Dresden setzt am 13. Februar auf dezentrales Gedenken

Am Sonnabend jährt sich die Zerstörung Dresdens zum 71. Mal. Erstmals verzichtet die Stadt auf eine zentrale Gedenkveranstaltung und setzt stattdessen darauf, dem Gedenken der Bürger an dezentralen Orten Zeit und Raum zu geben. „Weniger Protokoll, dafür mehr Inhalt und Kreativität. Die Dresdner brauchen die Stadtverwaltung nicht dafür, um vielfältiges Gedenken in dieser Stadt zu organisieren“, erklärt dazu Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP).

Busse fahren kostenfrei zu fünf Gedenkorten

Der Heidefriedhof, der in den zurückliegenden Jahren als zentraler Ort diente, den Opfern des Krieges und der Dresdner Bombenangriffe zu gedenken, bleibt auch weiterhin ein wichtiger Gedenkort. „Ohne Zweifel. Wir brauchen dort aber keine Rituale mehr, in denen die ‚Obrigkeit‘ den Dresdnern das Gedenken erklärt“, so Dirk Hilbert. „Wenn man zeigen will, wie vielschichtig das historische Ereignis ist, muss man auch andere, teils vergessene oder unbequeme Gedenkorte einbeziehen. Wir sind deshalb an Initiativen und Vereine herangetreten und haben sie gebeten, an solchen Orten dezentrale Gedenkveranstaltungen zu organisieren.“

Zahlreiche Veranstaltungen erinnern an die Schrecken des Krieges. Quelle: Dresden für Alle

Zahlreiche Veranstaltungen erinnern an die Schrecken des Krieges. Quelle: Dresden für Alle

Die Dresdner sind eingeladen, am 13. Februar ab 10 Uhr eine der folgenden fünf dezentralen Gedenkorte zu besuchen: St.-Pauli-Friedhof (Kindergrabanlage), Heidefriedhof, Güterbahnhof Neustadt − Leipziger Bahnhof, Äußerer Matthäusfriedhof und Urnenhain Tolkewitz. Die Orte stehen für unterschiedliche Geschichten, die das Ereignis oder seinen Kontext widerspiegeln. An jedem Ort findet eine Gedenkveranstaltung statt. 9.30 Uhr stehen am Rathaus, Schulgasse, Busse bereit, die die Teilnehmer kostenlos zu den Gedenkorten fahren. Gegen 11 Uhr fahren die Busse von dort aus zurück zum Rathaus.

Das Netzwerk „Dresden für Alle“ bittet alle Menschen in Dresden, sich an den vielfältigen Aktionen zum 13. Februar zu beteiligen. „Es ist wichtig, an die Ereignisse der Vergangenheit zu erinnern, um gemachte Fehler nicht zu wiederholen. Besonders in der jetzigen Zeit, in der unsere Demokratie wieder auf die Probe gestellt wird, gewinnt der 13. Februar an Aktualität“, erläutert der Sprecher des Netzwerkes „Dresden für Alle“, Eric Hattke.

Menschenkette soll sich gegen 18 Uhr schließen

Auch in diesem Jahr ruft die Landeshauptstadt gemeinsam mit der AG 13. Februar zur Menschenkette auf. Sie trägt das Motto: „Erinnern und Handeln − Hand in Hand“. Der Oberbürgermeister: „Die Menschenkette ist ein Symbol für Menschlichkeit und für Respekt vor dem anderen. Sie ist auch ein Zeichen dafür, dass wir eine offene Gesellschaft sind, die sich einander die Hände reicht. Und diese Hände reichen sich, ganz unabhängig davon, wo der Einzelne herkommt, welche Hautfarbe er hat oder welcher Religion er angehört.“ Die Menschenkette startet 17.15 Uhr mit einem musikalischen Auftakt und einer Rede des OB am Hietzig-Brunnen des Rathauses. Anschließend werden sich die Dresdner in die Menschenkette einreihen und so beide Seiten der Elbe gegen 18 Uhr unter dem Geläut der Dresdner Innenstadtkirchen miteinander verbinden.

Am Wochenende ist die Dresdner Polizei, unterstützt von Kollegen aus Brandenburg und Thüringen, mit insgesamt neun Hundertschaften im Einsatz. Vor allem in der Innenstadt müssen Passanten sowie Besucher der Veranstaltungen mit Absperrungen und Kontrollen rechnen. Wer unterwegs ist, sollte also mehr Zeit einplanen. Während der Menschenkette wird der Verkehr in der Innenstadt zwischen 18 Uhr und 18.15 Uhr zum Erliegen kommen. Die Polizei hat am 13. Februar zwischen 10 und 20 Uhr ein Kontakttelefon geschaltet. Die Rufnummer lautet (0351) 483-3000.

Ausführliche Infos zu den Gedenkveranstaltungen finden Sie hier

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