt. Bundesweit kämpfen die Anbieter der fälschungssicheren E-Mail-Übermittlung um Vertrauen bei den Kunden. Das ist schwierig, weil die Akzeptanz der Angebote aus dem Bereich e-Governement rückläufig ist. Das geht aus einer Studie hervor, über die jüngst computerwoche.de berichtete. Trotz der breit gefächerten Werbemaßnahmen zur Einführung im Frühjahr 2011 gaben aktuell 30 Prozent der Befragten an, De-Mail gar nicht zu kennen. Und fast jeder zweite (46 Prozent) der Befragten lehnte die Nutzung eines solchen Service rundheraus ab. Derzeit hätten zehn Prozent der deutschen Online-Nutzer ein De-Mail-Konto, weitere zwölf Prozent könnten sich dafür erwärmen. Gründe für die rückläufige Tendenz bei der Nutzung von e-Governement-Angeboten sieht die Studie im mangelnden Vertrauen in die Datensicherheit, befördert auch durch die NSA-Affäre.

Für Michael Breidung, Chef des IT-Eigenbetriebes der Stadt Dresden, ist das Pilotprojekt wichtig, um zu testen, „wie wir uns künftig bei den digitalen Verwaltungsabläufen organisieren“. Auf jeden Fall sei sichergestellt, dass die Stadt ab morgen DE-Mails verschickt, wenn Bürger die entsprechende Kommunikation wünschen.

 

 

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