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Dresden-Tourismus: Rekordzahl bei Übernachtungen – Renovierungsstau in Hotels

Trotz Rekordzahlen im ersten Halbjahr sollen mehr Touristen nach Dresden kommen und für eine bessere Auslastung der Hotels sorgen. Ein umfangreicheres  Auslandsmarketing, eine verstärkte Kongressakquise und mehr gezielte Werbung im Web und auf Social-Media-Plattformen sind für Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Dresden Markering GmbH, der Weg dorthin. „Wir arbeiten mit einem Budget, das im unteren Drittel liegt, wenn wir uns mit anderen großen Städten in Europa vergleichen“, sagte sie bei der Vorstellung der Zahlen für das 1. Halbjahr 2014. Rund 3 Millionen Euro stünden für die Vermarktung der Stadt zur Verfügung. Zum Vergleich nennt sie Hamburg mit 10, Kopenhagen mit 25 und Amsterdam mit 28 Millionen Euro.

Zahlen und Fakten zum 1. Halbjahr 2014:

  • Rekordmonat Mai: 446.111 Übernachtungen – so viel wie nie
  • 1.561.823 Übernachtungen aus Deutschland = 81,7 Prozent
  • 34.154 Übernachtungen – USA bleibt stärkster Auslandsmarkt
  • 32.402 Übernachtungen – Schweiz weiter auf Platz 2
  • 27.852 Übernachtungen – Österreich auf Platz 3
  • 35 Prozent mehr Touristen aus Polen
  • 28 Prozent mehr Touristen aus Tschechien
  • 23,6 Prozent mehr aus Russland
  • 1.000 Teilnehmer beim 57. Endokrinologie-Symposium
  • 4.500 Teilnehmer bei Frühjahrstagung der Sektion Kondensierte Materie

Auch für Johannes Lohmeyer, Vorstandsvorsitzender des Dresdner Tourismusverbandes, steht eine Aufstockung des Marketingbudget ganz oben auf der Prioritätenliste. Die rund 120 Hotels, Hostels und Pensionen in Dresden würden dringend eine höhere Auslastung und bessere Erlöse pro verfügbarem Zimmer benötigen. Viele Übernachtungsbetriebe könnten keine Rücklagen für nötige Investitionen bilden, erklärt Lohmeyer. Inzwischen gebe es einen erheblichen Renovierungsstau in den Hotels, meint er und warnt vor einem Qualitätsverlust.

Die Bettenauslastung hat sich leicht verbessert auf nun 46,7 Prozent. Der Erlös pro verfügbarem Zimmer ist eine wichtige Kennzahl im Hotelgewerbe. Hier ist Dresden im Städtevergleich inzwischen weit abgeschlagen. Er lag im ersten Halbjahr 2014 für die Dresdner Hotels bei 42 Euro bei durchschnittlichen Zimmerpreisen leicht über 70 Euro. Die Ursache liegt für Lohmeyer in den insgesamt niedrigen Zimmerpreisen. Hotels in anderen Städten lägen bei den Erlösen pro Zimmer um 20 Euro oder das Doppelte höher, in Leipzig zum Beispiel bei 52 Euro.

Vier neue Hotels in Dresden würden die Konkurrenz unter den rund 23.000 Hotelbetten weiter verschärfen. An der Ostra-Allee zum Beispiel wird aus einem Bürogebäude ein Holiday Inn mit 144 Zimmern, am Altmarkt zieht ein Hotel mit 122 Zimmern in ein denkmalgeschütztes Gebäude ein.

Lohmeyer plädiert dafür, dass sich die Branchen, die vom Tourismus profitieren, auch an den Werbekosten beteiligen. Er denkt da vor allem an den Einzelhandel, die Gastronomie und Kulturbetriebe. Auch er sieht noch viel Potenzial im Kongressgeschäft der Stadt. Es gebe nur wenige vergleichbare Orte, wo sich Kongress und vielfältige Kulturangebote so miteinander verknüpfen lassen, wie in Dresden, sagte er. Damit würde auch die Chance auf mehr Hochpreisterminie im Jahr steigen. Während Städte wie Frankfurt, München oder Düsseldorf auf 70 Tage pro Jahr kommen, seien es in Dresden gerade einmal 20.

 

 

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